Mann prüft den Sitz seiner Krawatte

Bereit für den ersten Arbeitstag im bekannten und neuen Unternehmen

So klappt die Rückkehr ins Unternehmen

22.02.2017

Wer lange für sein Unternehmen im Ausland war, kommt bei der Rückkehr in ein anderes Umfeld zurück. Ehemalige Kollegen sind weg, neue sind dazugekommen und Arbeitsprozesse haben sich verändert. Ganz zu schweigen von den nicht-beruflichen Themen, die im Unternehmen gerade für Gesprächsstoff sorgen. Anbei ein paar Tipps, wie man die Rückkehr gut und unproblematisch gestaltet.

Weit vorne auf der Liste steht das Gespräch mit dem Arbeitgeber über die langfristige Entwicklung des Arbeitsbereichs. Die gewohnte Tätigkeit aus dem Ausland kann in Deutschland oft nicht weitergeführt werden. Wer ins Unternehmen im Heimatland zurückkehrt, den erwarten somit unbekannte und vielleicht auch unerwünschte Aufgaben. Was für eine Übergangszeit in Ordnung ist, sollte nicht unbedingt langfristig so bleiben. Der Arbeitgeber sollte Ihnen Perspektiven ermöglichen und aufzeigen, in welchem Team oder Bereich die zukünftige Tätigkeit eingeordnet sein wird. Vertrauen Sie hierbei nicht auf lose Versprechungen, sondern lassen Sie sich einen konkreten Plan zeigen und vertraglich festhalten.

Kontaktpflege auch aus dem Ausland

Sicher ist es aus dem Ausland aufgrund der Distanz und Zeitverschiebung nicht immer einfach, mit den Personalverantwortlichen, Vorgesetzten oder Teamleitern einen Gesprächstermin zu finden. Vielleicht ist auch gar nicht klar, wer der richtige Ansprechpartner ist. Umso wichtiger ist es, während des gesamten Auslandsaufenthaltes Kontakt zum Unternehmen in Deutschland zu halten. Suchen Sie sich die richtigen Kommunikatoren aus dem Unternehmen, und lassen sich auf dem Laufenden halten. So wissen Sie über Personalwechsel Bescheid und werden auch bei strategischen Änderungen rechtzeitig informiert. Auf diese Weise muss das Rückkehr-Gespräch mit dem Vorgesetzten nicht erst mit einem langen Update beginnen.

 

Das mag anstrengend klingen, aber so bereiten Sie selbst Ihre Rückkehr vor und stärken Ihre Bindung zum Unternehmen. Mitarbeiter, die ab der Entsendung ins Ausland eine „Nach-mir-die-Sintflut“-Einstellung an den Tag legen, haben es bei ihrer Rückkehr deutlich schwerer. Doch es ist nicht nur am Mitarbeiter, den Kontakt zu pflegen. Auch das Unternehmen in Deutschland sollte dem Entsendeten deutlich zeigen, dass es seine Arbeit wertschätzt und seine Rückkehr fest im Blick hat. Es gibt nicht wenige Mitarbeiter, die nach ihrer Auslandserfahrung selbst kündigen oder abgeworben werden. Die Bindung zum Unternehmen in der Heimat ist während der Entsendung eher locker und die gewonnene Auslandserfahrung macht den Mitarbeiter auch für Wettbewerbsunternehmen attraktiver. Dessen sollten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer bewusst sein und vor der Rückkehr über Gehalt und Position gegebenenfalls neu verhandeln.

Neues Wissen ins Unternehmen einbringen

Das im Ausland erworbene Wissen ist für beide Seiten bares Geld wert. Der Arbeitnehmer kann mit seinen Auslandserfahrungen und neuen Kenntnissen seine Gehaltsansprüche untermauern. Der Arbeitgeber sollte dieses neue Wissen für sein Unternehmen nutzen. Doch wie? Hier ist gute Zusammenarbeit gefragt. Es kommt nicht gut an, wenn der Rückkehrer bestehende Prozesse kritisiert und gutgemeinte Ratschläge gibt. Besser ist es, gemeinsam mit Vorgesetzten einen Einarbeitungsplan zu entwickeln, der beispielsweise auch Vorträge oder Schulungen für die neuen, alten Kollegen beinhaltet. Das ist deutlich effizienter und vermeidet Missstimmungen. So erhalten die Kollegen Informationen über die Zeit im Ausland, lernen den Rückkehrer besser kennen und werden mit relevantem Wissen versorgt. Dieser Wissenstransfer ist wichtig, um sich nach der Rückkehr wieder in ein großes Team einzufinden.

Kulturschock in Deutschland?

Diese Findungsphase im Team gehört genauso zum Start in den Berufsalltag, wie die Gewöhnung an die neue, alte Kultur. Auch wer sich früher in der deutschen Arbeitswelt sehr wohl gefühlt hat, kann dies nach der Rückkehr anders empfinden. Plötzlich sind die Kollegen zu direkt, zu schlecht gelaunt oder es ist alles zu bürokratisch. Damit hier kein Unmut entsteht, sollten Rückkehrer an ihre erste Zeit im Ausland zurückdenken und Empathie, Diplomatie und Anpassungsfähigkeit walten lassen. Auch wenn Sie sich über Reaktionen ärgern oder manche Abläufe nicht nachvollziehen können, sollten Sie nicht mit ständiger Gegenwehr reagieren. Versuchen Sie lieber, mit gutem Beispiel voranzugehen! Ihre Kollegen werden sich möglicherweise ganz von alleine etwas abschauen, wenn Ihre neue Art und Arbeitsweise aus dem Ausland gut funktionieren.

Wirklich wichtig

Zu guter Letzt sollten Sie an soziale und rechtliche Aspekte, wie Sozialversicherungen, Kindergeld oder auch Anmeldung des Wohnsitzes denken – und zwar nicht erst bei Ihrer Rückkehr, sondern bereits vor der Ausreise. Denn häufig werden bereits zu diesem Zeitpunkt die Weichen für eine Rückkehr gestellt. Was Sie hier versäumen, lässt oft hinterher nicht mehr ausbügeln. Eine Rückkehr ist meist problemlos, wenn Sie sich Fragen zu den Themen Anwartschaft, internationale Krankenversicherung für das Ausland, freiwillige Zahlungen in die Rentenversicherung oder auch zusätzliche Vorsorgeversicherung stellen.