Im Fokus: Indonesien
Indonesien als Auswanderungsziel – Leben, Arbeiten und Visa für Deutsche
Indonesien – allen voran Bali – ist eines der beliebtesten Ziele für Deutsche, die auswandern, als Digitale Nomaden arbeiten oder langfristig im Ausland leben möchten.
Indonesien zählt mit rund 280 Millionen Einwohnern auf über 17.000 Inseln zu den vier bevölkerungsreichsten Ländern der Welt, beherbergt die größte muslimische Bevölkerung und ist die drittgrößte Demokratie weltweit. Die Verfassung gewährleistet Religionsfreiheit für sechs anerkannte Religionen: Islam (von ca. 87 – 90% der Bevölkerung praktiziert), Protestantismus, Katholizismus, Hinduismus (besonders auf Bali), Buddhismus und den Konfuzianismus.
Auswandern nach Indonesien
Folgende Themen können Sie auf dieser Seite finden:
Visaoptionen für Digitale Nomaden, Auswanderer und Touristen
Welche Visa können Digitale Nomaden, Touristen und andere Indonesien-Reisende beantragen? Gibt es ein spezielles „Bali-Visum“?
Je nachdem, ob Sie nur reisen, länger bleiben oder als Digitaler Nomade arbeiten möchten, kommen unterschiedliche Visa in Frage. Jedes Visum gilt für ganz Indonesien, es gibt kein spezielles Visum rein für Bali.
Indonesien hat eine ganze Reihe von unterschiedlichen Visa für alle erdenklichen Zwecke. Zusätzlich wird unterschieden zwischen einem Visum, einer temporären Aufenthaltserlaubnis und einer permanenten Aufenthaltserlaubnis.
Ein Visum erlaubt nur die Einreise nach Indonesien für kurze Aufenthalte (meist 30–180 Tage) und berechtigt in der Regel nicht zum Arbeiten.
ITAS („Izin Tinggal Terbatas“) ist eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Mit ihr können Sie mehrere Monate bis Jahre legal in Indonesien leben und in dieser Zeit (je nach Erlaubnis) arbeiten, studieren und investieren. Außerdem können sie mit dem ITAS ein indonesisches Bankkonto eröffnen, einen nationalen Führerschein beantragen und berechtigte Familienmitglieder mitbringen. Die Aufenthaltserlaubnis ist zeitlich begrenzt, aber verlängerbar. Mit einer sogenannten KITAS, der dazugehörigen physischen Karte, haben Sie einen praktischen Nachweis der Aufenthaltsgenehmigung.
ITAP („Izin Tinggal Tetap“) ist eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Sie bietet langfristige Sicherheit in Form eines dauerhaften Aufenthalts. Die Rechte sind ähnlich wie beim ITAS. Mit einer KITAP, der dazugehörigen physischen Karte, haben Sie einen praktischen Nachweis der Aufenthaltsgenehmigung. Um ein ITAP zu erhalten, müssen Sie in der Regel zuerst mehrere Jahre eine befristete Aufenthaltserlaubnis (ITAS) besitzen.
Übersicht: Visa und Aufenthaltserlaubnis-Optionen auf einen Blick
Visum | Zielgruppe | Dauer | Kosten |
Remote-Worker-(K)ITAS E33G | Digitale Nomaden mit Festanstellung bei einer ausländischen Firma | 12 Monate Aufenthalt ab Einreise, mehrfache Einreisen | 7 Mio. IDR (ca. 350 EUR) |
Arbeits-(K)ITAS E23 | Arbeitnehmer mit Arbeitsvertrag bei einem indonesischen Arbeitgeber | Bis zu 2 Jahre (verlängerbar), mehrfache Einreisen | 9.500.000 IDR (ca. 475 EUR) für 2 Jahre |
Business-Visum einmalige Einreise C2 | Geschäftsreisende ohne lokale Anstellung | 60 Tage 2× Verlängerung um je 60 Tage (max. 180 Tage) | 2 Mio. IDR (ca. 100 EUR) |
Business-Visum mehrfache Einreisen D2 | Vielreisende für wiederholte Geschäftsreisen ohne lokale Anstellung (teilweise auch für Digitale Nomaden nutzbar) | 1–5 Jahre Gültigkeit; pro Einreise 60 Tage 2× Verlängerung um je 60 Tage (max. 180 Tage) | 1 Jahr: 4 Mio. IDR (ca. 200 EUR) 2 Jahre: 6 Mio. IDR (ca. 300 EUR) 5 Jahre: 11 Mio. IDR (ca. 550 EUR) |
