Im Fokus: Marokko

In Afrika und doch ganz nah an Europa

Marokko liegt auf dem afrikanischen Kontinent, aber ist dennoch ganz nah an Europa. Doch nicht nur deshalb ist es bei Auswanderern und Urlaubern beliebt. Neben dem mediterranen Klima und den geringen Lebenshaltungskosten ist es vor allem die Lebensart, die viele Deutsche anzieht. Was macht Marokko aus?

Wunderschönes Marokko

In weniger als vier Stunden ist man mit dem Flugzeug von Frankfurt in Marokko (Agadir). Keine lange Zeit und schon ist man in einer anderen Welt.

Wetter

Das Wetter in Marokko ist vor allem an der Atlantikküste sehr einladend. Das gesamte Jahr über findet man hier meist Temperaturen zwischen 18 und 25 °C. Doch in der marokkanischen Wüste kann es deutlich heißer werden. So werden in den Städten im Landesinneren auch mal 38°C und mehr gemessen. Die trockene Hitze ist aber recht gut zu ertragen, wenn man sich entsprechend kleidet und den Sonnenschutz ernst nimmt.

Einreise und Arbeiten

Wer als Deutscher nach Marokko reisen will, benötigt kein Visum – außer er möchte länger als 90 Tage vor Ort bleiben. Bei einer geplanten Einwanderung müssen für die Aufenthaltsgenehmigung entsprechende Geldsummen vorgewiesen werden. Je nach Region um die 800 Euro (monatlicher Eingang) auf einem Konto. Die Aufenthaltsgenehmigung gilt dann für maximal 10 Jahre.

Ohne finanzielle Mittel ist ein längerer Aufenthalt aber auch nicht zu empfehlen. Das Sozialsystem leistet nur für marokkanische Landsleute und als Ausländer darf man auch nicht in marokkanischen Firmen arbeiten. Das würde ansonsten die Arbeitslosenquote (von ungefähr 9,5%) im Land deutlich erhöhen. Denn vor allem Jugendliche haben es schwer. Hier sind fast ein Viertel der jungen Menschen arbeitslos.

So ist Ausländern einzig eine selbstständige Tätigkeit erlaubt, um Geld zu verdienen. Mit einem eigenen Gewerbe ist dann auch die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis einfacher, da man nun Steuern an den Staat entrichtet und keinen monatlichen Geldeingang aus Deutschland auf seinem Konto benötigt. Die Steuersätze schwanken abhängig vom Einkommen zwischen 13 und 44 Prozent. Zudem gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, womit eine mehrfache Versteuerung vermieden werden kann.

Lebenshaltung

Die geringen Lebenshaltungskosten ermöglichen es einem, mit vergleichsweise wenig Geld in Marokko wirklich gut zu leben. Eine große Wohnung kostet oftmals nur ein Sechstel von dem in Deutschland und ein gutes Essen im Restaurant ca. 5 Euro. Auch wenn Arztbesuche ebenfalls nicht teuer sind, lohnt sich eine private Krankenversicherung, die dann auch im Notfall größere Behandlungen abdeckt. Wer langfristig in Marokko leben will, sollte sich auch mit dem Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und Marokko auseinandersetzen. Zusammenfassend gesagt kann man mit einer durchschnittlichen Rente aus Deutschland (zwischen 1000 und 1200 Euro) vor Ort sehr gut leben.

Sprache

In Marokko wurde vor der Kolonialisierung durch Frankreich zumeist arabisch oder verschiedene Berbersprachen gesprochen. Auch nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1956 ist Französisch und, im Norden des Landes, Spanisch offizielle Wirtschaftssprache. Wer nur zu Besuch ist, kommt aber zumeist auch mit Englisch oder sogar Deutsch gut durch den Alltag – vor allem in den Großstädten.

Apropos Großstädte: Die meisten Marokkaner leben in denselbigen. Casablanca, Marrakesch, Rabat, Fés, Agadir oder Essaouira sind bekannte und beliebte Orte für Touristen und Auswanderer. Marokko hat ungefähr 33 Millionen Einwohner. In Deutschland leben ca. 230 Menschen pro km² - in Marokko sind es nur ungefähr 60. Die Chance, etwas abgeschieden, ein Eigenheim zu bauen, ist also recht groß.

