Auswanderung nach Madagaskar

Neustart im zweitgrößten Inselstaat der Welt

Wer – Klaus-Werner

Alter bei Auswanderung – 45 Jahre

Wohnort – Antananarivo, Madagaskar

Jahr der Auswanderung – 2001

Beruf – Reiseunternehmer, Wursthersteller

Europa, Asien, Afrika – Das Leben eines Weltenbummlers

Das Interesse für die Welt und Reisen begleitet Klaus bereits von klein auf: In der Schule war Geografie sein Lieblingsfach, sein Lieblingsbuch der Atlas. Geboren in Siebenbürgen (Rumänien) wären die Grenzen des damals kommunistischen Landes auch seine persönlichen Grenzen gewesen. Mit 14 Jahren allerdings wanderte er unerwartet aus politischen Gründen nach Deutschland aus. Plötzlich eröffneten sich ihm ganz neue Möglichkeiten: Nach dem Umzug nach Deutschland habe ihm die Welt offen gestanden und im Alter von 16 Jahren sei er bereits durch Europa gereist.

Seitdem hat Klaus sehr viel von der Welt gesehen: „Als ich 18 war, beschloss ich, auf dem Landweg nach Asien zu reisen. Das war 1974 meine erste lange Reise, die acht Jahre dauerte. Ich bin dreimal auf dem Landweg nach Indien und Nepal gereist und habe auch auf Kreta, in England, Holland und Italien gelebt. Ich bin dreisprachig aufgewachsen und habe unterwegs Englisch, Französisch und Italienisch gelernt. Meine Reisen wurden durch verschiedene Jobs in Europa bezahlt.“

Seit 2001 ist Madagaskar seine Heimat. Ursprünglich kam er mit einem Touristenvisum dorthin; im Jahr 2011 erhielt er jedoch eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für den Inselstaat im Südosten Afrikas.

Auswanderung nach Madagaskar: Vom Anfang bis heute

Was haben Sie vor der Auswanderung beruflich gemacht und was machen Sie jetzt?

„Vor der Auswanderung war ich Schüler und hatte ein paar Gelegenheitsjobs gemacht. Danach war ich Buchbinder, Baumpfleger, Reisebegleiter und Reiseunternehmer.
Jetzt bin ich immer noch Reiseunternehmer, Wursthersteller und habe nebenbei noch ein paar Aktivitäten von geringerer Bedeutung (Gästezimmer & privates Restaurant, Beratung für junge Madagassen, die eine Ausbildung in Deutschland machen wollen).“

Wie schnell haben Sie eine Wohnung gefunden? Leben Sie dort immer noch?

„In Madagaskar hatte ich ein Haus gemietet und dann 2013 ein sehr schönes Anwesen auf einem der königlichen Hügel gekauft. Dort habe ich 4 Luxusgästezimmer und ein Restaurant für die Gäste der Reiseagentur. Danach hatte ich noch Grundstücke in Antsirabe und bei Manakara (Indischer Ozean) gekauft, wo wir eine Villa bauen.“

Wie haben Sie die Ankunft in Madagaskar erlebt?

„Ich habe drei Reisen in den Südosten gemacht, zwei davon mit Freunden, um zu sehen, ob ich Reiseleiter werden wollte. Madagaskar war sehr interessant und ich wurde Reiseleiter für Arvel Voyages in Frankreich (diese Reiseagentur existiert nicht mehr).
Für sie habe ich viele Gruppenreisen in Madagaskar und später auch in Indien geführt. Danach habe ich für eine zweite Reiseagentur aus dem Elsass Gruppenreisen in Madagaskar geleitet und gleichzeitig meine eigene Reiseagentur in Madagaskar gegründet.“

Welche Herausforderungen oder Schwierigkeiten sind Ihnen anfangs begegnet?

„Weil ich fließend und ohne Akzent Französisch sprach, hatte ich keine Schwierigkeiten mit Behördenabläufen. Es war etwas herausfordernd, mich an die Denkweise der Leute zu gewöhnen, aber ich habe mich schon immer gut angepasst und bin eigenständig gewesen.
Anfangs war es hart, hin- und hergerissen zu sein. Die Lösung war, alles, was ich noch in Frankreich besaß, aufzugeben, das Haus zu räumen und nicht mehr ständig zwischen Frankreich, Indien und Madagaskar zu pendeln.“

Wie sieht Ihr heutiger Alltag im neuen Land aus?

„Ich arbeite sehr viel, habe natürlich keinen Rentenanspruch […] Ich bin verheiratet, habe 2 Kinder hier in Madagaskar (12 und 14 Jahre alt), sowie einen erwachsenen Sohn aus einer anderen Ehe, der in Montreal (Kanada) lebt.
Ich habe viel und wenig Freizeit und ein ganz normales Familienleben.“

Wie erleben Sie Ihre (finanzielle) Situation heute im Vergleich zu vor der Auswanderung?

„Ich habe einen sehr gehobenen Lebensstandard und eine finanzielle Situation, die in Europa unmöglich zu erreichen wäre.“

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem neuen Leben?

„Die Freundlichkeit der Menschen, der soziale Status, die Lebensqualität, das Klima.“

Rückkehr nach Deutschland? Ausgeschlossen!

Seine persönliche Integration in Madagaskar beschreibt Klaus so: „Sprachlich (madagassisch) ungenügend; sozial sehr gut eingegliedert.“ Kulturell sei er ein Ausländer, der mit Respekt behandelt wird.

Aus seinem alten Leben in Europa vermisst er wenig – hauptsächlich fehlen ihm kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Opernbesuche. Eine Rückkehr nach Deutschland oder auch ein anderes europäisches Land kommt für Klaus nicht in Frage. Und für den Fall, dass er sich doch irgendwann zur Ruhe setzen und nicht mehr arbeiten wird, baut er derzeit eine Villa in Manakara, an der Ostküste Madagaskars.

Eines wird auf jeden Fall klar: Seine internationale Lebensart und die Auswanderung nach Madagaskar hat Klaus nie bereut. Auf die Frage, ob sich seine anfänglichen Hoffnungen und Erwartungen erfüllt haben, ist die Antwort: „Absolut JA, besser als erwartet“.

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