Beste Länder zum Auswandern für Deutsche – 7 Ziele im Vergleich

Wichtige Auswahlkriterien und sieben Länder im Fokus

Welches Land passt zu Ihren Zielen? 

Hier erfahren Sie, worauf es bei der Länderwahl ankommt – und warum Schweden, Kanada, Portugal, Australien, Uruguay und andere für Deutsche besonders attraktiv sind.

Die Entscheidung, aus Deutschland auszuwandern, ist eine tiefgreifende Veränderung im Leben vieler Menschen. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse – was für den einen perfekt ist, mag für den anderen unpassend sein.

Ob Sie auf der Suche nach besseren Arbeitsmöglichkeiten, höherer Lebensqualität oder einem günstigeren Steuersystem sind, Ihre Prioritäten entscheiden, welches Land für Sie das Richtige ist.

Wissenswertes auf einen Blick

  • 2023 wanderten rund 1,3 Millionen Menschen aus Deutschland aus – Tendenz weiter hoch.
  • Die beliebtesten Ziele sind Österreich, Schweiz, Kanada, Australien und Portugal.
  • Das wichtigste Kriterium für die Länderwahl ist nicht das Klima, sondern die Kombination aus Arbeitsmarkt, Lebenshaltungskosten und Visa-Zugänglichkeit.
  • In EU-Ländern entfällt für Deutsche das Visumsprozedere – freie Arbeitswahl und Niederlassungsfreiheit gelten automatisch.
  • Länder wie Portugal und Uruguay bieten besonders attraktive Steuermodelle für Auswanderer und Rentner.
  • Für einen dauerhaften Aufenthalt außerhalb der EU verlieren Deutsche den Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung – eine internationale Krankenversicherung wird zur Pflicht.
  • Kanada und Australien punkten mit strukturierten Einwanderungsprogrammen für Fachkräfte (Express Entry, Skilled Migration).
  • Skandinavien bietet die höchste Work-Life-Balance weltweit, aber auch hohe Lebenshaltungskosten.
  • Uruguay gilt als das sicherste Land Südamerikas und besteuert deutsche Renten nicht.
  • Die Berufsanerkennung ist länderspezifisch – vor der Auswanderung unbedingt prüfen.

Nach welchen Kriterien wählt man das beste Land zum Auswandern?

Das „beste" Land zum Auswandern gibt es nicht absolut – es hängt von den persönlichen Prioritäten ab. 

Für Familien mit Kindern zählen Bildungssystem und Sicherheit. Für Berufseinsteiger stehen Arbeitsmarkt und Visazugang im Vordergrund. Für Rentner sind Steuerlast, Gesundheitsversorgung und Lebenshaltungskosten entscheidend. Die wichtigsten Kriterien im Überblick: Arbeitsmarkt und Berufsanerkennung, Lebenshaltungskosten und Wohnqualität, Gesundheitsversorgung, Integrations- und Sprachhürde, politische Stabilität, Steuern und soziale Absicherung sowie Visa- und Aufenthaltsregelungen.

WISSENSBOX: Kein Land ist in allen Kriterien Spitzenreiter. Schweden bietet die beste Work-Life-Balance, aber hohe Kosten. Portugal punktet mit Lebensqualität und Steuervorteilen, hat aber einen schwachen Arbeitsmarkt. Australien ist offen für Fachkräfte, aber bürokratisch aufwendig. Die Entscheidung ist immer individuell.

Welche Rolle spielt der Arbeitsmarkt bei der Länderwahl?

Die Anerkennung des deutschen Berufsabschlusses im Zielland entscheidet oft darüber, wie schnell man Fuß fasst. 

Innerhalb der EU werden Berufsqualifikationen in der Regel anerkannt. Außerhalb – etwa in Kanada, Australien oder den USA – gibt es länderspezifische Anerkennungsverfahren, die Monate dauern können. Gefragt sind weltweit besonders IT-Fachkräfte, Ingenieure, Gesundheitsberufe und Handwerker. 

Kanada und Australien haben mit Express Entry bzw. Skilled Migration strukturierte Programme, die qualifizierte Deutsche bevorzugt aufnehmen. Für Unternehmer und Gründer gibt es in beiden Ländern eigene Visa-Kategorien.

Wie unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten zwischen Auswanderländern?

Die Lebenshaltungskosten variieren zwischen den beliebten Auswanderländern erheblich. 

In Skandinavien und der Schweiz sind sie höher als in Deutschland – werden aber durch entsprechend höhere Gehälter teilweise ausgeglichen. Portugal und Uruguay liegen deutlich unter deutschem Niveau und sind deshalb besonders für Rentner oder Menschen mit deutschem Einkommen attraktiv. 

