Expat-Ländersteckbrief Großbritannien
Auswandern ins Vereinigte Königreich
Großbritannien übt auf viele Deutsche nach wie vor eine große Anziehungskraft aus. Die gemeinsame europäische Geschichte, die englische Sprache, renommierte Universitäten, internationale Unternehmen und die kulturelle Vielfalt machen das Vereinigte Königreich zu einem beliebten Ziel für Fachkräfte, Familien, Selbstständige und Studierende. Seit dem Brexit haben sich die Rahmenbedingungen für deutsche Auswanderer allerdings grundlegend verändert. Wer heute dauerhaft im Vereinigten Königreich leben und arbeiten möchte, benötigt in der Regel ein Visum und muss die britischen Einwanderungsbestimmungen beachten.
Dieser Ländersteckbrief bietet einen aktuellen Überblick über das Leben und Arbeiten in Großbritannien.
Stand der Informationen: September 2026
Wissenswertes auf einen Blick
- Großbritannien ist seit dem Brexit nicht mehr Mitglied der Europäischen Union.
- Offizieller Staatsname: Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.
- Hauptstadt: London.
- Währung: Britisches Pfund Sterling (GBP).
- Amtssprache: Englisch; regional zusätzlich Walisisch, Schottisch-Gälisch und Irisch.
- Die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs lag Mitte 2025 bei rund 69,5 Millionen Menschen.
- Deutsche Staatsangehörige benötigen für Arbeit, Studium oder dauerhaften Aufenthalt in der Regel ein Visum.
- Das staatliche Gesundheitssystem heißt NHS (National Health Service).
- London gehört zu den teuersten Städten Europas.
- Besonders gefragt sind Fachkräfte in IT, Gesundheitswesen, Ingenieurwesen, Finanzdienstleistungen und Bildung.
- Das Vereinigte Königreich umfasst England, Schottland, Wales und Nordirland.
Was sollten deutsche Auswanderer über Großbritannien wissen?
Wie funktionieren Einreise und Aufenthalt?
Welche Visa sind besonders relevant?
Kann ich meine Familie mitnehmen?
Was sollten Auswanderer über den Arbeitsmarkt wissen?
In welchen Branchen bestehen die besten Jobchancen?
Welche Branchen bieten gute Jobchancen?
Muss ich Steuern im UK zahlen?
Wie funktionieren Sozialversicherung und Gesundheitswesen?
Haben Auswanderer Anspruch auf britische Rente?
Wie funktioniert der Wohnungsmarkt?
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?
Wie ist das Klima?
Was prägt Kultur und Alltag?
FAQ zum Auswandern nach Großbritannien
Was sollten deutsche Auswanderer über Großbritannien wissen?
Das Vereinigte Königreich zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten Europas. Internationale Unternehmen, renommierte Hochschulen und ein dynamischer Arbeitsmarkt ziehen jedes Jahr qualifizierte Fachkräfte aus aller Welt an.
Nach dem EU-Austritt genießen deutsche Staatsangehörige jedoch keine Arbeitnehmerfreizügigkeit mehr. Wer im Vereinigten Königreich arbeiten oder dauerhaft leben möchte, benötigt grundsätzlich eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis. Die häufigste Option für Fachkräfte ist das Skilled Worker Visa.
Das Land zeichnet sich durch große regionale Unterschiede aus. Während London einer der bedeutendsten Finanz- und Technologiestandorte der Welt ist, bieten Regionen wie Nordengland, Wales oder Schottland oftmals günstigere Lebenshaltungskosten und eine höhere Wohnraumverfügbarkeit.
Großbritannien in Kürze
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England, Großbritannien oder Vereinigtes Königreich?
Viele Auswanderer verwenden die Begriffe synonym, tatsächlich bestehen jedoch wichtige Unterschiede:
- England ist lediglich einer der vier Landesteile.
- Großbritannien umfasst die Hauptinsel, auf der England, Schottland und Wales liegen.
