Strand und Küste in Spanien

Immer mehr Deutsche wandern aus

02.06.2026

Neue Destatis-Zahlen zeigen anhaltenden Auswanderungstrend

Die Zahl der Deutschen, die ihrer Heimat den Rücken kehren, steigt weiter an. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) hat sich die Nettoabwanderung deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Jahr 2025 erneut deutlich erhöht.

Im Jahr 2025 verließen unterm Strich rund 97.000 Deutsche mehr das Land, als zurückkehrten. Im Vorjahr waren es noch 81.000. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits seit 2005 anhält: Deutschland verliert kontinuierlich eigene Staatsbürger durch Abwanderung.

Welche Länder ziehen deutsche Auswanderer besonders an?

Die Destatis-Zahlen machen klar, dass sich deutsche Auswanderer weiterhin stark auf wenige Länder konzentrieren. Besonders gefragt sind die Schweiz (23.000 Fortzüge), Österreich (14.000 Fortzüge) und Spanien (10.000 Fortzüge).

Gerade Spanien gewinnt zunehmend auch für jüngere Erwerbstätige und Selbstständige an Attraktivität. Neben klassischen Ruhestandsmigranten ziehen heute vermehrt Menschen auf die iberische Halbinsel, die ortsunabhängig arbeiten oder dort berufliche Chancen suchen.

Deutschland verliert auch gegenüber anderen EU-Staaten an Attraktivität

Ein weiterer bemerkenswerter Trend: Deutschland verzeichnet einen negativen Wanderungssaldo gegenüber der EU. Im Jahr 2025 sind insgesamt 54.000 Menschen mehr von Deutschland in andere EU-Staaten gezogen als umgekehrt nach Deutschland gekommen. 2024 lag dieses Minus noch bei 34.000 Personen.

Besonders stark verschlechterte sich die Bilanz gegenüber Polen und Bulgarien. Mit Polen hatte Deutschland 2025 ein Minus von 17.000 Personen, mit Bulgarien ein Minus von 14.000 Personen. Das bedeutet: Es verließen deutlich mehr Menschen Deutschland in Richtung dieser Länder, als von dort nach Deutschland kamen.

Was bedeuten diese Zahlen für deutsche Auswanderer?

Die aktuellen Destatis-Zahlen zeigen, dass Auswandern für viele Deutsche zunehmend eine realistische und attraktive Option ist – insbesondere innerhalb der EU, wo dank Freizügigkeit vergleichsweise geringe Hürden bestehen. Gleichzeitig profitieren qualifizierte Fachkräfte von einem wachsenden internationalen Wettbewerb um Arbeitskräfte sowie oft besseren Rahmenbedingungen im Ausland, etwa bei Lebenshaltungskosten oder Work-Life-Balance. Für Auswanderer bedeutet das mehr Chancen bei der Wahl des Lebensmittelpunkts, aber auch die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung, etwa in steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Fragen.

Wie werden diese Daten erfasst?

Die Wanderungsstatistik ist immer ein wenig ungenau. Sie basiert auf den bei den Meldebehörden registrierten Zu- und Fortzügen. Mehrfache An- und Abmeldungen einer Person innerhalb eines Jahres werden jedoch jeweils als eigene Wanderungsbewegungen erfasst.

Da sich Personen bei einem Wegzug ins Ausland nicht immer ordnungsgemäß abmelden, gelten Zuzüge als zuverlässiger erfasst als Fortzüge. Fehlende Abmeldungen werden teilweise nachträglich von den Meldebehörden von Amts wegen vorgenommen.