Australien ist regional sehr unterschiedlich: Sydney und Melbourne sind teuer, ländliche Regionen deutlich günstiger. Für Vergleiche eignet sich die Plattform Numbeo, die Lebenshaltungskosten weltweit nach Städten aufschlüsselt. Entscheidend ist immer das Verhältnis von Einkommen zu Kosten – nicht der absolute Preis.

Warum ist die Krankenversicherung ein Schlüsselthema beim Auswandern?

Wer Deutschland dauerhaft verlässt, verliert den Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung – unabhängig vom Zielland. 

Innerhalb der EU gibt es über die EHIC-Karte eingeschränkte Notfallleistungen, aber keine vollwertige Absicherung für ambulante Behandlungen, Vorsorge oder geplante Eingriffe. Außerhalb der EU gilt: ohne private internationale Krankenversicherung sind im Krankheitsfall existenzbedrohende Kosten möglich – besonders in Ländern wie den USA oder Australien. 

Eine internationale Krankenversicherung übernimmt ambulante und stationäre Behandlungen, Medikamente, Vorsorge und den medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland.

Was ist bei Steuern und Finanzen beim Auswandern zu beachten?

Deutschland besteuert seine Bürger nach dem Wohnsitzprinzip – wer seinen deutschen Wohnsitz aufgibt, ist in der Regel nicht mehr steuerpflichtig in Deutschland. 

Allerdings können bestimmte Einkunftsquellen weiterhin in Deutschland steuerpflichtig bleiben, etwa Mieteinnahmen aus deutschen Immobilien. Ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und dem Zielland verhindert, dass dasselbe Einkommen zweimal versteuert wird. 

Deutschland hat mit den meisten beliebten Auswanderländern ein solches Abkommen. Steuerlich besonders attraktiv sind Portugal (Non-Habitual-Resident-Status) und Uruguay (keine Besteuerung ausländischer Renten). Eine steuerliche Beratung durch einen auf Expatriates spezialisierten Steuerberater ist vor der Auswanderung dringend empfohlen.

Sieben Länder zum Auswandern im Überblick

Die folgenden Länder bieten unterschiedliche Vorteile, die für deutsche Auswanderer echte Chancen sein können. Sie sind besonders für Menschen geeignet ist, die großen Wert auf eine hohe Lebensqualität, eine nachhaltige Lebensweise und gesellschaftliche Gleichheit legen.

Die Arbeitskultur bei den vorgestellten Ländern ist stark geprägt von Teamarbeit und Gleichberechtigung. Das macht es deutschen Auswanderern besonders leicht sich hier zu integrieren. Ein weiteres Kriterium war außerdem ein starkes soziales Sicherheitsnetz und eine offene Gesellschaft.

Skandinavien: Was macht Schweden für deutsche Auswanderer attraktiv?

Schweden bietet eine der höchsten Work-Life-Balances weltweit, ein exzellentes Sozialsystem und eine Arbeitskultur, die auf Gleichberechtigung und Teamarbeit setzt. 

Das Konzept „Jantelagen" – die ungeschriebene Norm der Gleichheit und Bescheidenheit – prägt das Miteinander im Beruf und Alltag. Individuelles Hervorheben ist weniger erwünscht als Beitrag zum Kollektiv. Für Deutsche, die kollaboratives Arbeiten schätzen, ist die Integration vergleichsweise einfach. 

Schwedisch ist für den Arbeitsmarkt wichtig; in vielen internationalen Unternehmen und in der IT-Branche wird aber auch auf Englisch gearbeitet. Die Lebenshaltungskosten liegen über deutschem Niveau, werden aber durch hohe Löhne und starke Sozialleistungen aufgewogen.

Schweden: Die Werte von „Jantelagen“ und die Kunst der Teamarbeit

In Schweden treffen Sie auf das Konzept von „Jantelagen“, eine ungeschriebene Regel, die Bescheidenheit und Gleichheit als zentrale Werte in der schwedischen Gesellschaft verankert. Diese Philosophie betont, dass der Erfolg des Einzelnen nicht wichtiger ist als das Wohl der Gemeinschaft. Teamarbeit steht hier im Vordergrund, und persönliche Erfolge werden nicht herausgestellt. Wer in Schweden beruflich erfolgreich sein möchte, sollte seine Stärken subtil und im Kontext des Teams präsentieren – eine Fähigkeit, die besonders deutschen Auswanderern aufgrund ihrer Wertschätzung für Zusammenarbeit und Harmonie zugutekommt.