- Vereinigtes Königreich (United Kingdom) ist der souveräne Staat, der England, Schottland, Wales und Nordirland umfasst.
Unsere DIA-Länderexpertin für England
Bei einer Auswanderung nach England kommt man an dem Thema Brexit nicht vorbei. Und genau das macht eine Planung und Vorbereitung noch komplizierter, als es sowieso schon ist. Dabei ist England bei deutschen Auswanderern und Expats seit jeher sehr beliebt. Um mögliche Hürden aus dem Weg zu schaffen, haben wir mit einer erfahrenen Auswanderin die perfekte Ansprechpartnerin für jegliche Fragen gefunden.
Katie selbst ist bei ihrer Auswanderung kurz nach der Jahrtausendwende ziemlich auf sich allein gestellt gewesen. Nun lebt sie seit vielen Jahren mit ihrem Mann und Kindern an der Südküste Englands. Ihre Auswanderung hat sie auch beruflich genutzt und arbeitet heute vor allem im Großraum London und im Raum Oxford mit technischen und wissenschaftlich geprägten Unternehmen, insbesondere aus Raumfahrt, Verteidigung, Energie und Kernfusion, häufig an der Schnittstelle zwischen Deutschland und Großbritannien.
Bei Fragen können Sie sich jederzeit an Katie wenden.
Wie funktionieren Einreise und Aufenthalt?
Für touristische Aufenthalte benötigen deutsche Staatsangehörige zwar eine elektronische Einreiseerlaubnis (ETA), aber kein reguläres Visum. Für die Arbeitsaufnahme, ein Studium oder einen dauerhaften Umzug gelten jedoch die britischen Einwanderungsregeln.
Heißt konkret: Wer als Deutscher in Großbritannien arbeiten und leben will, braucht ein Visum.
Die wichtigste Aufenthaltserlaubnis für Fachkräfte ist das Skilled Worker Visa. Voraussetzungen dafür sind unter anderem:
- Arbeitsangebot eines zugelassenen Arbeitgebers
- Certificate of Sponsorship (CoS)
- ausreichende Englischkenntnisse
- Erfüllung der jeweiligen Gehaltsanforderungen
Nach fünf Jahren kann unter bestimmten Voraussetzungen eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis beantragt werden.
ETA (Electronic Travel Authorisation)Die ETA ist eine elektronische Einreisegenehmigung für visumbefreite Kurzaufenthalte. Sie berechtigt nicht zur Arbeitsaufnahme oder zu einem dauerhaften Aufenthalt im Vereinigten Königreich. Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Reisen in der Regel eine ETA.
ILR (Indefinite Leave to Remain)Indefinite Leave to Remain ist die britische Niederlassungserlaubnis. Sie ermöglicht einen dauerhaften Aufenthalt ohne zeitliche Visumbefristung. Viele Inhaber eines Skilled Worker Visa können unter bestimmten Voraussetzungen nach fünf Jahren ILR beantragen. |
Welche Visa sind für deutsche Auswanderer besonders relevant?
Deutsche Staatsangehörige benötigen für eine längerfristige Arbeitsaufnahme in der Regel ein Visum.
Neben dem bereits genannten Skilled Worker Visa existieren weitere Aufenthaltstitel wie beispielsweise die folgenden:
- Health and Care Worker Visa (Pflege- und Gesundheitsberufe)
- Innovator Founder Visa (Unternehmer und Selbstständige)
- Global Talent Visa (hochqualifizierte Spezialisten)
- Student Visa (Studierende)
- Graduate Visa (nach dem Studium im Vereinigten Königreich bleiben)
Welche Kosten fallen für Visum und Einwanderung an?
Die Einwanderung nach Großbritannien ist in der Regel mit verschiedenen Gebühren verbunden. Die Kosten hängen von der gewählten Visumskategorie und der geplanten Aufenthaltsdauer ab.
