Global Peace Index 2026: Frieden nimmt weltweit ab
17.06.2026Europa gehört zu den sichersten Regionen der Welt
Die internationale Sicherheitslage verschärft sich weiter. Das zeigt der neu erschienene Global Peace Index (GPI) 2026, einer der wichtigsten weltweiten Vergleichsberichte zur Sicherheits- und Friedenslage. Mit einer Verschlechterung um acht Plätze im Vergleich zum vergangenen Jahr belegt Deutschland den 28. Platz.
Europa bleibt insgesamt die friedlichste Region der Welt. Dennoch ist der langfristige Trend auch hier nicht mehr eindeutig positiv: Die zunehmende Militarisierung in Europa markiert eine klare Abkehr von der sicherheitspolitischen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte.
Das sind die friedlichsten Länder der Welt
An der Spitze des Rankings hat sich wenig verändert. Island bleibt zum 19. Mal in Folge das friedlichste Land der Welt, gefolgt von einer Mischung aus europäischen und pazifischen Staaten: Auf dem zweiten Platz liegt Neuseeland, dahinter die Schweiz auf Platz drei. Danach folgen Slowenien, Irland, Österreich, Portugal, Singapur und Finnland. Komplettiert wird die Top Ten der friedlichsten Länder weltweit von Japan.
Diese Staaten überzeugen durch stabile politische Systeme, geringe Kriminalitätsraten und vergleichsweise niedrige Militärausgaben. Für deutsche Auswanderer gelten sie also weiterhin als besonders sichere Zielregionen.
Weltweiter Abwärtstrend hält an
Der aktuelle Bericht dokumentiert eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet: Das globale Friedensniveau sinkt weiter. Bereits zum zwölften Mal in Folge hat sich die Lage verschlechtert, diesmal um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt sind mittlerweile 119 Länder weniger friedlich als noch 2008.
Hauptursache ist laut Bericht die wachsende Zahl bewaffneter Konflikte. Weltweit gibt es inzwischen mehr aktive Konflikte als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig sind immer mehr Staaten indirekt in Konflikte verwickelt, etwa durch militärische Unterstützung oder geopolitische Bündnisse.
Die fünf Länder mit dem schlechtesten Ranking sind Jemen, Demokratische Republik Kongo, Sudan, Ukraine und Russland auf dem letzten Platz.
Was misst der Global Peace Index?
Der Global Peace Index wird seit 2007 jährlich vom Institute for Economics & Peace (IEP) erstellt, einem unabhängigen internationalen Thinktank.
Die Studie gilt als umfassendster Versuch, „Frieden“ messbar zu machen. Dazu analysiert der Index 163 Staaten, die zusammen 99,7 Prozent der Weltbevölkerung abdecken.
Bewertet werden insgesamt 23 Indikatoren, die in drei zentrale Bereiche fallen:
- Innere Sicherheit – etwa Kriminalität, politische Stabilität oder Terrorrisiken
- Konflikte – sowohl innerhalb eines Landes als auch international
- Militarisierung – etwa Militärausgaben oder Truppenstärken
Das Ergebnis ist ein Ranking, das nicht nur Kriege bewertet, sondern auch den Alltag: Wie sicher fühlen sich Menschen? Wie stabil ist die politische Lage? Und wie stark ist ein Land militärisch geprägt?
Sicherheit wird zum entscheidenden Standortfaktor
Der Global Peace Index 2026 macht deutlich, dass sich die Welt in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Konflikte nehmen zu und geopolitische Spannungen verschärfen sich.
Für Auswanderer bedeutet das vor allem eines: Die Wahl des Ziellandes sollte stärker denn je unter Sicherheitsaspekten erfolgen. Während Länder wie Island, die Schweiz oder Neuseeland weiterhin als sichere Häfen gelten, wächst das Risiko in vielen anderen Regionen. Wer eine Auswanderung plant, sollte sich daher umfassend über das gewünschte Zielland sowie die dortigen Sicherheitsrisiken informieren.
