Länderinformationen Kanada

Hauptstadt Ottawa
Fläche 9.093.510 km²
Einwohnerzahl 37.153.052
Regierungssystem Bundesstaatliche konstitutionelle Monarchie
Religion Christentum (67,3 %), Islam (3,2 %), Judentum (1,0 %), Hinduismus (1,5 %), Buddhismus (1,1 %), Sikhismus (1,4 %), nicht religiös (23,9 %)
Amtssprache Englisch, Französisch
Währung Kanadischer Dollar
Zeitzone UTC -3:30 bis - 8
Internet-TLD .ca

Aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 und damit einhergehenden Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr sowie Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens wird vor nicht notwendigen, touristischen Reisen gewarnt.

Seit dem 18. März 2020 wird grundsätzlich nur noch kanadischen Staatsangehörigen und Personen mit permanentem Aufenthaltsstatus die Einreise nach Kanada gewährt. Vom Einreisestopp ausgenommen sind  u. a. Diplomaten, Flugzeug-Crews und enge Familienangehörige von kanadischen Staatsangehörigen und von Personen mit einem permanenten Aufenthaltsstatus.

Meiden Sie Demonstrationen.

Die Kriminalitätsrate ist niedrig. In Großstädten und touristischen Zentren kommt es zu Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl.

  • Bewahren Sie Geld und wichtige Dokumente sicher auf.
  • Führen Sie eine Kopie Ihres Reisepasses getrennt von Ihrem Pass mit sich.
  • Lassen Sie Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt, auch im bzw. vor dem Hotel.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.

Es herrscht Kontinentalklima mit kalten, langen Wintern und heißen Sommern, in den Küstenprovinzen Seeklima. Von Juni bis September kommt es besonders im Westen Kanadas immer wieder wegen Trockenheit zu Busch- und Waldbränden. In den Wintermonaten kommt es regelmäßig zu extremer Kälte und teilweise schweren Schneestürmen. In der Hurrikan-Saison von Mai bis November können vereinzelt Tropenstürme auch den äußersten Nordosten Kanadas erreichen und zu heftigem Wind, Starkregen und in der Folge zu Überflutungen führen. British Columbia und Yukon liegen in einer seismisch aktiven Zone, weshalb es zu Erdbeben und vulkanischen Aktivitäten, an den Küsten British Columbias auch zu Tsunamis kommen kann.

Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in Kanada verboten.

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

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Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden. Bei Aufenthalten in den nördlichen Landesteilen wird eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B empfohlen, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch gegen Tollwut. Die Meningitisimpfung gehört in Kanada zum Standardimpfprogramm für Kinder und Jugendliche, sie ist als Reiseimpfung für diesen Personenkreis empfohlen.

Sanitäre und hygienische Verhältnisse entsprechen weitgehend denen in Deutschland. Das Gesundheitssystem in Kanada ist staatlich organisiert. Arzttermine sind sehr schwer zu bekommen. Im Bedarfsfall wenden Sie sich an sogenannte "walk-in clinics" und im Notfall gehen Sie direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch einen Reisemediziner persönlich beraten. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V.

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Deutsche Staatsangehörige benötigen einen für die Dauer des Aufenthalts gültigen Reisepass. Für Kinder ist ein Kinderreisepass mit Foto erforderlich. Für touristische oder geschäftliche Aufenthalte bis zu 6 Monaten ist die Einreise visumsfrei, es ist jedoch bei Einreise auf dem Luftweg eine elektronische Einreisegenehmigung (eTA) einzuholen. Die Beantragung muss vor Antritt der Flugreise online erfolgen. Informationen auch in deutscher Sprache, Antragsformulare und FAQ finden sich auf der Webseite des Government of Canada. Deutsche Staatsangehörige, die im Besitz eines gültigen Visums/Aufenthaltstitels für Kanada sind, benötigen zur Einreise keine eTA. Für die Ableistung von Praktika, die Aufnahme einer Au-pair-Tätigkeit oder ähnliche Beschäftigungen ist die vorherige Einholung einer Arbeitserlaubnis ("work permit") über die Botschaft von Kanada in Wien erforderlich. Bei Minderjährigen, die alleine, nur mit einem Elternteil oder einer dritten Person nach Kanada reisen, müssen ein Nachweis über das Sorgerecht und eine Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten mitgeführt werden.

