Seoul in Südkorea bei Nacht

Südkorea führt Digital Nomad Visum F-1-D dauerhaft ein

16.07.2026

Bis zu drei Jahre Aufenthalt und niedrigere Einkommenshürden

Südkorea baut sein Angebot für ortsunabhängig arbeitende Ausländer weiter aus. Das Justizministerium hat das bislang als Pilotprojekt geführte Digital-Nomad-Visum F-1-D („Workation Visa“) am 30. Juni 2026 dauerhaft eingeführt. Die maximale Aufenthaltsdauer wird von bisher zwei auf künftig drei Jahre verlängert.

Das F-1-D-Visum wurde Anfang 2024 zunächst testweise eingeführt. Es richtet sich an Personen, die für ein Unternehmen im Ausland arbeiten oder ein eigenes Unternehmen außerhalb Südkoreas betreiben und ihre Tätigkeit vollständig remote ausüben können. Die Inhaber des Visums dürfen in Südkorea leben und von dort aus für ausländische Kunden oder Arbeitgeber tätig sein. Eine Beschäftigung bei einem koreanischen Arbeitgeber bleibt mit diesem Visum weiterhin ausgeschlossen.

Niedrigere Einkommenshürden für jüngere Antragsteller und ländliche Regionen

Neben der Verlängerung der maximalen Aufenthaltsdauer lockert die Republik Korea auch die Einkommensanforderungen für das F-1-D-Visum.

Bislang mussten Antragsteller unabhängig von Alter oder Wohnort ein Einkommen in Höhe von mindestens dem Doppelten des südkoreanischen Bruttonationaleinkommens (BNE) pro Kopf nachweisen. Im Jahr 2025 lag das BNE bei 52,41 Millionen Won (ca.31.000 Euro), die Einkommensschwelle lag dementsprechend bei über 100 Millionen Won jährlich.

Künftig werden die Anforderungen jedoch differenziert. Abhängig von Alter und geplantem Wohnort werden die Einkommensgrenzen niedriger angesetzt. Begünstigt werden insbesondere jüngere Digital Nomads sowie Personen, die sich außerhalb der Metropolregion Seoul niederlassen möchten.

Ein konkretes Beispiel nennt das Justizministerium in einer entsprechenden Pressemitteilung selbst: Ausländer im Alter von 18 bis 34 Jahren, die außerhalb des Hauptstadtgebiets leben und arbeiten möchten, müssen künftig lediglich ein jährliches Einkommen in Höhe des einfachen Pro-Kopf-BNE nachweisen.

Attraktiver Standort für Remote-Arbeiter

Mit den neuen Regelungen will Südkorea mehr internationale Remote-Arbeiter anziehen. Gleichzeitig sollen ländliche Regionen und Gebiete mit Bevölkerungsrückgang attraktiver für ausländische Fachkräfte werden.

Südkorea gilt bereits heute als einer der technologisch fortschrittlichsten Standorte Asiens. Schnelle Internetverbindungen, eine moderne Infrastruktur, ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr sowie eine hohe öffentliche Sicherheit machen das Land für digitale Nomaden attraktiv.

Welche Dokumente benötige ich für den Visumantrag?

Für den Antrag werden unter anderem ein gültiger Reisepass, ein aktuelles Passfoto, Nachweise über das Beschäftigungsverhältnis, Einkommensnachweise, eine Krankenversicherung mit ausreichender Deckung sowie ein Führungszeugnis benötigt.