Diese Kultur fördert ein Arbeitsumfeld, das sowohl gleichberechtigt als auch kollaborativ ist. In Schweden wird der Einzelne nicht durch Wettbewerb oder individuelle Erfolge definiert, sondern durch seinen Beitrag zum Kollektiv. Wer sich mit dieser Einstellung identifizieren kann, wird als Auswanderer in Schweden schnell Anschluss finden und beruflich gut integriert sein.

Norwegen: Wie ist das Leben in Norwegen für deutsche Auswanderer?

Norwegen verbindet eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt mit einer naturgeprägten Lebensweise – dem sogenannten Friluftsliv, dem Leben unter freiem Himmel. 

Outdoor-Aktivitäten, Hütten in der Natur und ein bewusster Umgang mit Ressourcen gehören zum norwegischen Alltag. Das Sozialsystem ist sehr stark, die Kriminalitätsrate extrem niedrig. 

Für Familien bietet Norwegen hervorragende Kinderbetreuungsangebote und ein modernes Bildungssystem. Die Lebenshaltungskosten sind hoch – insbesondere in Oslo. Der Einstieg in den Arbeitsmarkt setzt in den meisten Bereichen Norwegischkenntnisse voraus, weshalb Sprachkurse vor oder kurz nach der Einreise empfehlenswert sind.

Dänemark: Warum ist Dänemark besonders für deutsche Familien interessant?

Dänemark ist eines der familienfreundlichsten Länder weltweit – mit großzügigen Elternzeitregelungen, kostenloser Bildung und dem kulturellen Konzept „Hygge", das Gemeinschaft und Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellt. 

Eltern können bis zu 52 Wochen Elternzeit nehmen, die zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt werden kann. Das Bildungssystem fördert kreative Entfaltung statt Leistungsdruck. Die geografische Nähe zu Deutschland und die sprachliche Ähnlichkeit zwischen Dänisch und Deutsch erleichtern die Eingewöhnung. Dänemark liegt im Global Peace Index konstant auf einem der vorderen Plätze. Als EU-Land gilt für Deutsche volle Arbeitnehmerfreizügigkeit – kein Visum notwendig.

Kanada: Welche Chancen bietet Kanada für deutsche Fachkräfte und Unternehmer?

Kanada ist eines der zugänglichsten Einwanderungsländer der Welt – strukturierte Programme wie Express Entry und das Provincial Nominee Program (PNP) ermöglichen eine planbare, meritokratische Einwanderung. Gefragt sind besonders IT-Fachkräfte, Ingenieure, Pflegepersonal und Handwerker. Das Start-Up Visa-Programm bietet Gründern mit innovativen Geschäftsideen die Möglichkeit, eine permanente Aufenthaltsgenehmigung zu erwerben. Kanada ist eine multikulturelle Gesellschaft mit hoher Toleranz und einem ausgeprägten Integrationsethos – deutsche Auswanderer finden in Städten wie Toronto, Vancouver und Calgary schnell Anschluss. Englisch ist Pflicht; in Quebec ist Französisch die Hauptsprache.

WISSENSBOX: Für die Einwanderung nach Kanada über Express Entry werden Punkte vergeben für Alter, Ausbildung, Berufserfahrung und Sprachkenntnisse. Wer 67 von 100 möglichen Kriterien-Punkten erreicht, kann einen Antrag stellen.

Portugal: Warum wandern so viele Deutsche nach Portugal aus?

Portugal verbindet niedrige Lebenshaltungskosten, mildes Klima, hohe Lebensqualität und attraktive Steuermodelle für Auswanderer – das macht das Land zum meistgenannten Nicht-Nachbarland unter deutschen Auswanderern. 

Der Non-Habitual-Resident-Status (NHR) bietet für zehn Jahre reduzierte Steuersätze auf ausländische Renten und bestimmte Einkunftsarten. Das Golden-Visa-Programm ermöglicht Investoren eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Lebenshaltungskosten liegen erheblich unter deutschem Niveau, besonders außerhalb von Lissabon und Porto. Internationale Schulen in den großen Städten erleichtern die Integration für Familien. Portugiesisch ist die Landessprache; in Tourismusregionen wird Englisch gut gesprochen.

Wer nach Portugal auswandert, benötigt eine internationale Krankenversicherung - hier erfahren Sie mehr.

Australien: Für wen lohnt sich die Auswanderung nach Australien?

Australien ist besonders attraktiv für qualifizierte Fachkräfte in Mangelberufen – darunter IT, Gesundheitswesen, Ingenieurwesen und Handwerk. 

