Expat-Ländersteckbrief Südafrika

Herrliche Landschaft mit Küsten, Bergen und Wüste

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Südafrika ist bekannt für seine frühere Apartheid-Politik, die herrliche Landschaft mit Küsten, Bergen, Wüste und Subtropen und seine reichen Bodenschätze. Das Land verfügt über eine gute wirtschaftliche Entwicklung und gute Lebensbedingungen.

Land und Einwohner

In Südafrika leben Menschen aller Hautfarben und Kulturen. Deshalb wird das Land oft als "Regenbogennation" bezeichnet. Die Südafrikaner sind sehr gastfreundlich und das Land bietet für Einwanderer eine hohe Lebensqualität. Durchschnittlich scheint die Sonne 8,5 Stunden am Tag. Südafrikas Küstenlinie dehnt sich über mehr als 2.500 km aus, Atlantik und indischer Ozean bieten eine sehr gute Wasserqualität und schöne Strände. Südafrika ist eine parlamentarische Republik mit Regierungssitz in Pretoria, dem Parlament in Kapstadt und dem Obersten Berufungsgericht in Bloemfontein. Die größte Stadt des Landes ist Johannesburg. Südafrika ist mit 1.219.000 Quadratkilometern mehr als dreimal mal so groß wie Deutschland. Das Land hat 11 offizielle Landessprachen, darunter Englisch und Afrikaans. Deutsch gehört zu einer von 14 verfassungsmäßig geförderten Sprachen. 80 Prozent der 53 Millionen Einwohner sind Christen. Bis zum Jahr 1991 teilte die südafrikanische Verfassung die Bevölkerung in vier Klassen: Schwarze, Weiße, Farbige und Asiaten. Der Anteil der Weißen an der Gesamtbevölkerung beträgt etwa neun Prozent, hauptsächlich Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer und britischer Einwanderer.

Geschichte

1652 errichteten die Holländer am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation, 1806 gründeten die Briten die Kap Kolonie. Um sich dem Einfluss der Briten zu entziehen, wichen die Buren ins Hinterland aus. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die weiße Minderheit unter Führung der National Party ihre Macht festigen und die Apartheidstrukturen ausbauen. Südafrika erlebte in den 1960er-Jahren einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg und wurde als einziges Land des afrikanischen Kontinents zur Ersten Welt gezählt. Investitionen flossen ins Land und zahlreiche ausländische Unternehmen gründeten wegen der billig verfügbaren Arbeitskräfte eigene Niederlassungen. Der erwirtschaftete Wohlstand kam der weißen Bevölkerungsminderheit zugute. Das Ende der Apartheid Anfang der Neunzigerjahre brachte die rechtliche Gleichstellung aller Südafrikaner. Nationalfeiertag ist der 27. April, der "Freedom Day", der Tag der ersten freien Wahlen 1994.

Wirtschaft

Südafrikas Wirtschaft verfügt über ein gut entwickeltes Finanz- und Rechtssystem und eine gute Infrastruktur. Südafrika hat das höchste Bruttosozialprodukt aller afrikanischen Staaten. Das Land hat eine Vielzahl an Bodenschätzen wie Chrom, Kohle, Eisenerz, Mangan, Nickel, Uran etc. Die Entdeckung von Diamanten und Gold Ende des 19. Jahrhunderts machte Südafrika reicht; 40 bis 50 Prozent der Exporterlöse rühren aus Bodenschätzen. Wirtschaftlich von Bedeutung sind auch die Herstellung von Kraftfahrzeugen, die Zulieferindustrie sowie die Textil- und Telekommunikationsindustrie. Gut entwickelt ist der Finanz-, Kommunikations-, Energie- und Transportsektor. Das Bruttoinlandsprodukt wird zu zwei Dritteln im Dienstleistungssektor und zu einem Drittel in der Industrie erwirtschaftet. Südafrika ist der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten weltweit. Produziert werden vor allem Getreide, Mais und Weizen, Zuckerrohr, Obst und Gemüse, Fleisch und Wein. Die hohe Arbeitslosigkeit (25 Prozent) ist eine Folge der Apartheidpolitik.

