Geldtransfer ins Ausland

Überweisungen zwischen In- und Ausland

Wer Geld zwischen dem In- und dem Ausland transferieren will, hat es schwer. Bargeld ist keine Lösung und das öffentliche Bankensystem macht es häufig komplizierter als nötig. Ein Bankkonto im Ausland zu eröffnen, ist noch die geringste Hürde. Hier ein paar einfache und günstige Möglichkeiten, wie man Geld ins Ausland senden oder von dort überweisen kann.

Überweisung per Bank
Normale Banküberweisungen dauern oft lange und ausländische Banken außerhalb des SEPA-Raums sind nicht immer zuverlässig. Zudem kann es Probleme geben, wenn Geld aus dem Ausland nach Deutschland (BIC, SWIFT, IBAN) überwiesen werden soll. In der Eurozone denken viele nicht darüber nach, wie umständlich Überweisungen in Länder mit anderen Währungen sein können. Die täglichen Schwankungen der Devisenkurse können bei größeren Summe hohe Kosten verursachen. Zusätzlich fallen Überweisungsgebühren an, meist zwischen 15 und 80 Euro.

Online-Alternativen
Online-Alternativen für den Geldtransfer sind stark gefragt: Sie bieten häufig neben der Überweisung auch zusätzliche Services an, zum Beispiel die Auszahlung von Bargeld vor Ort. Aber hier gilt: Je abgelegener das Land, desto höher die Gebühren und desto weniger Services werden angeboten. Der Umrechnungskurs ist ein wichtiger Kostenfaktor bei den Online-Dienstleistern. Egal, ob bekannt und etabliert oder neu auf dem Markt: Kostentransparenz wird bei allen groß geschrieben. Wer lieber etwas mehr Gebühren zahlt, aber den neuen Wettbewerbern nicht vertraut, sollte sich an TransferWise, Western Union oder MoneyGram halten.

TransferWise wirbt, wie einige andere Dienstleister auch, den echten und aktuellen Devisenmittelkurs zu berechnen. So sind Kosten und übermittelte Geldsumme stets transparent. Nach einer kurzen Online-Registrierung kann das Geld per Kreditkarte oder Direktüberweisung transferiert werden. Der Empfänger zahlt bei einer Barauszahlung vor Ort keine Gebühren. Der Sender hingegen zahlt zwischen 0,5 und 2 Prozent der überwiesenen Summe. Diese Gebühren sind deutlich niedriger als bei herkömmlichen Banken. Auch bei hohen Summen kann dieser Dienst genutzt werden – bis zu 1,2 Millionen Euro können das Konto wechseln. Wichtig zu wissen: Überweisungen ins Ausland ab einer Höhe von 12.500 Euro müssen beim Allgemeinen Meldeportal Statistik (AMS) angemeldet werden.

Ein alter Bekannter ist Western Union. Auch dort wird online von der Kreditkarte oder dem Bankkonto überwiesen. Danach kann an fast 500.000 Standorten weltweit Geld abgehoben werden oder die Summe wird auf ein Bankkonto überwiesen. Auch hier wird eine Gebühr erhoben, die direkt bei Abbuchung anfällt. Bei einer Bargeldabholung, kann das Geld am Western-Union-Standort innerhalb von wenigen Minuten abgeholt werden. Hier liegt die Obergrenze bei 1.000 Euro pro Überweisung bzw. bei 5.000 Euro nach einer vorherigen Legitimation.

MoneyGram hat mehrere Vorteile: Zum einen können Überweisungen an über 350.000 Standorten weltweit in bar entgegengenommen werden. Zum anderen ist das Geld bei einer Abholung vor Ort innerhalb weniger Minuten vorhanden. Es ist also fast ein Transfer in Echtzeit. Zur Abholung benötigt man nur den Personalausweis und die passende Referenznummer. Solch ein Service hat dann aber seinen Preis und in entlegenen Ländern können Transaktionen auch schon mal 34 Euro kosten. Je nach Höhe der Transfersumme sind diese Gebühren aber zu verschmerzen. Weitere Optionen, wie Überweisung aufs Konto oder Mobiltelefon, sind ebenfalls verfügbar.