Die Einwanderung ist an ein Punktesystem geknüpft: Alter, Ausbildung, Berufserfahrung und Englischkenntnisse werden bewertet. Die wichtigsten Visa für dauerhafte Auswanderer sind die Subclass 189 (unabhängige Fachkräfte), 190 (staatlich nominiert) und 186 (Arbeitgeber-Sponsoring). Wer bereit ist, in ländliche Regionen mit akutem Fachkräftemangel zu ziehen, erhält oft bessere Konditionen und staatliche Unterstützung. Die Lebenshaltungskosten in Sydney und Melbourne sind hoch; ländliche Gebiete sind deutlich günstiger. Ein bestandener Englischtest (IELTS) verbessert die Einwanderungschancen erheblich.

Uruguay. Was macht Uruguay als Auswanderland für Deutsche besonders?

Uruguay ist das sicherste Land Südamerikas, hat eine der offensten Einwanderungspolitiken des Kontinents und besteuert ausländische Renten nicht – damit ist es besonders für deutsche Rentner hochattraktiv. 

Eine Aufenthaltsgenehmigung erfordert lediglich den Nachweis eines regelmäßigen Einkommens, etwa einer deutschen Rente. Die Kriminalitätsrate ist für südamerikanische Verhältnisse sehr niedrig. Montevideo bietet zweisprachige Schulen für Familien mit Kindern. Das Gesundheitssystem umfasst öffentliche und private Einrichtungen mit guter Versorgungsqualität. Uruguay hat kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland – die steuerliche Situation sollte individuell geprüft werden.

WISSENSBOX: Deutsche Rentner in Uruguay zahlen auf ihre deutsche Rente keine uruguayische Einkommensteuer. Wer seinen Lebensmittelpunkt vollständig nach Uruguay verlagert und den deutschen Wohnsitz abmeldet, ist in Deutschland in der Regel nicht mehr steuerpflichtig.

Was kommt nach der Länderwahl?

Wenn die Entscheidung für ein Land gefallen ist, stehen zwei Schritte ganz oben auf der To-do-Liste: Visum klären und Krankenversicherung organisieren. Letzteres wird von vielen Auswanderern unterschätzt – und dann zum teuren Problem.

Deutsche im Ausland e.V. bietet in Kooperation mit DR-WALTER geprüfte internationale Krankenversicherungen für jeden Auswanderer-Typ: von der DIA-Weltpolice für Auswanderer und Digitale Nomaden bis zur BDAE Expat Infinity für Rentner.

Informieren Sie sich hier über eine internationale Krankenversicherung.

FAQ

Es gibt kein objektiv bestes Land – es hängt von Prioritäten ab. Für Familien empfiehlt sich Dänemark oder Kanada. Für Rentner sind Portugal und Uruguay besonders attraktiv. Für Fachkräfte bieten Kanada und Australien die besten strukturierten Wege.

Nein. Als deutscher Staatsbürger haben Sie in allen EU-Ländern das Recht auf freie Niederlassung und Arbeit ohne Visum. Sie müssen sich jedoch nach einigen Monaten bei den lokalen Behörden anmelden.

Die gesetzliche Krankenversicherung endet, wenn Sie Ihren deutschen Wohnsitz aufgeben und keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland mehr nachgehen. Eine internationale Krankenversicherung ist dann unerlässlich.

Für qualifizierte Fachkräfte in Mangelberufen ist Australien über das Punktesystem gut zugänglich. Wichtig sind ein anerkannter Berufsabschluss, Englischkenntnisse und idealerweise ein konkretes Jobangebot oder Staatsnominierung.

Das hängt vom Zielland und dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen ab. In Uruguay und Portugal (unter bestimmten Voraussetzungen) fallen keine oder nur geringe Steuern auf deutsche Renten an. Eine steuerliche Beratung vor der Auswanderung ist empfehlenswert.

Ja – aber die Regelungen unterscheiden sich stark nach Land. In der EU ist Selbstständigkeit als EU-Bürger grundsätzlich möglich. In Kanada und Australien gibt es spezielle Visa für Selbstständige und Unternehmer.

Erfahrungsberichte zeigen: sprachliche Grundkompetenz ist nach 6–12 Monaten erreichbar, soziale Integration dauert 1–3 Jahre. Aktive Teilnahme am lokalen Leben – durch Vereine, Sprachkurse oder Freiwilligenarbeit – beschleunigt den Prozess deutlich.

Die wichtigsten Punkte: Wohnsitz in Deutschland abmelden (oder angepasst ummelden), Krankenversicherung neu organisieren, Steuersituation klären, Visum bzw. Aufenthaltsrecht prüfen, Berufsanerkennung im Zielland anfragen, Rente und Sozialversicherung auf Auswirkungen prüfen.

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