Typische Ausgaben können umfassen:
- Visumgebühr
- Immigration Health Surcharge (IHS) für den Zugang zum NHS
- Kosten für Übersetzungen und Beglaubigungen
- gegebenenfalls Englisch-Sprachtests
Da die Gebühren regelmäßig angepasst werden, sollten Antragsteller die aktuellen Beträge vor der Antragstellung auf GOV.UK prüfen. Bei einem Umzug mit Partner und Kindern können die Gesamtkosten schnell mehrere Tausend Pfund betragen.
Kann ich die Familie mitnehmen?
Wer mit der Familie nach Großbritannien auswandern möchte, sollte die Regelungen zum Familiennachzug frühzeitig prüfen. Je nach Visum können Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder unter bestimmten Voraussetzungen ein sogenanntes Dependant Visa erhalten.
Die Bestimmungen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst. Insbesondere gelten für verschiedene Visakategorien unterschiedliche Voraussetzungen: Beim Skilled Worker Visa hängen die Möglichkeiten des Familiennachzugs unter anderem von der jeweiligen Visumskategorie und den aktuell geltenden Einwanderungsbestimmungen ab. Für Gesundheits- und Pflegeberufe wurden die Regelungen ebenfalls mehrfach geändert. Prüfen Sie also rechtzeitig vor Auswanderung, ob Ihre Familie mit Ihnen auswandern darf.
Schule und Kinderbetreuung
Für schulpflichtige Kinder stehen staatliche und private Schulen zur Verfügung. Das britische Schulsystem unterscheidet sich vom deutschen System und ist regional unterschiedlich organisiert. Staatliche Schulen sind grundsätzlich kostenfrei, sofern die jeweiligen Aufnahmevoraussetzungen erfüllt werden.
Kinderbetreuung wird unter anderem über Kindergärten, Vorschulen (Nursery Schools) und Childminder angeboten. Die Kosten können je nach Region und Betreuungsumfang erheblich variieren, insbesondere in London und Südostengland.
Was sollten Auswanderer allgemein über den britischen Arbeitsmarkt wissen?
Der britische Arbeitsmarkt unterscheidet sich in einigen Punkten vom deutschen System. Arbeitgeber legen häufig großen Wert auf praktische Berufserfahrung, nachweisbare Kompetenzen und Referenzen früherer Arbeitgeber.
Für Arbeitnehmer wichtig zu wissen:
- Die gesetzliche Mindesturlaubsdauer beträgt 5,6 Wochen beziehungsweise 28 Tage pro Jahr für Vollzeitbeschäftigte. Gesetzliche Feiertage (Bank Holidays) können darin bereits enthalten sein.
- Arbeitnehmer benötigen für Steuer- und Sozialversicherungszwecke eine National Insurance Number.
- Beiträge zur National Insurance bilden die Grundlage für Ansprüche auf bestimmte Sozialleistungen und die staatliche Rente.
- Die Arbeitsbedingungen und Zusatzleistungen unterscheiden sich je nach Branche und Arbeitgeber teilweise stärker als in Deutschland.
- Für viele reglementierte Berufe (z. B. im Gesundheitswesen, Recht oder Lehramt) ist eine formelle Anerkennung ausländischer Qualifikationen erforderlich, etwa über UK ENIC. Dieser Prozess kann einige Zeit in Anspruch nehmen und sollte frühzeitig eingeplant werden.
Bewerbung und Jobsuche
Bewerbungen erfolgen überwiegend digital. Üblicherweise werden verlangt:
- Lebenslauf (Curriculum Vitae, CV)
- Anschreiben (Cover Letter)
- Referenzen früherer Arbeitgeber
Zeugnisse und Diplomkopien werden häufig erst in späteren Bewerbungsphasen angefordert.
Wichtige Anlaufstellen für die Jobsuche sind:
- Indeed UK
- Reed
- Totaljobs
- CV-Library
- Glassdoor
- Karriereseiten britischer und internationaler Unternehmen
- Branchenspezifische Jobportale (z. B. für IT, Gesundheitswesen, Finanzen)
Ausgewandert nach Großbritannien
Christel erzählt von ihren Erfahrungen in Großbritannien, einschließlich der finanziellen Herausforderungen und der Jobsuche als Lehrerin.
