Daten und Fakten

Zahlen zu deutschen Auswanderern

Daten und Fakten

Wohin wandern die meisten Deutschen aus?

Offiziellen Schätzungen zufolge leben rund 3,8 Millionen Deutsche ab 15 Jahren im Ausland. Das entspricht in etwa 5 Prozent der in Deutschland lebenden Deutschen dieser Altersgruppe. Ein Großteil der Auswanderer aus Deutschland lebt in den USA, in der Schweiz und Österreich.

2024 wurden fast 1,3 Millionen Abwanderungen aus Deutschland vom Statistischen Bundesamt erfasst. Davon waren allerdings nur ein Fünftel deutsche Staatsbürger: Knapp 270.000 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit emigrierten 2024.

Großes Interesse an Auswanderung

Laut einer Umfrage von YouGov und Statista aus 2025 kann sich fast jeder zweite Deutsche grundsätzlich vorstellen auszuwandern: 49 Prozent der Gesamtbevölkerung sehen eine Auswanderung zumindest als Option.

Besonders ausgeprägt ist der Wunsch bei den Altersgruppen mittleren Alters: 58 Prozent der 45- bis 54-Jährigen und 56 Prozent der 35- bis 44-Jährigen zeigen das größte Interesse am Thema Auswandern.

43 Prozent der Befragten können sich gar nicht vorstellen, auszuwandern.
 

Entwicklung der beliebtesten Zielländer

2004 und 2024 im Vergleich

Die genannten Zahlen beziehen sich auf die Anzahl der innerhalb eines Jahres erfassten deutschen Auswanderer in das jeweilige Land.

Top 10 Zielländer deutscher Auswanderer - 2004 vs. 2024

2004

 

2024

 

USA12.976     Schweiz20.695     
Schweiz12.818Österreich12.308
Polen9.658USA9.307
Österreich8.532Spanien8.869
Vereinigtes Königreich7.842Frankreich5.543
Frankreich7.270Türkei5.203
Spanien7.196Vereinigtes Königreich4.450
Niederlande3.571Polen4.300
Italien3.448Niederlande3.674
Belgien2.584Italien3.442

Innerhalb von 20 Jahren haben sich die 10 beliebtesten Länder bei deutschen Auswanderern kaum verändert – abgesehen von ihrer Reihenfolge. Im Vergleich zwischen 2004 und 2024 ist Belgien rausgeflogen und die Türkei dazugekommen, alle anderen Länder haben nur ihren Rang geändert.

War die Schweiz 2004 noch auf dem zweiten Platz, so lag sie schon ein Jahr später auf Rang 1. Seitdem war sie jedes Jahr der unangefochtene Spitzenreiter unter den beliebtesten Zielen deutscher Auswanderer.

Generell zeigt sich deutlich, dass das europäische Ausland insgesamt sehr beliebt ist. Die USA sind in den Top 10-Zielländern das einzige Land, das geographisch komplett außerhalb Europas liegt.
 

Wo wohnen die meisten deutschen Auswanderer?

Top 10 der beliebtesten Länder im europäischen Ausland (Stand 2024)

Schweizca. 324.000
Österreichca. 233.000
Spanienca. 128.000
Frankreichca. 91.100
Niederlandeca. 85.000
Belgienca. 41.000
Italienca. 35.000
Schwedenca. 33.000
Dänemarkca. 28.000
Norwegenca. 26.000

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
 

Weniger Deutsche in den USA, dafür mehr im UK

Im Jahr 2023 lebten nach Angaben des United States Census Bureau rund 520.400 Deutsche in den Vereinigten Staaten. Damit ist ihre Zahl innerhalb eines Jahrzehnts um etwa 11 Prozent gesunken. 2013 hatte sie noch bei knapp 584.200 gelegen.

Im Vereinigten Königreich lebten 2019, also vor dem Brexit, etwa 142.000 Deutsche. Im Jahr 2021 waren es sogar mehr, knapp 150.000 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit. 

Bildung und Arbeit

Laut einer repräsentativen Stude aus dem Jahr 2019, durchgeführt vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und dem Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen, sind in den zehn vorangegangenen Jahren mehr als 1,8 Millionen Deutsche ins Ausland gezogen.

Weitere Ergebnisse der Studie waren:

  • Für rund zwei Drittel der Ausgewanderten ist der Aufenthalt von vornherein befristet und nur auf einige Jahre angelegt. Ebenfalls zwei Drittel dieser Personen haben bereits früher einmal im Ausland gelebt.
  • Die wichtigsten Beweggründe für einen Umzug ins Ausland sind berufliche und wirtschaftliche Chancen sowie persönliche Lebensstilentscheidungen.
  • Die Auswandernden sind im Durchschnitt überdurchschnittlich gut qualifiziert: Etwa 75 Prozent verfügen über einen Hochschulabschluss.
  • Beruflich zahlt sich der Schritt ins Ausland häufig aus: Selbst unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenshaltungskosten steigt das monatliche Nettoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten im Schnitt um rund 1.200 Euro.

Rückkehr deutscher Auswanderer

Wer geht, wer kommt zurück?

Die Datenlage zu Auswanderung und Rückkehr deutscher Staatsbürger war lange lückenhaft und ist es noch. Erst mit Studien wie der „German Emigration and Remigration Panel Study“ (GERPS) liegen inzwischen einige repräsentative Informationen über international mobile Deutsche vor, die Ursachen, Merkmale und Folgen von Aus- und Rückwanderung beleuchten.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Jüngere Menschen dominieren die Auswanderung: Aus- und Rückwandernde sind im Durchschnitt deutlich jünger als die nicht-mobile Bevölkerung.
  • Geschlechterverteilung: Männer und Frauen wandern etwa gleich häufig aus.
  • Bildung: Drei Viertel der Ausgewanderten sind Akademiker, während dies in der nicht-mobilen Bevölkerung nur etwa 25 Prozent sind. Auch unter Rückkehrenden ist der Akademikeranteil hoch (69 Prozent).
  • Zirkuläre Migration: Etwa 62 Prozent der Ausgewanderten denken daran, wieder nach Deutschland zurückzukehren; 37 Prozent der Rückkehrenden ziehen einen erneuten Auslandsaufenthalt in Betracht.

Die meisten Auslandsaufenthalte sind vorübergehend. Deutschland profitiert besonders von der Rückkehr von Fachkräften, die im Ausland neue Erfahrungen gesammelt haben. Migration ist ein dynamischer Prozess – viele Deutsche sind international mobil, bewegen sich zwischen Heimat und Ausland und bringen Wissen und Kompetenzen zurück.

Trotzdem verzeichnet Deutschland bei eigenen Staatsbürgern einen negativen Wanderungssaldo: 2023 verließen laut Statistischem Bundesamt rund 80.000 Deutsche mehr das Land, als zurückkamen. Der durchschnittliche Nettoverlust lag von 2013 bis 2022 bei etwa 0,08 Prozent pro Jahr. Bei rund 72 Millionen Deutschen entspricht das jährlich etwa 58.000 Personen.

Dramatisch ist das nicht, aber es zeigt: Auswanderung betrifft einen kleinen, aber stetigen Teil der Bevölkerung. Ein solcher Nettoabfluss ist jedoch normal, ähnlich sieht es in anderen europäischen Ländern auch aus. Fast überall gibt es einen leichten Verlust an eigenen Staatsbürgern, gemessen an der Gesamtbevölkerung.

Das könnte Sie interessieren