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Urlaubsreisen:
Auch für Reisen nach Kanada sollten Sie vor Beginn Ihrer Reise an eine gültige Reisekrankenversicherung mit medizinisch sinnvollem Krankenrücktransport denken. Von Reisekrankenversicherung bis zu Reiserücktrittsversicherung und Versicherungen für Jugend- und Bildungsreisen in Kanada finden Sie alles auf unserer Website: Reiseversicherungen für Kanada

Geschäftsreisen und längere Auslandsaufenthalte:
Als Expat oder Geschäftsreisender in Kanada genügt eine einfache Reisekrankenversicherung nicht mehr: Hier benötigen Sie eine Internationale Krankenversicherung. Im Rahmen einer Entsendung nach Kanada finden Sie hier einen idealen Tarif für einen ausgiebigen Versicherungsschutz für Mitarbeiter in Kanada.

Vorsicht: Einige Versicherungen, wie Haftpflicht- oder Unfallversicherung, sind im Ausland nicht mehr oder nur eingeschränkt gültig. Deswegen sollten Sie sich rechtzeitig informieren, bevor Sie für längere Zeit nach Kanada gehen: Versicherungen im Ausland

Sie haben sich in Kanada ein Haus gekauft oder sind Besitzer einer Ferien-Immobilie im Ausland? Dann sollten Sie eine gute Immobilienversicherung für Ihr Auslandsdomizil besitzen. Hier helfen wir Ihnen mit guten Konditionen und günstigen Tarifen gerne weiter: Immobilienversicherung im Ausland

Zur Prüfung, ob für eine in Kanada/Quebec ausgeübte Beschäftigung die kanadischen bzw. quebecinischen oder die deutschen Rechtsvorschriften anzuwenden sind, sind das deutsch–kanadische Abkommen über soziale Sicherheit vom 14. November 1985 (BGBl 1988 II, Seite 28) i. d. F. des Zusatzabkommens vom 27. August 2002 (BGBl. 2003 II, S. 666) und das deutsch-quebecinische vom 14. Mai 1987 (BGBl 1988 II, Seite 64) heranzuziehen. Beide Abkommen sind identisch und erfassen bestimmte Bereiche der sozialen Sicherheit.

In Bezug auf Deutschland sind dies die Rechtsvorschriften über

  • die Rentenversicherung,
  • die hüttenknappschaftliche Zusatzversicherung,
  • die Alterssicherung der Landwirte,
  • die Arbeitslosenversicherung (ab 1. Dezember 2003),
  • die Unfallversicherung (ab 1. April 2014; nur in Bezug auf Quebec).

In Bezug auf Kanada und Quebec sind dies die Rechtsvorschriften über

  • die Volksrente (Old Age Security Act) und die Verordnungen dazu,
  • die Kanadische Rentenversicherung (Canada Pension Plan) und die Verordnungen hierzu.

Das Abkommen gilt für alle Staatsbürger der Abkommensstaaten.

Die bilateralen Sozialversicherungsabkommen und Zusatzabkommen im Überblick:

  • Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kanada vom 14. November 1985 (BGBl. 1988 II, S. 28); in Kraft getreten am 1. April 1988 (Bekanntmachung BGBl. II, S. 625)
  • Zusatzabkommen vom 27. August 2002 (BGBl. 2003 II, S. 666); in Kraft getreten am 1. Dezember 2003 (Bekanntmachung BGBl. 2003 II, S. 1136)
  • Schlussprotokoll i. d. F. des Zusatzabkommens vom 27. August 2002
  • Durchführungsvereinbarung vom 14. November 1985 (BGBl. 1988 II, S. 47); in Kraft getreten am 6. Mai 1988 (Bekanntmachung BGBl. 1988 II, S. 1166)
  • Verwaltungsvereinbarung vom 31. Mai 2001; in Kraft getreten am 31. Mai 2011
  • Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Quebec vom 20. April 2010 (BGBl. 2011 II, S. 19); in Kraft getreten am 1. April 2014 (Bekanntmachung BGBl. 2015 II, S. 1040)
  • Schlussprotokoll zur Vereinbarung vom 20. April 2010
  • Durchführungsvereinbarung vom 20. April 2010 (BGBl 2011 II, S. 36); in Kraft getreten am 1. April 2014 (Bekanntmachung BGBl. 2015 II, S. 1040)
  • Verwaltungsvereinbarung vom 9. Mai 2012; in Kraft getreten am 1. April 2014

