Expat-Ländersteckbrief Mexiko

Land mit gelebten Traditionen

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Die Mexikaner gelten als stolzes, aber auch sehr freundliches Volk. Das beruht auf ihrer Geschichte, aber auch auf den überall gelebten Traditionen. Für Auswanderer sind das entscheidende Gründe, warum Mexiko 2015 auch auf Rang 2 der besten Länder für Expats gewählt wurde.

Für Reisende sind die Landschaften mit ihren weißen Stränden und die Ruinen der Maya und Azteken ein Magnet. Wer ein Land sucht, in dem das gemeinsame Leben und Feiern groß geschrieben wird, und keine Angst vor wirtschaftlichen und bürokratischen Herausforderungen hat, der kann hier sehr glücklich werden.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Export in die USA ist neben dem Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor und macht über 25 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus. Zu den Exportgütern zählen vor allem Industrieerzeugnisse sowie Silber, Früchte, Gemüse, Kaffee, Alkohol und Tabak. Fast 60 Prozent der Mexikaner sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, mehr als ein Viertel in der Industrie. 18 Prozent arbeiten in der Landwirtschaft, die jedoch weniger als fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet.

Blickt man auf die Arbeitslosenquote, dann erscheint Mexiko als ein wirtschaftlich starkes Land. Diese liegt 2015 bei gerade einmal 4,25 Prozent. Doch die Arbeitsbedingungen und der niedrige Lohn relativieren die Zahl. Fast die Hälfte aller Mexikaner lebt an oder unter der Armutsgrenze. Die Regierung bemüht sich jedoch, den Niedriglohnsektor zu bekämpfen.

Arbeitsvertrag hilft bei Einwanderung

Wer nach Mexiko einwandern möchte, muss bei Antragsstellung einen Arbeitsvertrag und eine Bestätigung des Arbeitgebers vorweisen, dass die Stelle nicht mit einem Mexikaner besetzt werden konnte. Daran scheitern oftmals Einwanderungen. Als Ausnahme gilt die Riviera Maya. Hier erhalten Einwanderungswillige ihre Erlaubnis auch, wenn sie eine Stelle im Tourismus suchen. Der Arbeitgeber muss die Aufenthaltserlaubnis jährlich verlängern lassen.

Wer nur Urlaub in Mexiko machen möchte, benötigt einen Reisepass mit sechsmonatiger Gültigkeit sowie ein Visum. Eine Besonderheit ist die Touristenkarte (FMM - Forma Migratoria Múltiple), die oft zusätzlich erforderlich ist. Diese kann Touristen für 30, 90 oder 180 Tage ausgestellt werden.

Fachkräfte sind gefragt

Unbefristete Arbeits- oder Aufenthaltsgenehmigungen (Temporary/Permanent Residents) sind für Ausländer nur schwer zu erhalten: Grundsätzlich müssen freie Stellen zunächst an Mexikaner vergeben werden und insgesamt ist der Ausländeranteil in Unternehmen auf 10 Prozent begrenzt. Wer illegal arbeitet, dem drohen die sofortige Ausweisung und ein zweijähriges Einreiseverbot. Gute Chancen haben hoch qualifizierte Fachkräfte mit technischen Hintergrund und spanischen Sprachkenntnissen. Auch Lehrer für Deutsch oder Englisch können sich Hoffnung auf eine Arbeitserlaubnis machen. Abstriche müssen meist bei den Arbeitsgehältern gemacht werden. Durch die geringen Lebenshaltungskosten relativiert sich das jedoch wieder.

Staatliche Absicherung auf niedrigem Niveau

Wer in Mexiko krank wird, kann grundsätzlich auf ein ordentliches Gesundheitswesen bauen. Arzneimittel werden häufig ohne Rezept verkauft und kleine Verletzungen oder Erkrankungen werden auch schon vom Apotheker behandelt. Sowohl staatliche als auch private medizinische Einrichtungen sind in größeren Städten ausreichend vorhanden. In ländlichen Regionen dagegen ist die Versorgung oft schlecht bis katastrophal.

Es gibt kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland. Für Deutsche, die in Mexiko leben und arbeiten, empfiehlt es sich, eine internationale Krankenversicherung abzuschließen, auch da die staatlichen Arztpraxen und Krankenhäuser oftmals überlaufen sind. Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung ist ebenfalls ratsam.