Ihr Ansprechpartner

Kerstin Brand

T: +212(0)648783208
bespokemorocco@outlook.com

Immobilien

Doch gerade beim Kauf von Immobilien oder Grundbesitz sollte man ruhig auf Beratung setzen. Zum einen sind Dinge, die in Deutschland selbstverständlich sind, wie ein Anschluss an die Kanalisation oder das Wassernetz, in Marokko nicht selbstverständlich; zum anderen gibt es rechtliche Fallstricke, die einen Jahre später Probleme bereiten können. Oftmals wird das Grundstück „nur“ für 99 Jahre erworben oder es kann gar keine Baugenehmigung für das betreffende Stück Land beschafft werden.

Unser Länderexpertin Kerstin Brand kann auch in solchen Fällen weiterhelfen. Gerne steht sie für Fragen bereit und gibt hilfreiche Tipps.

Schwierigkeiten im Land

Im Vergleich zu anderen arabischen Ländern setzt man sich in Marokko stark für die Rechte von Frauen ein. Es gibt über zwei Dutzend Frauenverbände, die für die Gleichheit der Geschlechter kämpfen. So werden europäische Frauen vor allem in den Großstädten und den Küstenregionen wenig Probleme im Alltag haben. Zwar tragen weiterhin viele Frauen in Marokko einen Schleier oder ein Kopftuch, aber meist nicht aus religiösen, sondern einfach aus traditionellen Gründen oder zum Schutz vor der Sonne.

Grundsätzlich muss man sagen, dass das Leben in Marokko sehr sicher ist. Statistisch gesehen ist die Kriminalitätsrate deutlich niedriger als in Deutschland. Die Dunkelziffer von nicht gemeldeten Straftaten ist dabei jedoch leider nicht berücksichtigt. So prangert Amnesty International immer wieder verschieden Menschenrechtsverletzungen im Land an, die von der Regierung toleriert oder sogar unterstützt werden. Für kritische Geister kann die eigene Haltung und Kritik am System gefährlich werden. Dies ist aber unabhängig von der sogenannten Alltagskriminalität zu sehen.

Die Regierung ist sehr bemüht vor allem die touristischen Anziehungspunkte frei von Gefahren zu halten. Die Königsstädte Fès, Marrakesch, Meknès und Rabat sind daher gefahrlos zu bereisen. Wer also in der Nähe dieser prunkvollen und historischen Städte lebt, wird Marokko nicht als gefährlicher als Städte in Europa wahrnehmen.

Berge und Meer

Die meisten Auswanderer und Touristen zieht es an die Küstenregionen. Essaouira oder Agadir sind nicht nur bei Badegästen sehr beliebt. Doch Marokko hat neben seiner Küstenstädte auch tolle Gebirge, wie beispielsweise das Atlasgebirge, oder andere außergewöhnliche Regionen wie Sahara-Ausläufer zu bieten.

So kann man in einem heißen Land wie Marokko sogar Skifahren. Die Skipisten in Oukaimeden liegen entsprechend hoch (zwischen 2600 und 3200m ü.NN) und sind sicher nicht mit Pisten im Alpenraum vergleichbar. Aber die Marokkaner lieben den Schnee dort und es wird bei entsprechendem Wetter jeder Zentimeter der weißen Pracht zum Rodeln und Skilaufen genutzt. Für Skitourengeher, die keine Lift benötigen, ist das Atlasgebirge auf jeden Fall ein Highlight.

Essen

Als letzten, aber auf keinen Fall unwichtigen Punkt, sei noch das Essen in Marokko erwähnt. Die Nationalgerichte Tajine und Couscous haben es ja bereits zu Weltruhm gebracht. In unendlich vielen Varianten werden hier die marokkanischen Gewürze hier kombiniert. Ob der „marokkanische Römertopf“ oder das freitägliche Couscous-Essen: Die Gerichte in Marokko bestechen fast immer durch ihre Frische und Geschmacksintensität. Kein Wunder, da es auf den vielen Märkten in Marokko neben frischem und günstigem Obst auch stets eine große Auswahl an Fleisch und Gemüseprodukten gibt.

Zu verschiedenen Bieren und sehr guten Weinen wird sehr oft der Thé à la menthe – der Pfefferminztee – das wohl bekannteste, alkoholfreie Getränk getrunken. Für manche Europäer ist es vielleicht gewöhnungsbedürftig, dass viel Zucker in den Tee gegeben wird. Aber bei den verschiedenen Teevariationen wird es auch hier für jeden die passende geben.