Bzgl. der praktischen Umsetzung der Abkommen, Zusatzabkommen und Durchführungsvereinbarungen wenden sich die Leser bitte ausschließlich an die zuständigen Sozialversicherungsträger in den Abkommensstaaten.

Im Rahmen eines beruflich bedingten Auslandaufenthaltes ergeben sich für den Leser einige Fragen arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Art. Natürlich kann mit diesem Artikel nicht jede individuelle Detailfrage beantwortet werden. Er gibt allerdings einen Überblick über die wichtigsten zu beachtenden Hinweise und enthält für weitergehende Fragen die zuständigen Ansprechpartner bzw. Institutionen.Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass vom Grundsatz her jeder Staat individuell in eigener Zuständigkeit über sein Sozialversicherungssystem entscheidet. In Deutschland werden die gesetzlichen Regelungen zu den einzelnen Trägern der Sozialversicherung im Sozialgesetzbuch dargestellt. Im Zusammenhang mit einem beruflich bedingten Auslandsaufenthalt könnte z.B. der Fall eintreten, dass der Beschäftigte und sein Arbeitgeber gleichzeitig in beiden Staaten – in unserem Fall Deutschland und Kanada/Quebec – Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssten. Zur Vermeidung dieser sog. "Doppelversicherung" gelten für Deutschland und Kanada/Quebec spezielle Zuständigkeitsregelungen. Bei der Klärung der Frage, ob die deutschen oder die kanadischen/quebecinischen Sozialversicherungsvorschriften anzuwenden sind, ist zunächst zu prüfen, ob die Beschäftigung in Kanada/Quebec ausschließlich dort oder im Rahmen einer Entsendung (vgl. § 4 SGB IV; Ausstrahlung) ausgeübt wird.

Die kanadischen/quebecinischen Rechtsvorschriften sind anzuwenden, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses oder im Rahmen eines zeitlich befristeten Arbeitsverhältnisses ausschließlich in Kanada/Quebec arbeitet.

Dieser Grundsatz gilt unabhängig davon, in welchem Staat der Arbeitnehmer wohnt bzw. der Arbeitgeber seinen Sitz hat.

Sofern die Beschäftigung in Kanada/Quebec im Rahmen einer Entsendung erfolgt, ist das deutsche Sozialversicherungsrecht anzuwenden (vgl. hierzu: Beschäftigung im Ausland; hier: Entsendung im Rahmen eines inländischen Beschäftigungsverhältnisses/Beendigung der Ausstrahlung/zeitliche Begrenzung der Entsendung).

Die ersten 60 Kalendermonate

Für einen nach Kanada/Quebec entsandten Arbeitnehmer gelten während der ersten 60  Kalendermonate seines Einsatzes die deutschen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit. Eine entsprechende Prüfung wird von der deutschen Krankenkasse des Arbeitnehmers oder – sofern ein solcher Versicherungsschutz nicht besteht – von der „Deutschen Rentenversicherung Bund“ vorgenommen.
Die Ausnamevereinbarung

  1. Personalien des Arbeitnehmers (Name, Vorname, Geburtsdatum)
  2. Beginn und voraussichtliches Ende der Beschäftigung in Kanada/Quebec
  3. Aufgabenstellung des Arbeitnehmers in Kanada/Quebec
  4. Bezeichnung und vollständige Anschrift des Unternehmers/Arbeitsstätte in Kanada/Quebec
  5. Einzelheiten zur arbeitsrechtlichen Einbindung in Deutschland während der Beschäftigung in Kanada/Quebec
  6. Bestätigung des Arbeitgebers, dass er die Melde- und Beitragspflichten zur Sozialversicherung in Deutschland während des Auslandeinsatzes übernimmt
  7. Vollständig ausgefüllte und unterschriebene Erklärung des Arbeitnehmers
  8. Kopien des/der Vordrucke/s CAN 1 bzw. Q 101, sofern es sich um die Verlängerung eines Auslandseinsatzes handelt oder die Dauer der Entsendung 60  Kalendermonate überschreitet.