Auch PayPal gehört mit zu den bekannten Dienstleistern und hat sich in den letzten Jahren auf dem Markt etabliert. Der Geldtransfer ist einfach und unter Privatpersonen innerhalb der EU kostenfrei. Jedoch kann man sich Guthaben nicht direkt bar auszahlen lassen. Für eine Geldsendung ist also ein Bankkonto zwingend erforderlich. Wenn eine Kreditkarte verwendet wird, zahlt der Sender 1,9 Prozent plus 35 Cent pro Transaktion. Wer Geld an Freunde und Familie außerhalb der EU senden möchte, muss Gebühren abhängig von Zahlungsquelle, Empfängerland und Währung zahlen.

Ein noch recht junges Unternehmen (2011 gegründet) ist Azimo. Der Dienst ist vor allem recht kostengünstig. Die Gebührenhöhe hängt dabei vom Empfängerland und der Auszahlungsmethode ab. Die exakte Höhe und auch der aktuelle Wechselkurs können vor Kontobelastung geprüft werden. Versteckte Kosten gibt es also nicht. Der Nutzer kann zwischen Überweisung auf ein Bankkonto, Bargeldabholung oder Handyaufladung wählen. Die Möglichkeiten sind vom Empfängerland abhängig. In vielen Ländern ist noch keine Barauszahlung möglich. 

Wer von einer Kreditkarte Geld transferieren möchte, hat ein Limit von 3.500 Euro. Die Zahlung per Banküberweisung ist unbeschränkt. Wichtig zu wissen: Derzeit kann nur aus europäischen Ländern Geld angewiesen werden.

Die Nutzung von Xendpay unterscheidet sich kaum von Azimo. Auch hier kann online Geld überwiesen oder auf eine mobile Geldbörse transferiert werden. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Nach Verifizierung können pro Transaktion bis zu 100.000 Euro überwiesen werden – bei Kreditkartenzahlung bis zu 5.000. Der große Unterschied: Neben den anfallenden Gebühren der Kreditkartenanbieter zahlt jeder nur das, was ihm der Dienst wert ist. Das System macht zwar einen Vorschlag zu Gebühren, den man aber erhöhen oder verringern kann. Eine gute Idee, die – wenn es die Nutzer zulassen – auch lange erfolgreich bleiben kann.

 

 

Mit WorldRemit kann ebenfalls weltweit Geld gesendet und empfangen werden. Hier ist eine Barabholung möglich. Ein ganz besonderer Service: Menschen auf den Philippinen bekommen das Geld auf Wunsch auch bis an die Haustüre geliefert. Wie bei vielen anderen Online-Dienstleistern kann das Geld selbst nicht bar eingezahlt werden, dafür aber via Kredit- oder Prepaidkarte, Überweisung oder auch per Direktüberweisung mit SOFORT; iDEAL und Interac. Die Gebühren sind je nach Land unterschiedlich. Wer mehr als 1.000 Euro senden möchte, muss seine Identität gesondert nachweisen.

Mit dieser Alternative ist es ebenso möglich, Geld für wenig Gebühren zu transferieren. Die Kosten belaufen sich auf ungefähr drei Euro pro Transaktion. Auch hier ist eine Barauszahlung vor Ort nicht möglich.

Und natürlich gibt es auch Apps, die den (Geld-)Transfermarkt aufmischen. Mit Uphold können (Online-)Währungen in Echtzeit kostenlos zwischen Nutzern transferiert werden. Eine Barauszahlung oder direkte Zahlung auf ein Bankkonto ist nicht möglich. Wer Geld auf seinem "Cloudkonto" gespeichert hat, kann dieses auch auf ein "Offline-Konto" überweisen, dann aber nicht in Echtzeit. Vor allem Bitcoins und andere Online-Währungen sind hier sehr beliebt. So kann man jeder Person rund um die Uhr weltweit Geld transferieren. Mit der App kann zudem auch online gezahlt werden.

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