In welchen Branchen bestehen die besten Jobchancen?
Das Vereinigte Königreich zählt weiterhin zu den größten Volkswirtschaften Europas und verfügt über einen vergleichsweise flexiblen Arbeitsmarkt. Für deutsche Auswanderer hat sich der Zugang zum britischen Arbeitsmarkt seit dem Brexit jedoch grundlegend verändert: Für die meisten Beschäftigungen ist heute ein Arbeitsvisum erforderlich.
Besonders gefragt sind Berufe, die für das Skilled Worker Visa zugelassen sind und regelmäßig auf den britischen Fachkräftelisten erscheinen. Dazu zählen unter anderem:
- Pflegefachkräfte und andere Gesundheitsberufe
- Ärzte und medizinische Fachkräfte
- Softwareentwickler und IT-Spezialisten
- Ingenieure verschiedener Fachrichtungen
- Lehrkräfte bestimmter Unterrichtsfächer
- Wissenschaftliche Fachkräfte und Forscher
Die konkreten Anforderungen und zugelassenen Berufskategorien veröffentlicht die britische Regierung fortlaufend im Rahmen des Skilled-Worker-Programms.
Gute Englischkenntnisse sind für nahezu alle qualifizierten Tätigkeiten Voraussetzung.
Muss ich Steuern im UK zahlen?
Ob Einkünfte in Großbritannien, Deutschland oder in beiden Ländern steuerpflichtig sind, hängt insbesondere vom steuerlichen Wohnsitz, der Aufenthaltsdauer und der Art der Einkünfte ab.
Die britische Steuerbehörde HMRC bestimmt die steuerliche Ansässigkeit anhand des sogenannten Statutory Residence Test (SRT). Dabei werden unter anderem die Anzahl der Aufenthaltstage sowie persönliche und berufliche Bindungen zum Vereinigten Königreich berücksichtigt. Die oft genannte 183-Tage-Regel spielt dabei eine wichtige Rolle, ist aber nicht das alleinige Entscheidungskriterium.
Um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden, haben Deutschland und das Vereinigte Königreich ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen. Es regelt unter anderem die Besteuerung von Arbeitslohn, Renten, Kapitalerträgen und Mieteinnahmen.
Auch nach dem Umzug können bestimmte Einkünfte weiterhin in Deutschland steuerpflichtig sein, beispielsweise Mieteinnahmen aus einer deutschen Immobilie. Für Rentner gilt: Die Besteuerung deutscher gesetzlicher, betrieblicher oder privater Renten kann je nach Rentenart und individueller Situation unterschiedlich ausfallen.
Tipp: Wer Immobilien, Kapitalanlagen oder Rentenansprüche in Deutschland besitzt, sollte die steuerlichen Folgen eines Wegzugs bereits vor der Auswanderung prüfen und gegebenenfalls steuerlichen Rat einholen.
Wie funktionieren Sozialversicherung und Gesundheitswesen?
Das britische Sozialversicherungssystem basiert auf den sogenannten National Insurance Contributions (NICs). Arbeitnehmer und Selbstständige zahlen Beiträge, die unter anderem der Finanzierung bestimmter Sozialleistungen und der staatlichen Rente dienen.
Leistungen der National Insurance
- staatliche Altersrente
- Arbeitslosenleistungen
- Mutterschaftsleistungen
- bestimmte Sozialleistungen
Jede versicherte Person erhält eine persönliche National Insurance Number.
Haben Auswanderer Zugang zum NHS?
Das staatliche Gesundheitssystem NHS (National Health Service) wird überwiegend steuerfinanziert. Personen mit entsprechenden Aufenthaltsrechten beziehungsweise Visuminhaber, die den Immigration Health Surcharge entrichten, erhalten in vielen Fällen Zugang zu medizinischen Leistungen.