Die Vordrucke CAN 1 und QU/DE 101

Arbeitnehmer, die in Kanada oder Quebec arbeiten und für die weiterhin deutsche Sozialversicherungspflicht besteht, erhalten auf Antrag eine „Bescheinigung über die Anwendung der deutschen Rechtsvorschriften bei Beschäftigung in Kanada (bzw. Quebec)“. Es handelt sich hierbei um die Vordrucke CAN 1 und QU/DE 101In Deutschland werden die Vordrucke CAN 1 und QU/DE 101 von folgenden Stellen ausgestellt:Für die ersten 60 Monate der Entsendung von

  • einer gesetzlichen Krankenkasse, an die die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgeführt werden (i. d. R. der Gesamtsozialversicherungsbeitrag),
  • der Deutschen Rentenversicherung Bund, Ruhrstraße 2, 10709 Berlin, sofern keine Rentenversicherungsbeiträge an eine gesetzliche Krankenkasse in Deutschland abzuführen sind.

In der Praxis führen die oben erläuterten Zuständigkeitsregelungen nicht immer zu zufrieden stellenden Lösungen. Vor diesem Hintergrund können im Interesse des Arbeitnehmers mit den zuständigen Stellen in Kanada/Quebec und Deutschland im Rahmen von Ausnahmevereinbarungen abweichende Regelungen getroffen werden.Eine solche Ausnahmevereinbarung gilt einheitlich für alle Bereiche der sozialen Sicherheit.Eine Grundvoraussetzung für den Abschluss einer Ausnahmevereinbarung ist das individuell zu begründende Interesse des Arbeitnehmers an einer solchen Regelung. Für den Abschluss einer Ausnahmevereinbarung sind in Deutschland die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung-Ausland (DVKA), in Kanada das Canada Revenue Agency, CPP/EI Rulings Division Social Security Unit 320 Queen Street Tower A Ottawa Ontario K1A 0L5 Canada und in Quebec das Régie des rentes du Québec, Buereau des ententes de sécurité sociale, Service des prestations 3 1055, boulevard René-Lévesque Est 13e étage Montréal (Québec) H2L 4S5 Canadazuständig.Beim GKV-Spitzenverband, DVKA, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer mindestens drei Monate vor Aufnahme der Beschäftigung in Kanada/Quebec bzw. vor Ablauf der ersten 60 Kalendermonate der Entsendung  den Antrag stellen.Den Erfahrungen in der Praxis zufolge wendet sich der Arbeitgeber in der Regel zusammen mit der vom Arbeitnehmer unterschriebenen Erklärung an die DVKA. Von Seiten der DVKA wird den Arbeitgebern für den „Antrag auf eine Ausnahmevereinbarung“ die folgende Checkliste empfohlen:

Ein Rechtsanspruch auf den Abschluss einer Ausnahmevereinbarung besteht nicht. Die zuständigen Stellen entscheiden im Rahmen ihres Ermessens.

Für Zeiten, für die eine Ausnahmevereinbarung getroffen wurde, vom GKV-Spitzenverband, DVKA.

Jede Provinz in Kanada hat ihr eigenes Gesundheitssystem und ist von den Leistungen her ziemlich identisch. Einige Provinzen (z.B. BC) haben eine Wartezeit bevor man versichert ist, während man in anderen Provinzen vom ersten Tag an Versicherungsschutz genießt.