Sozial- und Freiwilligenarbeitsvisum C6 | Freiwilligenarbeiter, Sprachschüler oder Teilnehmer an Kulturprojekten | 60 Tage 2× Verlängerung um je 60 Tage (max. 180 Tage) | 2 Mio. IDR (ca. 100 EUR) |
Business-/Investor-Visum E28A | Investoren oder Geschäftsreisende | 1 oder 2 Jahre Aufenthalt, mehrfache Einreisen | 1 Jahr: 7 Mio. IDR (ca. 350 EUR) 2 Jahre: 9,5 Mio. IDR (ca. 480 EUR) |
Second Home Visa – ITAS E33 | Investierende Langzeitbewohner, Rentner | Bis zu 5 Jahre (verlängerbar), mehrfache Einreisen | 13.000.000 IDR (ca. 650 EUR) |
Visum bei Einreise B1 (Visa on Arrival) | Urlaubs-Touristen | 30 Tage 1x Verlängerung um 30 Tage (max. 60 Tage) | 500.000 IDR (ca. 25 EUR) |
Touristen-Visum einmalige Einreise C1 | Touristen, die länger in Indonesien bleiben möchten | 60 Tage 2× Verlängerung um je 60 Tage (max. 180 Tage) | 1 Mio. IDR (ca. 50 EUR) |
Touristen-Visum mehrfache Einreisen D1 | Touristen mit wiederholten Aufenthalten | 1–5 Jahre Gültigkeit, pro Einreise 60 Tage 2× Verlängerung um je 60 Tage (max. 180 Tage) | 1 Jahr: 4 Mio. IDR (ca. 200 EUR) 2 Jahre: 6 Mio. IDR (ca. 300 EUR) 5 Jahre: 11 Mio. IDR (ca. 550 EUR) |
Allgemeine Einreiseinfos
Seit Oktober 2025 müssen alle Reisenden, die über einen internationalen Flughafen nach Indonesien einreisen, eine digitale Einreisekarte (Arrival Card) vorlegen. Diese kann bis zu 72 Stunden vor der geplanten Ankunft über die Plattform „All Indonesia Online“ ausgefüllt werden; damit entfallen Zoll- und Gesundheitserklärungen in Papierform.
Für Einreisende nach Bali wird eine Tourismusgebühr erhoben. Die Gebühr in Höhe von 150.000 IDR pro Person (etwa 8 EUR) kann zur Vermeidung zusätzlicher Wartezeiten bereits vor der Reise über das Portal „Love Bali“ bargeldlos bezahlt werden. Der anschließend zugesandte elektronische QR-Code dient als Zahlungsnachweis.
Einreisebestimmungen können sich jederzeit ändern. Verlassen Sie sich daher nicht allein auf diese Informationen, sondern informieren Sie sich vor Ausreise zusätzlich bei offiziellen Stellen über Ihre Visamöglichkeiten. Sie können Ihr Visum sowohl eigenständig online beantragen als auch eine Visaagentur damit beauftragen.
Eine ausführliche Liste aller indonesischen Visa, ITAS und ITAP finden Sie auf der Website der Einwanderungsbehörde:
Auswandern nach Bali
Gerade unter Digitalen Nomaden und anderen Remote Workern ist die indonesische Insel Bali in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Die Insel verbindet tropisches Klima, eine ausgeprägte internationale Community und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten mit einer Infrastruktur, die sich stark an die Bedürfnisse von Auswanderern und Digitalen Nomaden angepasst hat. Besonders in Orten wie Canggu, Ubud oder Sanur leben bereits viele Expats aus Europa, Australien und Nordamerika.
Im Vergleich zum restlichen Indonesien ist Bali deutlich internationaler geprägt: Englisch wird in vielen touristischen Regionen häufig gesprochen, wodurch der Einstieg für Neuankömmlinge einfacher ist als in vielen anderen Teilen des Landes. Gleichzeitig bleibt Bali kulturell stark verwurzelt: Der überwiegend hinduistische Glauben prägt den Alltag, und religiöse Zeremonien sowie Tempelfeste gehören zum täglichen Leben auf der Insel.