Der Hausarzt (General Practitioner, GP) fungiert meist als erster Ansprechpartner und übernimmt die Koordination weiterer Behandlungen.
Viele Expats entscheiden sich zusätzlich für eine private Kranken- oder Gesundheitsversicherung. Diese kann beispielsweise einen schnelleren Zugang zu Fachärzten, kürzere Wartezeiten oder Leistungen abdecken, die über die Versorgung des NHS hinausgehen.
NHS (National Health Service)Der NHS ist das staatliche Gesundheitssystem des Vereinigten Königreichs. Er wird überwiegend aus Steuermitteln finanziert und bietet Zugang zu medizinischer Grundversorgung, Hausärzten, Krankenhäusern und weiteren Gesundheitsleistungen. |
Internationale Krankenversicherung
Eine private Auslandskrankenversicherung schützt Sie vor Krankheitskosten im Ausland. Sie können sich im Ausland oder in Deutschland behandeln lassen - ganz nach Ihrer Wahl.
Haben Auswanderer Anspruch auf britische Rente?
Wer nach Großbritannien auswandert, sollte sich frühzeitig mit seinen Rentenansprüchen beschäftigen. Trotz Brexit werden Versicherungszeiten aus Deutschland und Großbritannien unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin bei der Rentenberechnung berücksichtigt.
Für deutsche Auswanderer gilt:
- Bereits erworbene Rentenansprüche in Deutschland bleiben grundsätzlich erhalten.
- Beschäftigungszeiten im Vereinigten Königreich können bei der Prüfung von Mindestversicherungszeiten berücksichtigt werden.
- Deutsche und britische Renten werden in der Regel getrennt ausgezahlt.
- Wer in beiden Ländern gearbeitet hat, kann Ansprüche aus beiden Rentensystemen erwerben.
Die britische State Pension basiert auf den gezahlten National-Insurance-Beiträgen und setzt eine ausreichende Anzahl an Beitragsjahren voraus.
Vor einer dauerhaften Auswanderung kann eine Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung oder einem spezialisierten Berater sinnvoll sein. Außerdem sollten Nachweise über Versicherungszeiten und National-Insurance-Beiträge dauerhaft aufbewahrt werden.
Wie funktioniert der Wohnungsmarkt?
Der britische Wohnungsmarkt gehört in vielen Regionen zu den teuersten Europas. Besonders London und Südostengland weisen sehr hohe Miet- und Kaufpreise auf.
Die durchschnittliche Miete in London ist mit ca. 2.250 £ pro Monat fast dreimal so hoch wie im Nordosten Englands. Selbst innerhalb Londons sind die Unterschiede erheblich. Im Bezirk Kensington and Chelsea wurden Anfang 2026 durchschnittlich 3.628 £ monatliche Mieten verzeichnet.
Manchester, Liverpool, Glasgow, Cardiff oder Belfast bieten häufig ein deutlich günstigeres Verhältnis von Einkommen und Wohnkosten als die britische Hauptstadt. Die regionalen Durchschnittsmieten liegen dort überwiegend zwischen 770 £ und 1.020 £ monatlich.
Außerhalb Londons gehören Universitätsstädte wie Oxford zu den teuersten Wohnorten. Dort lag die durchschnittliche Miete Anfang 2026 bei rund 1.937 £ pro Monat.
Wohnungssuche und Mietverträge
Der britische Wohnungsmarkt ist insbesondere in Ballungsräumen stark umkämpft. Wer eine Wohnung mieten möchte, sollte die erforderlichen Unterlagen möglichst vollständig vorbereiten.
Für Mietverträge werden in der Regel folgende Nachweise verlangt:
- Identitätsnachweis (Reisepass, gegebenenfalls Visum oder Aufenthaltsdokument)
- Nachweis des Aufenthaltsrechts im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Right-to-Rent-Checks
- Einkommensnachweise
- Arbeitsvertrag oder Arbeitgeberbestätigung
- Referenzen früherer Vermieter
- Kaution (Deposit)
Der Right-to-Rent-Check ist in England gesetzlich vorgeschrieben. Vermieter müssen dabei prüfen, ob ein Mietinteressent berechtigt ist, im Vereinigten Königreich zu wohnen. Der Nachweis erfolgt je nach Aufenthaltsstatus entweder durch Vorlage entsprechender Dokumente oder über ein digitales Verfahren mittels Share Code.