Leistungen, die mit dieser Grundversorgung abgedeckt werden, sind:

  • der Besuch beim Hausarzt
  • die meisten Operationen
  • Krankenhausaufenthalt
  • der Besuch bei den meisten Spezialisten
  • Röntgenaufnahmen
  • die meisten Impfungen
  • die meisten Laboruntersuchungen

Nicht abgedeckt sind:

  • Fahrten im Krankenwagen
  • Medikamente
  • Zahnarztkosten
  • der Besuch beim Optiker, sowie Brillen und Kontaktlinsen
  • der Besuch beim Masseur, Chiropraktiker, Akupunktur und dergleichen

Diese Leistungen müssen entweder privat bezahlt oder durch eine Zusatzversicherung abgedeckt werden. Oftmals bietet der Arbeitgeber in seinem Benefits Package „extended medical and dental coverage“ an, welche dann diese zusätzlichen Leistungen abdeckt. Aber: jede extended medical insurance (z.B. auch bei Zahnarztleistungen) hat Limits wieviel jeder Patient pro Jahr oder insgesamt (also „lebenslang“) in Anspruch nehmen darf. Die meisten Ärzte und Zahnärzte wissen das jedoch und bieten oft Zahlungsmodelle an, die das berücksichtigen.Neueinwanderer sollten, sobald sie in Kanada ankommen, den Antrag auf eine Health Insurance Card stellen. Alle Familienmitglieder benötigen ihre eigene Health Insurance Card, die jedoch zusammen beantragt werden können.Details zu den Krankenversicherungsprogrammen der einzelnen Provinzen können hier nachgelesen werden:

Alberta (AHCIP): www.health.gov.ab.ca
British Columbia (MSP): www.health.gov.bc.ca
Manitoba: www.gov.mb.ca
Newfoundland (MCP): www.health.gov.nl.ca
Northwest Territories: www.hss.gov.nt.ca
Nova Scotia: www.gov.ns.ca
Ontario (OHIP): www.health.gov.on.ca
Quebec (Régie de l’assurance maladie): www.ramq.gouv.qc.ca
Saskatchewan: www.health.gov.sk.ca
Yukon: www.hss.gov.yk.ca

Quelle: Kanadaspezialist.com

Hinweis: Mangels anderer Quellen kann die Richtigkeit und Vollständigkeit nicht überprüft werden.

§ 17 SGB V

Mit dem § 17 SGB V bietet der deutsche Gesetzgeber den im Ausland Beschäftigten eine Möglichkeit an, wobei der Arbeitgeber die Behandlungskosten für seine ins Ausland entsandten Arbeitnehmer pauschal mit den/der Krankenkasse/n abrechnen kann.

Auslandsreise-Krankenversicherung

Auf jeden Fall empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung. Insbesondere wird hierdurch das Kostenrisiko für einen evtl. erforderlich werdenden Rücktransport nach Deutschland abgedeckt. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland dürfen diese Kosten aufgrund einer gesetzlichen Bestimmung nicht übernehmen (vgl. hierzu § 60 Abs. 4 SGB V).Bzgl. einer Auslandsreise-Krankenversicherung wenden sich die Leser bitte vertrauensvoll an den langjährigen Kooperationspartner von Deutsche im Ausland e. V.:Dr. Walter GmbH, Eisenerzstraße 34, 53819 Neunkirchen-Seelscheid, 
Telefon: 02247 / 9194-0

Bei einem Aufenthalt in Kanada oder Quebec von nicht mehr als sechs Wochen pro Kalenderjahr, gewähren die deutschen Pflegekassen bestimmte Pflegeleistungen weiter (vgl. hierzu § 34 Abs. 1 SGB XI). Bei einem Aufenthalt von länger als sechs Wochen pro Kalenderjahr endet die Leistungsgewährung ab dem 43. Tag des Aufenthalts in Kanada oder Quebec. An dieser Stelle der Hinweis, dass es wohl einige wenige deutsche Pflegekassen geben soll, die die Leistungsgewährung bereits ab dem 1. Tag des Aufenthalts in Kanada oder Quebec einstellen, wenn von vornherein ein Aufenthalt von länger als sechs Wochen geplant ist. In dem Moment, wo man nach Kanada oder Quebec auswandert, endet automatisch die deutsche Sozialversicherungspflicht. Das bedeutet: Die Mitgliedschaft in der deutschen sozialen Pflegeversicherung wird automatisch beendet. und es werden ab diesem Zeitpunkt keine Pflegeleistungen mehr gewährt.

