Arbeitsmedizinische Vorsorge

Vorsorge vor dem beruflichen Auslandsaufenthalt

Wer bei einem Arbeitsaufenthalt im Ausland besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt ist, sollte vor seiner Abreise eine ärztliche Beratung und arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Vor allem wer in den Tropen oder Subtropen und einigen südosteuropäischen bzw. asiatischen Ländern arbeiten will, muss mit schlechten klimatischen, hygienischen und medizinischen Verhältnissen rechnen.

Schon bei einem Auslandsaufenthalt von einem Tag ist eine arbeitsmedizinische Beratung erforderlich. Unternehmen bzw. Betriebsärzte sollten ihren Mitarbeitern rechtzeitig notwendige Hinweise je nach deren Einsatzort geben. Am besten erfolgt die Behandlung durch einen Arzt mit besonderen Fachkenntnissen über die besonderen Belastungen und die ärztliche Versorgung am Arbeitsort. Ein fachkundiger Mediziner ist ein Tropenmediziner oder ein Arbeitsmediziner mit Zusatzausbildung (z. B. durch BG-Ermächtigung G35 oder durch ein fünftägiges Curriculum beim CRM). Für die Beratung stellt der Arzt eine Bescheinigung aus und gibt ggf. Empfehlungen zu Zusatzleistungen, Dauer der Gültigkeit und Regeln bei Rückkehr mit Erkrankung oder Erkrankungsverdacht. Mitreisende Familienmitglieder haben gleiche Ansprüche auf eine Beratung bzw. Untersuchung und sollten dies auch wahrnehmen.

Kosten trägt der Arbeitgeber

Bei starken körperlichen Einschränkungen, großen äußeren Belastungen oder Gefahren am Einsatzort oder wenn der Arbeitseinsatz insgesamt mehr als drei Monate pro Jahr beträgt, ist eine ärztliche Untersuchung verpflichtend, um die möglichen gesundheitlichen und klimatischen Belastungen festzustellen und die erforderliche körperliche und psychische Eignung zu überprüfen (Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung vom 18.12.2008). Diese Untersuchung sollte duch den qualifizierten Betriebsarzt gemacht werden. Ein Teil der Kosten können sich der Betrieb bzw. der Versicherte von der gesetzlichen Krankenversicherung erstatten lassen. Falls die Kosten für die Untersuchung sowie für Prophylaxe und benötigte Impfungen (z. B. Tetanus-Impfung) nicht von der GKV bezahlt werden, muss in der Regel das entsendende Unternehmen die Kosten übernehmen. Dauert der Aufenthalt länger als ein Jahr, ist eine Nachuntersuchung spätestens acht Wochen nach der Rückkehr notwendig. Auch wenn Mitarbeiter im Ausland erkranken oder nicht sicher sind, ob sie einen chronischen Infekt oder Dauerschaden im Verborgenen mitgebracht haben, können sie innerhalb von sechs Wochen nach der Rückkehr die Berufsreisefolgen abklären und dokumentieren lassen.

Auf Nummer sicher gegenüber der Unfallversicherung

Gesunde Menschen können sich in der Regel an klimatische Besonderheiten anpassen. Vorsichtig muss man allerdings bei Herz-/Kreislauferkrankungen, Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Bluthochdruck oder Operationen sein. Bei besonderen individuellen Risiken sollten weitere Untersuchungen wie EKG, Urintest und Laboruntersuchung durchgeführt werden. Die Dokumentation dient auch dazu, die Unfallversicherung in die Pflicht zu nehmen, sollte es zu Erkrankungen mit Dauerschäden kommen. Auch noch Jahre später können Krankheitssymptome erstmalig auftreten, z. B. bei Malaria, HIV, Tollwut etc.

Weitere Informationen finden Sie unter www.tropenberatung.de

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