Strand auf Bali, Indonesien

Bali führt neue Polizei-Plattform zur Besucherüberwachung ein

20.05.2026

Was sollten deutsche Auswanderer und digitale Nomaden über Cakrawasi wissen?

Die balinesische Polizei hat im März 2026 eine neue digitale Überwachungs- und Meldeplattform namens Cakrawasi eingeführt. Der Name ist eine Abkürzung für Cakra Pengawasan Orang Asing – übersetzt heißt das sinngemäß: „System zur Überwachung ausländischer Staatsangehöriger“. Ziel ist es, den Aufenthalt und die Aktivitäten von Ausländerinnen und Ausländern auf der indonesischen Urlaubsinsel besser nachzuverfolgen und Regelverstöße schneller zu erkennen.

Was genau ist Cakrawasi?

Cakrawasi ist keine klassische App nur für Behörden, sondern eine webbasierte Plattform, die von der balinesischen Polizei betrieben wird. Sie bündelt Daten über ausländische Gäste in Echtzeit und speist diese in ein zentrales Lage- und Analysezentrum der Polizei ein. Kernstück ist die verpflichtende Meldung von Ausländern durch Unterkunftsbetreiber – also Hotels, Resorts, Villenvermieter und auch private Vermieter von Gästezimmern oder Häusern.

Auch die Bevölkerung kann Hinweise melden, etwa zu mutmaßlich illegalen Aktivitäten oder Unregelmäßigkeiten im Aufenthaltsstatus von Ausländern.

Die Einführung von Cakrawasi ist eine Reaktion auf die stark steigenden Besucherzahlen. Im Jahr 2025 kamen rund 7,05 Millionen ausländische Besucher nach Bali. Parallel dazu registrierten die Behörden vermehrt Fälle von Visa-Missbrauch, nicht gemeldeter Erwerbsarbeit und illegal betriebenen Unterkünften.

Was bedeutet das konkret für Deutsche?

Deutsche Bali-Reisende - sowohl Touristen als auch Remote Worker - sollten davon ausgehen, dass ihre Passdaten und Aufenthaltsorte vollständig erfasst werden. Vermieter sind gesetzlich verpflichtet, Daten exakt gemäß Reisepass zu melden. Abweichungen oder verspätete Meldungen können Konsequenzen für Gastgeber und Gäste haben.

Die Polizei kündigte an, mithilfe von Cakrawasi gezieltere Vor-Ort-Kontrollen durchführen zu können – insbesondere in Regionen mit vielen digitalen Nomaden und nicht lizenzierten Unterkünften.

Digitale Nomaden besonders im Fokus

Bali bleibt attraktiv für ortsunabhängiges Arbeiten – gleichzeitig stehen digitale Nomaden zunehmend im Fokus der Behörden. Wer Einkommen erzielt, Workshops gibt, Beratungen anbietet oder aktiv Kunden betreut, benötigt ein passendes Visum (z. B. Remote-Worker-Visum). Ansonsten drohen ernsthafte Konsequenzen wie Geldstrafen, Abschiebung oder gar strafrechtliche Verfolgung.