In Kanada und Quebec gibt es kein Pflegeversicherungssystem.

An dieser Stelle können wir den Lesern nur einen allgemeinen und unverbindlichen Überblick verschaffen. Rechtsverbindliche Auskünfte zu einer kanadischen oder quebecinischen Rente gibt es ausschließlich bei den zuständigen Trägern in Kanada und Quebec.Das Rentenversicherungssystem in Kanada ist dual angelegt: Für die Absicherung im Alter sind Personen als Kanadier oder sogenannter legaler Einwohner über das steuerfinanzierte "Old Age Security" ­Programm (OAS) versichert. Seit 1966 besteht neben dem OAS ein beitragsbezogenes Rentenversicherungssystem für Arbeitnehmer/Arbeitgeber und Selbständige – Canada Pension Plan (CPP) –, das Altersrenten, Invalidenrenten und Renten an Hinterbliebene zahlt. Sind Personen in der Provinz Québec berufstätig, zahlen sie Ihre Beiträge zum Québec Pension Plan – QPP(auf französisch: Régime de rentes du Québec).

Die Beiträge müssen die Versicherten ab Vollendung Ihres 18. Lebensjahres aus Ihrem jährlichen Einkommen zahlen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Beiträge, Selbständige zahlen sie allein.

Leistungen aus der OAS

Eine Altersrente erhält jeder in Kanada, der 65 Jahre oder älter ist und mindestens 10 Jahre nach seinem 18. Geburtstag in Kanada gewohnt hat. Auch in Kanada wird das Renteneintrittsalter angehoben: Es steigt schrittweise für Personen, die ab 1. April 1958 geboren sind, von 65 auf 67 Jahre ab April 2023. Ab Januar 2029 liegt die Altersgrenze dann bei 67 Jahren. Wenn man außerhalb Kanadas lebt, wird eine Wohnzeit von mindestens 20 Jahren in Kanada nach dem 18. Geburtstag vorausgesetzt, damit die OAS-­Rente ins Ausland gezahlt werden kann.

Um einen Anspruch auf eine volle Rente zu haben, müssen Versicherte nach Ihrem 18. Geburtstag mindestens 40 Jahre in Kanada gewohnt haben. Erfüllen sie die Mindestwohnzeit für einen Anspruch auf eine Altersrente (10 beziehungsweise 20 Jahre), aber haben sie weniger als 40 Jahre an kanadischen Wohnzeiten zurückgelegt, können sie nur eine anteilige Rente erhalten.

Einkommensabhängige Leistungen der OAS

Erhalten Versicherte eine Rente aus der OAS, können sie folgende Zusatzleistungen beantragen:

  • den Zuschlag zur Gewährleistung eines Mindesteinkommens (Guaranteed Income Supplement – GIS),
  • den Zuschuss (Allowance – ALW) für Senioren zwischen 60 und 64 Jahren, die Ehe­ oder Lebenspartner eines OAS­Berechtigten sind und die Aufenthaltsvoraussezungen erfüllen,
  • den Zuschuss für Hinterbliebene (Allowance for the Survivor – ALWS) für Senioren zwischen 60 und 64 Jahren, die verwitwet sind und die Aufenthaltsvoraussetzungen erfüllen.

Leistungen aus dem CPP/QPP

CPP und QPP zahlen nahezu die gleichen Leistungen. Haben Versicherte in Québec gearbeitet, haben sie Ihre Beiträge zum QPP gezahlt und der QPP zahlt ihnen ihre Rente. Wenn Versicherte in einer anderen Provinz gearbeitet haben, wurden die Beiträge zum CPP gezahlt und der CPP zahlt ihnen die Rente. Haben sie in beiden Systemen Beitragszeiten zurückgelegt, werden die Beiträge insgesamt berücksichtigt. Versicherte erhalten dann eine Leistung, die auf ihren Beiträgen zum QPP und CPP basiert.