Wenn Sie nach Bali auswandern möchten, sollten Sie sich bewusst sein, dass ein dauerhafter Aufenthalt in der Regel nicht über ein Touristenvisum möglich ist. Für langfristiges Leben auf der Insel benötigen Auswanderer eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis, beispielsweise ein ITAS für Remote Worker, Arbeitnehmer oder Investoren. Auch Visa für Langzeitaufenthalte wie das sogenannte „Second Home Visa“ können für vermögende Auswanderer eine Option sein. Wichtig ist dabei, die jeweiligen Voraussetzungen – etwa Einkommensnachweise oder Investitionen – frühzeitig zu prüfen.
Wohnsituation für deutsche Auswanderer auf Bali
Ein weiterer zentraler Punkt beim Auswandern nach Bali ist die Wohnsituation. Die Auswahl reicht von einfachen möblierten Apartments bis hin zu luxuriösen Villen, die häufig inklusive Serviceleistungen wie Reinigung oder Poolpflege angeboten werden.
Besonders in beliebten Gegenden sind Mietpreise in den vergangenen Jahren gestiegen. Daher kann es sinnvoll sein, vor Ort verschiedene Viertel zu vergleichen und zunächst eine kurzfristige Unterkunft zu buchen, bevor Sie sich langfristig festlegen.
Offenheit für die balinesische Kultur
Auch kulturelle Anpassung spielt beim Auswandern eine wichtige Rolle. Trotz der internationalen Atmosphäre sollten Auswanderer lokale Traditionen respektieren und sich mit den sozialen Gepflogenheiten vertraut machen. Dazu gehört beispielsweise angemessene Kleidung in Tempeln oder der respektvolle Umgang mit religiösen Zeremonien, die im balinesischen Alltag allgegenwärtig sind. Auch Grundkenntnisse in der Landessprache Bahasa Indonesia sind sicherlich hilfreich bei der Integration.
Wer sich langfristig auf Bali niederlassen möchte, profitiert häufig davon, Kontakte sowohl zu anderen Expats als auch zu Einheimischen aufzubauen. Netzwerke, Sprachkurse und lokale Veranstaltungen erleichtern die Integration und helfen dabei, sich im Alltag besser zurechtzufinden.
Als Deutscher in Indonesien arbeiten
Arbeit und Einkommen
Indonesien, insbesondere Bali, zieht mit seiner Kombination aus tropischem Klima, moderner Infrastruktur und günstigen Lebenshaltungskosten viele Remote Worker, wie z.B. Digitale Nomaden, an. Sie können als Deutscher legal für ausländische Arbeitgeber arbeiten, solange kein Einkommen aus indonesischen Quellen fließt.
Indonesien unterscheidet streng zwischen Remote Work (Arbeit vor Ort für ausländische Arbeit- und Auftraggeber) und lokaler Arbeit für indonesische Firmen. Letztere darf nur verrichtet werden, wenn die korrekte Aufenthaltsgenehmigung (ITAS) sowie eine offizielle Arbeitserlaubnis vorliegt. Um die Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen, benötigen Sie einen Bürgen/Sponsor – in der Regel die Firma, bei der Sie angestellt sind oder für die Sie in anderer Form arbeiten.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Ohne die entsprechende Erlaubnis für lokales Einkommen muss Ihr muss ihr Gehalt vollständig aus dem Ausland stammen, beispielsweise durch Freelancing, Festanstellung oder Content Creation für internationale Kunden. Lokale Workshops, Werbung für Bali-Shops oder Ähnliches gelten als illegale Arbeit, mit denen Sie drastische Strafen bis hin zur Abschiebung riskieren.
Bleiben Sie unter 183 Tagen pro Jahr, bleibt ausländisches Einkommen oft steuerfrei. Bleiben Sie länger, werden Sie steuerlich ansässig; in dem Fall ist eine Beratung ratsam, um Doppelbesteuerung zu vermeiden. Generell gibt es aber ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Indonesien.
Praktische Infrastruktur für Remote Worker auf Bali
Laut Erfahrungsberichten einiger Digitaler Nomaden ist das Internet auf Bali gut, gerade in den Touristen- und Nomaden-Hotspots. Gleichzeitig sollten Sie nicht nur auf das WLAN in Coworking-Spaces und Cafés setzen, sondern auch einen verlässlichen Anbieter für mobiles Internet nutzen. Hintergrund ist, dass es u.a. durch starke Regenfälle oder Bauarbeiten immer wieder zu Strom- und Internetausfällen kommt. In solchen Fällen können Sie sich einen privaten Hotspot über die mobilen Daten einrichten.