Einreisebedingungen

Zur Zeit der Apartheid bestanden enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Südafrika. Europäer waren gern gesehene Einwanderer. Heute verlassen gut qualifizierte Afrikaner das Land. Dennoch bietet Südafrika noch gute Möglichkeiten, dort zu leben. Aufenthaltsgenehmigungen (Permits) und Visa für Südafrika werden vom Department of Home Affairs ausgestellt. Eine Aufenthaltserlaubnis erhält, wer Familie oder Lebensgefährten im Land hat oder einheiratet. Rentner haben es ebenfalls relativ einfach. Arbeitnehmer, die über eine passende Qualifikation verfügen, erhalten eine Arbeitserlaubnis, wenn eine offene Stelle im Betrieb nicht mit einem Südafrikaner besetzt werden kann. Alle anderen sind gern gesehen, sofern sie finanziell unabhängig sind oder als Unternehmer im Land investieren wollen. Ansprechpartner ist die Botschaft der Republik Südafrika in Berlin.

Sicherheit

Kriminalität ist nach wie vor ein Problem. Bis man sich gut auskennt, sollte man etwas vorsichtiger sein. Einige Innenstadtgebiete sollte man meiden, nachts ohnehin. Deshalb wohnen viele wohlhabende Südafrikaner aller Hautfarben in Vororten, den sogenannten Compounds. Die Viertel haben eine eigene Infrastruktur mit Geschäften und Schulen, sind mit hohen Zäunen abgesperrt und werden rund um die Uhr von privaten Sicherheitsdiensten bewacht. Ineffizienz und Korruption bei Polizei und Justiz sind ebenfalls ein Problem.

Leben und Arbeiten

Südafrika hat aufgrund seiner historischen Entwicklung und ethnischen Vielfalt keine einheitliche Kultur. Die Lebensgewohnheiten der weißen Bevölkerung sind Westeuropa oder Nordamerika sehr ähnlich, allerdings ticken die Uhren etwas langsamer. Viele Deutsche haben sich in ländlichen Regionen angesiedelt und betreiben Landwirtschaft. Andere gehen praktischen oder technischen Berufen wie Automechaniker, Elektriker oder Installateur nach. Ausgebildete Arbeitskräfte haben gute Jobaussichten, denn es mangelt an heimischen Facharbeitern. Gesucht werden Ingenieure und Mediziner, aber auch Handwerker sowie medizinisches und touristisches Personal. Zu den 15 gesetzlichen Urlaubstagen kommen zwölf Feiertage. Die Gehälter liegen allerdings deutlich unter dem europäischen Niveau, die Lebenshaltungskosten sind dafür meist günstiger. Man kann sich an eine Jobvermittlung wenden, www.germanplacements.co.za vermittelt zum Beispiel deutsche Muttersprachler an deutsche oder internationale Unternehmen. Beim Jobvermittlungsportal www.gumtree.co.za kann man sich ebenfalls nach Angeboten umsehen.

Gesundheitswesen und Sozialversicherung

Die Sozialversicherung in Südafrika hat zwar nicht den gleichen Standard wie in der Bundesrepublik, aber es gibt zumindest eine Grundsicherung mit Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Kranken- und Rentenversicherungen sind privat organisiert, Arbeitgeber beteiligen sich häufig an den Beiträgen. Jeder Südafrikaner oder dauerhaft Ansässige hat das Recht auf kostenfreie Krankenhilfe. Wer diesen Status nicht hat oder eine Versorgung nach europäischem Standard möchte, der sollte eine private Krankenversicherung abschließen. Wer in Südafrika lebt (mehr als 91 Tage im Jahr), muss sein gesamtes Einkommen dort versteuern. Wer weniger Zeit dort verbringt, versteuert nur sein südafrikanisches Einkommen. Seit 1975 besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Südafrika. Es gibt eine Umsatzsteuer in Höhe von 14 Prozent.

Freizeit

Was wohl alle Südafrikaner eint, ist die Liebe zum Fleisch. Auf keinen Fall abschlagen sollte man daher eine Einladung zum Braai, der südafrikanischen Variante des Barbecues. Gegrillt wird eigentlich immer, ob Steaks, Hähnchenschlegel oder Boerewors - eine lecker gewürzte Bratwurstrolle aus Rinder- und Hammelfleisch. Aber auch Exoten wie Straußen- oder Krokodilfleisch kommen mitunter auf den Rost. Beliebt ist auch Biltong, getrocknetes Wildfleisch als Snack für zwischendurch. Beim Sport spielen wie in vielen ehemaligen britischen Kolonien Rugby und Cricket die - mit Abstand – wichtigste Rolle, zumindest für die weiße Bevölkerung. In der schwarzen Bevölkerung ist der Fußball seit vielen Jahren die populärste Sportart.

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