Altersrenten (Retirement Pension)

Einen Anspruch auf Altersrente haben Versicherte, wenn sie mindestens einen Beitrag gezahlt und das 65. Lebensjahr vollendet haben. Versicherte können die Rente bereits ab Vollendung Ihres 60. Lebensjahres beanspruchen.Erhalten Versicherte die Rente erst nach ihrem 65. Geburtstag, erhöht sie sich um 0,7 Prozent für jeden Monat (höchstens um 42 Prozent), den sie den Beginn ihrer Rente hinausschieben (längstens bis zum 70. Geburtstag). Informationen hierzu finden die Leser unter www.servicecanada.gc.ca und unter www.rrq.gouv.qc.ca. Die Höhe der Altersrente hängt davon ab, wie lange und in welcher Höhe Versicherte Beiträge zum CPP/QPP bis zu ihrem Antrag gezahlt haben.

Arbeiten Versicherte über den Beginn ihrer Altersrente hinaus weiter, können sie ihre Rente durch sogenannte PostRetirement­Benefits (PRB) erhöhen. Dazu sind sie berechtigt, wenn sie

  • zwischen 60 und 70 Jahre alt sind,
  • arbeiten und Beiträge zum CPP zahlen und
  • eine Altersrente von CPP/QPP erhalten.

Auch im QPP können Versicherte für jedes Jahr, das sie trotz des Bezugs einer Altersrente weiterarbeiten, einen Zuschlag zu ihrer Rente erhalten. Weitere Informationen erhalten die Leser unter 
www.rrq.gouv.qc.ca/en/retraite/rrq/Pages/supplement_rente_retraite.aspx

Erwerbsminderungsrenten (Disability Benefit)

Eine Erwerbsminderungsrente erhalten Versicherte, wenn sie

  • invalide im Sinne der Definitionen des CPP sind,
  • nicht älter als 65 Jahre sind,
  • Beiträge zum CPP geleistet haben und
  • vor dem Eintritt der Erwerbsminderung in den letzten 6 Jahren mindestens 4 Jahre Beiträge zum CPP gezahlt haben oder nur 3 Jahre, wenn sie aber insgesamt mindestens 25 Jahre versichert waren.

Invalide im Sinne des CPP sind Versicherte, wenn sie ernsthaft und längerfristig körperlich oder geistig erkrankt sind. Ernsthaft bedeutet dabei, dass Versicherte dauerhaft keine Beschäftigung mehr ausüben können. Längerfristig heißt, dass dieser Zustand für unbestimmte Zeit oder bis zum Tod besteht.

Im QPP ist die Mindestversicherungszeit erfüllt, wenn Versicherte

  • in den letzten drei Jahren mindestens zwei Beitragsjahre oder
  • in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Beitragsjahre zurückgelegt haben oder
  • mindestens die Hälfte der Versicherungszugehörigkeit (minimal zwei Jahre) versichert waren.

Darüber hinaus müssen Versicherte erwerbsgemindert im Sinne des QPP sein. Die Kriterien ähneln denen des CPP. Eine Invalidenrente erhalten Versicherte längstens bis zu ihrem 65. Geburtstag, da sie dann einen Anspruch auf Altersrente aus dem CPP/QPP haben.

Kinderrenten (Benefits for children of contributors with a disability)

Für das Kind eines Erwerbsminderungsrentners wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres eine Kinderrente gezahlt. Im CPP kann die Leistung bei Schul­ oder Hochschulausbildung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weitergezahlt werden. Im QPP endet sie mit dem 18. Geburtstag.