Wohnen auf Bali und in Indonesien: Lebenshaltungskosten, Viertel und Tipps für Auswanderer
Indonesien, vor allem Bali, bietet Deutschen im Ausland ein breites Spektrum an Wohnmöglichkeiten – von günstigen Homestays bis zu luxuriösen Villen mit Pool. In Nomaden-Hotspots wie Canggu oder Ubud sind die meisten Unterkünfte möbliert und oft mit Reinigungsservice inklusive, was Ihnen den Alltag erleichtern kann.
Die beliebten Gegenden auf Bali variieren je nach Lebensstil: Canggu lockt mit Surfen und Party, Ubud mit Natur und Wellness, Sanur mit Familienfreundlichkeit. All diese Orte befinden sich recht nah beieinander, grob gesagt im Großraum rund um die Inselhauptstadt Denpasar.
Längerfristige Mieten über mehrere Monate sind in der Regel deutlich günstiger als Tagesraten. Prüfen Sie Mietverträge auf eine eventuelle Kaution sowie Stromobergrenzen.
Durchschnittsgehalt und Lebenshaltungskosten in Indonesien
Laut Angaben des Statistischen Bundesamt Destatis lag das Durchschnittsgehalt (angegeben in US-Dollar) in Indonesien im Jahr 2024 bei 4.910 Dollar pro Kopf. Hierbei handelt es sich um das Bruttonationaleinkommen je Einwohner pro Jahr. Indonesier bekamen also im Durchschnitt etwa 400 US-Dollar pro Monat. Zum Vergleich: In Deutschland betrug das Bruttonationaleinkommen für das ganze Jahr 2024 54.960 Dollar, also 4.580 US-Dollar monatlich.
Parallel zum Einkommen sind auch die Lebenshaltungskosten auf Bali und generell in Indonesien im Vergleich zu Deutschland deutlich niedriger. Bali ist zwar gerade in den beliebten Gegenden teurer als die meisten anderen Orte in Indonesien, jedoch lebt es sich dort immer noch günstiger als in Deutschland.
Während ein deutscher Single-Haushalt monatlich ca. zwischen 1.700 und 2.200 Euro ausgibt, liegen diese Ausgaben in Indonesien bei weniger als der Hälfte, nämlich zwischen 500 und 700 Euro. Bali liegt mit durchschnittlichen Ausgaben von 900 bis 1.200 Euro über dem nationalen Schnitt.
Generell hängen Ihre Ausgaben sehr davon ab, wie Sie Ihr Leben gestalten wollen. Die Lebenshaltungskosten variieren abhängig von der Region, der Art Ihrer Unterkunft und auch der Gestaltung Ihrer Freizeit stark. Insgesamt lässt sich jedoch festhalten, dass Sie insbesondere mit einem durchschnittlichen ausländischen Einkommen, beispielsweise als einer bei einer deutschen Firma angestellter Digitaler Nomade, in Indonesien und auch auf Bali ein komfortables Leben führen können.
Medizinische Absicherung für Deutsche in Indonesien
Die medizinische Versorgung in Indonesien variiert stark: In der Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java sowie auch in Balis Inselhauptstadt Denpasar existieren diverse moderne Krankenhäuser und Privatkliniken, teils auch mit englischsprachigem Personal. Auf kleineren, weniger stark frequentierten Inseln oder im Landesinneren ist hingegen oft nur Basisversorgung verfügbar.
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass häufig ein Belegarztsystem besteht und Fachärzte im Notfall erst hinzugezogen werden müssen.
Für Krankheiten, medizinische Notfälle und auch einen medizinisch notwendigen Rücktransport sollten Sie sich entsprechend vorbereiten und absichern. Je nachdem, wie lange Sie in Indonesien bleiben und was Sie dort machen wollen, empfehlen wir Ihnen den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung oder einer Internationalen Krankenversicherung:
- DIA-Weltpolice: Die ideale und umfassende Krankenversicherung für alle, die im Ausland leben und arbeiten. Erfahren Sie mehr.
- Auslandskrankenversicherungen, z.B. Protrip German Traveler oder Protrip World Traveler von DR-WALTER: Für Langzeitreisende, Digitale Nomaden und andere Remote Worker. Erfahren Sie mehr.
Typische Krankheitsrisiken und Impfempfehlungen für Indonesien
Seitens Indonesien gibt es keine vorgeschriebenen Impfungen für aus Deutschland kommende Einreisende. Allerdings gibt es einige Empfehlungen des Auswärtigen Amtes bezüglich des Impfschutzes. Generell empfohlen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Poliomyelitis. Bei einem Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition kommen noch weitere hinzu: Chikungunya- und Denguefieber, Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis.