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Großbritannien?
Die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich innerhalb des Vereinigten Königreichs deutlich. Während London zu den teuersten Städten Europas zählt, sind viele Regionen in Nordengland, Wales, Schottland und Nordirland spürbar günstiger. Für Auswanderer sind die Wohnkosten in der Regel der wichtigste Kostenfaktor.
Die durchschnittlichen monatlichen Mieten lagen laut dem ONS (Office for National Statistics) im August 2026 bei 1.459 £ in England, 1.013 £ in Schottland und 846 £ in Wales. In Nordirland betrug die durchschnittliche Monatsmiete zuletzt 874 £.
Orientierungswerte Lebenshaltungskosten für Single-Haushalte:
- London und Südostengland: meist 2.500 bis 4.000 £ pro Monat
- Übriges England: meist 1.700 bis 2.700 £ pro Monat
- Schottland: meist 1.500 bis 2.300 £ pro Monat
- Wales und Nordirland: meist 1.400 bis 2.100 £ pro Monat
Die tatsächlichen Ausgaben hängen stark von Wohnort, Wohnsituation und individuellem Lebensstil ab. Insbesondere die Mietpreise können innerhalb derselben Region erheblich variieren. London liegt beim Preisniveau deutlich über dem britischen Durchschnitt.
Wie ist das Klima?
Das britische Klima wird stark vom Atlantik beeinflusst.
Charakteristisch sind:
- milde Winter
- mäßig warme Sommer
- häufig wechselhaftes Wetter
- regelmäßige Niederschläge
Regionale Unterschiede:
- Südengland meist trockener und sonniger
- Schottland und Wales niederschlagsreicher
- Nordschottland deutlich kühler
Hitzeextreme wie in Südeuropa sind selten.
Was prägt die Kultur und den Alltag?
Großbritannien besitzt eine ausgeprägte Alltagskultur, die oft von Höflichkeit und Zurückhaltung geprägt wird.
Typische Merkmale:
- Pub-Kultur
- indirekte Kommunikation
- Wert auf Höflichkeit und Understatement
Der traditionelle Afternoon Tea spielt kulturell weiterhin eine Rolle, auch wenn er heute eher gepflegte Tradition als tägliche Gewohnheit ist.
Die britische Küche hat sich durch internationale Einflüsse stark verändert. Neben Klassikern wie Fish and Chips oder Sunday Roast prägen heute indische, pakistanische, afrikanische und asiatische Einflüsse das kulinarische Angebot.
Welche Freizeitmöglichkeiten bietet Großbritannien?
Das Vereinigte Königreich bietet vielfältige Freizeit- und Naturerlebnisse.
Beliebte Aktivitäten:
- Wandern in den Scottish Highlands
- Nationalparks wie Lake District oder Snowdonia
- Küstenwanderungen in Cornwall
- Städtereisen nach London, Edinburgh oder Liverpool
- Theaterbesuche im Londoner West End
- Fußball der Premier League
- Burgen, Schlösser und historische Herrenhäuser
FAQ zum Auswandern nach Großbritannien
Nein. Seit dem Brexit benötigen deutsche Staatsangehörige grundsätzlich eine passende Aufenthaltserlaubnis beziehungsweise ein Arbeitsvisum.
Für qualifizierte Arbeitnehmer ist das Skilled Worker Visa die wichtigste Einwanderungskategorie.
Ja. Sie wird für Beschäftigung, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge benötigt.
Viele medizinische Leistungen werden über das NHS-System bereitgestellt. Je nach Aufenthaltsstatus und Visum gelten jedoch unterschiedliche Voraussetzungen.