Witwen-/Witwerrenten (Survivor’s pension)

Nach dem Tod eines Versicherten können Hinterbliebene als Witwe/Witwer oder als Partner eine Hinterbliebenenrente erhalten, wenn sie mit dem Versicherten in einer eheähnlichen Gemeinschaft gelebt haben.Der Verstorbene muss mindestens für ein Drittel der Beitragsdauer Beiträge zum CPP/QPP gezahlt haben. Diese Mindestzahl variiert zwischen drei und zehn Jahren und ist abhängig vom Lebensalter des Verstorbenen zum Zeitpunkt des Todes. Aufgrund des Abkommens werden auch die deutschen Beitragszeiten des Verstorbenen berücksichtigt.Personen können als Hinterbliebener keine Witwen­/Witwerrente erhalten, wenn sie jünger als 35 Jahre alt sind, keine Erwerbsminderung vorliegt und kein Kind erziehen. Sind sie älter als 35, aber jünger als 65 Jahre, wird ihnen nur eine gekürzte Rente gezahlt. Hinterbliebene, die 65 Jahre und älter sind, erhalten 60 Prozent der Altersrente des Verstorbenen.

  • vom Lebensalter der Hinterbliebenen,
  • davon, ob der Hinterbliebene erwerbsgemindert ist oder
  • ein Kind erzieht.

Im QPP gibt es keine Altersvoraussetzungen für die Hinterbliebenen. Die Höhe der Leistung ist abhängig

Waisenrenten (Benefits for children of deceased contributors)

Die Kinder des verstorbenen Versicherten können eine Waisenrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhalten. Bei einer Schulausbildung oder einem Studium wird die Waisenrente aus dem CPP bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Die Waisenrente aus dem QPP wird nur bis zum 18. Geburtstag gezahlt.

Sterbegeld (Death benefit)

Das Sterbegeld wird als einmaliger Beitrag demjenigen gezahlt, der für die Beerdigungskosten aufkommt. Der Verstorbene muss eine Mindestzahl von Beiträgen zum CPP/QPP gezahlt haben. Diese Mindestzahl variiert zwischen drei und zehn Jahren und ist abhängig vom Lebensalter des Verstorbenen zum Zeitpunkt des Todes. Auch hier werden die deutschen Beitragszeiten des Verstorbenen berücksichtigt. Das Sterbegeld beträgt den sechsfachen Monatsbetrag der Altersrente des Verstorbenen, höchstens aber 2.500 kanadische Dollar.

Kombinierte Renten (Combining Benefits)

Erhalten Personen als Hinterbliebener neben ihrer Witwen­/Witwerrente auch eine eigene Alters­ oder Erwerbsminderungsrente, werden die beiden Leistungen durch den CPP beziehungsweise QPP zu einer Leistung bis zu einem bestimmten Höchstbetrag „kombiniert“. Im Ergebnis bekommen sie dann nur noch eine monatliche Rente.

Quelle:

Die obengenannten Angaben stammen auszugsweise aus der folgenden Broschüre der DRV Bund.

Die deutschen Agenturen für Arbeit prüfen entsprechende Sachverhalte stets im Einzelfall. Vor diesem Hintergrund wenden sich die Leser bitte ausschließlich an die für ihren deutschen Wohnort zuständige Agentur für Arbeit.

Im Falle eines Arbeitsunfalls stellt der zuständige quebecinische Träger Arbeitnehmern, die in Deutschland gesetzlich unfallversichert sind, entsprechende Leistungen zur Verfügung. In diesen Fällen muss sich der Arbeitnehmer unverzüglich an den zuständigen deutschen Unfallversicherungsträger wenden. Dieser stellt eine Anspruchsbescheinigung in Briefform aus. Ein Merkblatt über den Unfallversicherungsschutz im Ausland gibt es bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Bzgl. Detailfragen zur praktischen Umsetzung des Sozialversicherungsabkommens wenden sich bitte Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausschließlich an die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) oder ihre zuständige Berufsgenossenschaft.

Alle Angaben haben größtenteils den Rechtsstand Sommer 2017. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert. Die Quellen sind: DRV Bund, Bundesagentur für Arbeit, DGUV, DVKA und BMAS. Trotzdem sind alle Inhalte rechtlich unverbindlich und dienen lediglich zur persönlichen Information. Rechtsansprüche gegenüber Dritten (insbesondere Sozialversicherungsträgern) können aus den Inhalten nicht abgeleitet werden. Bei konkreten Detailfragen wenden sich die Leser bitte ausschließlich an den zuständigen Sozialversicherungsträger.