Auch ein Malariarisiko besteht in Indonesien, allerdings ist es auf Bali sowie den Inseln Java und Sumatra gering. Ein hohes Risiko besteht laut Auswärtigem Amt in West-Neuguinea (West-Papua) sowie auf der gesamten Insel Sumba. Nur für diese Hochrisikoregionen wird eine Malariaprophylaxe mit Tabletten empfohlen.
Gegen Malaria (und auch viele weitere Krankheiten) können Sie sich am besten schützen, indem Sie Mückenstiche möglichst vermeiden. Tragen Sie helle Kleidung, die den gesamten Körper bedeckt, nutzen Sie Insektenschutzmittel auf exponierten Hautarealen und nutzen Sie zum Schlafen ein Moskitonetz.
Suchen Sie vor Abreise einen Tropenmediziner auf, um zu besprechen, welche Impfungen Sie benötigen. Packen Sie eine Reiseapotheke (Mückenschutz, Durchfallmittel, Schmerztabletten, etc.). Und vergessen Sie auf keinen Fall, die passende Krankenversicherung abzuschließen.
Herausforderungen beim Leben in Indonesien: Sprache, Kultur und Naturgefahren
So attraktiv Indonesien als Destination ist, so wichtig ist ein realistischer Blick auf Herausforderungen und Risiken, die vor allem mit Sprache, Kultur, Integration und natürlichen Gegebenheiten zusammenhängen.
Kommunikation und Sprache in Indonesien
Die Amtssprache Bahasa Indonesia (= „Sprache Indonesiens“) beherrschen die meisten Einheimischen fließend, während Englischkenntnisse zwar in den Touristen-Hotspots wie Canggu oder Ubud verbreitet sind, außerhalb davon jedoch schnell spärlich werden.
Behördengänge, Marktverhandlungen oder Gespräche mit Handwerkern können je nach Region daher grundlegende Bahasa-Kenntnisse erforderlich machen, um Missverständnisse zu vermeiden und faire Preise auszuhandeln. Sprach-Lern-Apps, Sprachkurse sowie Kontakt zu Einheimischen helfen beim Erlernen der Sprache.
Indonesische Kultur und Integration als Auswanderer
Kulturell unterscheidet sich Indonesien stark von Deutschland: Als mehrheitlich muslimisches Land mit hinduistischen Traditionen auf Bali gilt Respekt vor Bräuchen als zentral. Bedecken Sie Schultern und Knie in Tempeln, vermeiden Sie öffentliche Zuneigung.
Lassen Sie sich auf die indonesische Lebensart ein – diese beinhaltet z.B. „jam karet“, zu Deutsch „Gummizeit“, wonach Termine flexibel sind und Pünktlichkeit nicht so eng gesehen wird.
Integration gelingt durch aktive Teilhabe: Besuchen Sie Tempelfeste, lernen Sie über Homestays Einheimische kennen oder engagieren Sie sich ehrenamtlich (sofern Ihr Visum dies erlaubt). So bauen Sie echte Beziehungen auf, statt in der Expats-Blase zu verharren.
Naturgefahren in Indonesien: Erdbeben, Vulkane und Monsun
Naturgefahren prägen das Leben im größten Inselstaat der Welt. Indonesien liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, dem Pazifischen Feuerring. Es kommt dort regelmäßig zu Erd- und Seebeben, die immer wieder auch Tsunamis auslösen. Auch Vulkanausbrüche sind keine Seltenheit, was bei insgesamt 127 Vulkanen auch nicht weiter verwunderlich ist. Die indonesische Regierung betreibt eine Übersichtsseite, auf der Sie sich über Gefährdungsstufen und aktuelle Vulkanaktivitäten vor Ort informieren können.
In Indonesien herrscht ein tropisch-feuchtheißes Klima. In großen Landesteilen dauert die Monsunregenzeit etwa von November bis März und bringt Starkregen mit sich. Dadurch kommt es in dieser Zeit häufig zu langanhaltenden Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. Die Infrastruktur, einschließlich Straßen, Stromversorgung, Telefonnetz und Internet, wird dadurch teils erheblich beeinträchtigt.
Die Trockenzeit von April bis Oktober gilt dank sonnigem Wetter, geringerer Luftfeuchtigkeit und weniger Niederschlag als bessere Reisezeit.