Warum? In der mexikanischen Krankenversicherung herrscht ein Dreiklassensystem: El Instituto Mexicano del Seguro Social, IMSS, sowie das Insitut für soziale Sicherheit und Sozialleistungen für Staatsbedienstete (El Instituto de Seguridad y Servicios Sociales para los Trabajadores del Estado, ISSSTE, stehen allen Mexikanern offen und bieten Renten- sowie Krankenversicherungen. Die Beiträge der staatlichen Sozialversicherung werden prozentual vom Lohn bezahlt. Jedoch sind Pensions-, Kranken- oder Unfallversicherung nicht mit Deutschland zu vergleichen. Mitglieder der öffentlichen Systeme müssen sich auch in einem öffentlichen Krankenhaus versorgen lassen. Nur im Notfall können sie sich in einem privaten Krankenhaus behandeln lassen.

Gewalt und Straftaten an der Tagesordnung

Ein größeres Problem stellt die Kriminalitätsrate in Mexiko dar. Auch wenn Expats vor Ort von einem sicheren und unproblematischen Leben berichten, ist die Anzahl der Straftaten sehr hoch. Gewalt gegen Frauen, Überfälle durch "falsche Polizeikräfte" oder organisierte Kriminalität sind an der Tagesordnung. Das Auswärtige Amt rät allen, die einen Aufenthalt in Mexiko planen, sich im Vorfeld in der elektronischen Deutschenliste zu registrieren. So kann die Botschaft in Mexiko-Stadt in Krisensituationen schnell Kontakt aufnehmen. Darüber hinaus bietet das Auswärtige Amt aktuelle Sicherheitsinformationen auf seinen Seiten an.

Wer zahlt, bekommt gute Bildung

Kindern und Jugendlichen bietet Mexiko ein kostenloses staatliches Schulsystem. Doch auch die Mexikaner selbst schicken ihre Sprösslinge lieber auf Privatschulen. Die Lehrkräfte sind zumeist besser ausgebildet und die schulischen Angebote breiter aufgestellt. Eine dritte Möglichkeit sind ausländische bzw. internationale Schulen (bspw. Colegio Alemán). Hier werden Jugendliche bilingual unterrichtet und können europäisch anerkannte Abschlüsse erlangen. Die Kosten sind bei diesen Schulen aber am höchsten.

Für angehende Studenten gibt es in Mexiko ungefähr 3000 Hochschulen, davon circa 1000 staatliche und 2000 private. In der Qualität der Hochschulen gibt es durchaus große Unterschiede. Einige bieten aber gutes, internationales Niveau.

Viele Menschen, viele Unterschiede

Mexiko ist auf den amerikanischen Kontinenten das fünftgrößte Land mit nahezu zwei Millionen Quadratkilometern. Insgesamt leben dort ungefähr 120 Millionen Menschen, hauptsächlich mit römisch-katholischer Konfession. Amtssprache ist zwar Spanisch, aber es sind noch über 60 weitere indigene Sprachen als Nationalsprachen anerkannt.

Berge und Täler, Sonne und Regen

Aufgrund der Nord-Süd-Erstreckung und der großen Höhenunterschiede hat Mexiko über zehn verschiedene Klimazonen. Je nach Region kann es in Mexiko tropisch warm oder auch sehr kalt sein. So hat die Hauptstadt auf 2300 Metern nur eine Jahresdurchschnittstemperatur von 15°C. Auch die Regenzeit ist zu beachten: Von Mai bis November ist es in den warmen Regionen drückend schwül (zwischen 35 und über 40°C). Die Hurrikan-Saison von Juli bis Oktober betrifft vor allem die Halbinsel Yucatan. Mit Erdbeben muss ebenfalls immer wieder gerechnet werden. In der Trockenzeit (November bis April) ist Mexiko ein beliebtes Reiseland mit warmen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit. Klimatabellen für den jeweiligen Ort helfen Auswanderern, die passende Region zu finden.

"Lass uns feiern!"

Mexikaner sind stolz – auf ihr Land, ihre Traditionen und ihre Vergangenheit. So feiern sie auch ihre Fiestas gerne und ausgiebig. Der berühmte Día de los Muertos (Tag der Toten) ist einer der wichtigsten Feiertage. Diese Feste sind wie das Lebensgefühl in Mexiko: farbenfroh, außergewöhnlich und laut. Die gastfreundlichen Mexikaner suchen nicht lange nach einem Grund zum Feiern und heißen Besucher dazu meist herzlich willkommen.

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