Krieg im Nahen Osten: Auswärtiges Amt rät weiterhin zur ELEFAND-Registrierung
18.03.2026Unsichere Lage für Deutsche in der Golfregion
Der Krieg im Nahen Osten dauert weiterhin an. Mehr als zwei Wochen nach Beginn der militärischen Eskalation zwischen dem Iran sowie Israel und den Vereinigten Staaten am 28. Februar ist ein Ende der Kampfhandlungen weiterhin nicht absehbar.
Es kommt regelmäßig zu Gegenangriffen Irans auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten, wo militärische Einrichtungen und Infrastruktur bombardiert werden. Betroffen von diesen Angriffen sind unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien, Oman, Katar, Bahrain und Kuwait. Auch wichtige Energieanlagen sowie Hafeninfrastruktur wurden mehrfach angegriffen, während der Flugverkehr in der Region weiterhin eingeschränkt bleibt.
Registrierung in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND empfohlen
Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen in der Region, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND („Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“) einzutragen. Denn nur wer dort registriert ist, kann im Ernstfall von den Behörden kontaktiert werden. Bei der Registrierung macht es keinen Unterschied, ob Sie in der Region leben oder nur einen kurzen Urlaub dort machen – jeder kann sich auf die Liste eintragen. Einzige Voraussetzung ist die deutsche Staatsbürgerschaft. Zudem sollten mitreisende Familienangehörige aus demselben Haushalt ebenfalls als Begleitpersonen im ELEFAND-System registriert werden, selbst wenn sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. So können sie in Not- und Krisensituationen gegebenenfalls berücksichtigt werden.
Laut Aussagen des Auswärtigen Amtes war nach Ausbruch des Krieges eine niedrige fünfstellige Anzahl von Personen, die sich in der Golfregion aufhielten, bei ELEFAND registriert. Da es keine Meldepflicht für Deutsche im Ausland gibt, hat man keinen genauen Überblick darüber, wie viele deutsche Staatsbürger tatsächlich vor Ort waren oder noch sind.
Das System ermöglicht es, Staatsbürger im Krisenfall schnell zu kontaktieren und über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Außerdem können registrierte Personen im Notfall schneller bei Evakuierungsmaßnahmen berücksichtigt werden.
Wo Deutsche in der Region Hilfe finden
Wer sich weiterhin in der Golfregion befindet, kann sich in dringenden Fällen an die Deutsche Botschaft bzw. ein Generalkonsulat wenden.
In den VAE beispielsweise befindet sich die Botschaft in Abu Dhabi und in Dubai ein Generalkonsulat. Letzteres steht Ihnen telefonisch bei dringenden konsularischen Fällen unter der Nummer +971-4-3024333 zur Verfügung.
Sollten Sie unter dieser Nummer niemanden erreichen, weil sie z.B. außerhalb der Öffnungszeiten anrufen, gibt es zusätzlich noch den Bereitschaftsdienst, der unter der Nummer +971-50-650-4134 täglich bis Mitternacht erreichbar ist.
Neben den jeweiligen Botschaften ist auch das Auswärtige Amt ein Ansprechpartner, sofern Sie vor Ort niemanden erreichen. Die zentrale Notrufnummer lautet +49-30-5000-0 und ist 24/7 besetzt.
Reisewarnung für große Teile der Golfregion
Bereits seit Beginn der Angriffe am 28. Februar 2026 gilt für folgende Länder eine Reisewarnung des Auswärtiges Amtes: Israel/Palästinensische Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Jemen.
In den vergangenen Wochen wurden durch die deutsche Bundesregierung insgesamt sechs Sonderflüge organisiert, mit denen mehr als tausend Menschen nach Deutschland zurückkehren konnten. Das Angebot richtete sich an vulnerable Gruppen, wie Schwangere, Kinder (mit ihren Eltern) oder auch erkrankte Personen; zwischen Auswanderern und Urlaubern wurde nicht unterschieden. Der sechste Flug in der vergangenen Woche war laut aktuellem Stand jedoch erstmal der letzte – die Maschine war bereits nicht mehr vollständig ausgelastet.
Mögliche Konsequenzen einer Ausreise für Auswanderer
Die potenziellen Auswirkungen einer Ausreise auf die persönliche Lebenssituation können sehr individuell sein. Denn sie sind unter anderem abhängig vom jeweiligen Wohnortstaat, dem Visum/Aufenthaltsstatus sowie dem Arbeitsvertrag.
Da in vielen Fällen das Visum an den Arbeitsvertrag gebunden ist, müssen sich deutsche Auswanderer gründlich über ihre Rechte und Pflichten informieren, bevor sie das Land verlassen. Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, was eine Ausreise nach Deutschland (oder auch in ein anderes Land) konkret für Sie und Ihren Job bedeuten würde. Können Sie vielleicht mobil arbeiten oder eine Art Auszeit nehmen?
Auch die Bedingungen des jeweiligen Visums sollten überprüft werden. Gibt es Einschränkungen bei der Ausreise? Wie lange dürfen Sie sich außerhalb des Landes aufhalten, ohne Ihren Aufenthaltsstatus zu verlieren?
Solange die Sicherheitslage es zulässt, ist es sinnvoll, sich zunächst umfassend zu informieren, um eine überstürzte Entscheidung zu vermeiden.
Ungewisse Entwicklung
Wie lange der Konflikt andauern wird, ist derzeit unklar. Beobachter gehen davon aus, dass die Lage weiterhin hochdynamisch bleibt und sich jederzeit weiter zuspitzen kann.
Die Bundesregierung rät deshalb allen Deutschen in der Region, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen und Kontakt zu den jeweiligen Botschaften zu halten. Wenn die persönlichen Gegebenheiten (Visabedingungen, Arbeitsverträge etc.) es zulassen, ist es möglicherweise sinnvoll, für einen gewissen Zeitraum nach Deutschland oder ein anderes sicheres Land zu gehen.