Beachten Sie stets aktuelle Wettervorhersagen, Sperrzonen, Verbote, Warnhinweise und Anweisungen lokaler Behörden.
Praktische Tipps für den Alltag in Indonesien: Apps, Verkehr und Communities
Bali erleichtert Deutschen als Digitale Nomaden den Start durch praktische Hilfsmittel und bestehende Netzwerke. Gojek und Grab beispielsweise sind hilfreiche Apps mit mehreren Funktionen in einer Oberfläche. So können Sie damit Scooter-Fahrten buchen, ebenso wie Taxis, Essenslieferungen oder Einkäufe bestellen. Integriert in die App Gojek ist die mobile Zahlungsoption GoPay. Diese in Indonesien weit verbreitete Zahlungsmethode funktioniert wie eine Online-Geldbörse mit aufladbarem Guthaben.
Auch altbekannte Apps wie Google Maps und Google Translate können sehr hilfreich sein. Sorgen Sie vor für den Fall, dass Sie mal ohne Internet dastehen: Beide Apps bieten Offline-Lösungen an, die Sie über Downloads ganz einfach nutzen können.
Wenn Sie in Indonesien einen Roller oder ein Auto mieten wollen, benötigen Sie einen internationalen Führerschein. Den beantragen Sie am besten vor Ausreise in ihrer deutschen Gemeinde. Ihren deutschen Führerschein müssen Sie trotzdem bei sich führen, da der internationale nur in Kombination mit dem nationalen funktioniert. Tragen Sie beim Rollerfahren immer einen Helm und fahren Sie defensiv im chaotischen Verkehr.
Deutsche Expat-Communities und Netzwerke in Indonesien
Deutsch-indonesische Vereine, Communitys und Gruppen in Sozialen Netzwerken sind erste Anlaufstellen für praxisnahe Tipps. Dort teilen Mitglieder Empfehlungen zu günstigen Mieten, zuverlässigen Ärzten, bewährten Visa-Agenten und lokalen Dienstleistern. Sie können sich auch an unsere Länderexpertin für Indonesien wenden, Gunda Wörlein.
Co-Working-Spaces in den beliebten Orten für Digitale Nomaden bieten Ihnen mehr als nur einen Arbeitsplatz. Regemäßig finden Community-Veranstaltungen wie gemeinsame Sportevents oder Game Nights statt. So können Sie Gleichgesinnte kennenlernen und Ihr Netzwerk ausbauen. Bestenfalls entstehen Kontakte, die über berufliche Kooperationen hinausgehen und sich zu Freundschaften entwickeln.
Kontakte zu Einheimischen knüpfen
Wenn Sie nicht nur Touristen und Expats, sondern auch Einheimische kennenlernen wollen, empfiehlt es sich, die Touristen- und Expat-Hochburgen zu verlassen. Essen Sie in kleinen, einheimischen Restaurants und besuchen lokale Märkte, nutzen Sie von Locals angebotene Kurse, z.B. Koch-, Sprach- oder Sportkurse.
Sprachkurse haben neben dem Kennenlernen neuer Menschen den Vorteil, dass Sie sich vor Ort etwas besser verständigen können. Zudem zeugt es von Respekt und Aufmerksamkeit, zumindest einige grundlegende Ausdrücke und typische Sätze in der Landessprache zu kennen.
Online-Plattformen wie Couchsurfing ermöglichen einfache Kontaktaufnahme zu Einheimischen sowie anderen Reisenden.
Unsere DIA-Länderexpertin für Indonesien
"Ich war bereits lange Zeit in Südostasien unterwegs, bevor ich 2017 als Resortmanagerin nach Raja Ampat in Indonesien zog. Hier lernte ich meinen Mann kennen, mit dem ich vor ein paar Jahren ein Grundstück in den Nord-Molukken gekauft und den Traum vom eigenen Haus im Dschungel erfüllt habe.
Aufgrund meiner Lebenssituation habe ich alle Stationen des Auswanderungsprozesses selbst durchlaufen. Ich weiß, worauf es ankommt und kenne die Herausforderungen im Umgang mit den Behörden.
Seit 2019 bin ich selbstständig und gebe mein Wissen in Form von Auswanderworkshops und einem Auswanderguide für Indonesien weiter und unterstütze mit individuellen Beratungen alle, die länger in Indonesien leben oder komplett auswandern möchten."
