Global Risk Map 2027: Wo Auswanderer sicher leben können

07.10.2026

Neue Risikoeinschätzung bewertet Staaten weltweit

Wer 2027 auswandern möchte, findet laut der aktuellen Global Risk Map 2027 von Global Guardian die günstigsten Sicherheitsbedingungen weiterhin vor allem in Nord- und Westeuropa. Zu den Ländern mit der niedrigsten Risikostufe gehören unter anderem Island, Irland, Norwegen, Dänemark, die Schweiz und Portugal. Außerhalb Europas erreichen auch Japan, Südkorea, Neuseeland sowie mehrere Regionen Australiens die Bewertung „Low Risk“.

Am anderen Ende des Spektrums stehen vor allem Konflikt- und Krisengebiete wie Afghanistan, Syrien, Jemen, Sudan und Somalia, die von den Analysten der Sicherheitsfirma Global Guardian der höchsten Risikostufe zugeordnet werden.

Insgesamt warnt die Ende September veröffentlichte Analyse vor zunehmenden geopolitischen Spannungen, Gesundheitsrisiken und neuen Cyberbedrohungen. Erstmals zeigt die Risk Map zudem, dass sich Risiken nicht nur zwischen Ländern, sondern häufig auch zwischen einzelnen Regionen und Städten erheblich unterscheiden können.

Neue Risk Map blickt genauer hin

Die jährlich erscheinende Global Risk Map wird von der Intelligence-Abteilung von Global Guardian erstellt. Das Unternehmen berät Organisationen und internationale Reisende zu Sicherheits- und Krisenrisiken. Die Karte bewertet Länder anhand verschiedener Faktoren, darunter Kriminalität, bewaffnete Konflikte, Gesundheitsrisiken, Naturkatastrophen, Infrastruktur, politische Stabilität, zivile Unruhen und Terrorismus.

Neu ist im Jahr 2027 vor allem der deutlich detailliertere Ansatz: Statt jedem Staat nur eine allgemeine Risikostufe zuzuweisen, werden erstmals regionale Unterschiede innerhalb eines Landes sichtbar gemacht.

Neu ist außerdem, dass die Studie einzelne Risiken gesondert ausweist. Dazu gehören Städte mit besonders hoher Gewaltkriminalität, Länder mit erhöhtem Risiko willkürlicher Festnahmen, Gesundheits- und Umweltrisiken sowie Regionen, in denen Reisende verstärkt mit Datenzugriffen oder Cyberspionage rechnen müssen.

Neue Risikokategorien der Global Risk Map 2027

  • Höchstes Städterisiko: Zu den Städten mit den höchsten Sicherheitsrisiken weltweit zählen unter anderem Culiacán (Mexiko), Guatemala Stadt (Guatemala), Guayaquil (Ecuador), Khartum (Sudan), Mogadischu (Somalia), Port-au-Prince (Haiti) und Durban (Südafrika)
  • Hohes Risiko willkürlicher Festnahmen: u.a. Afghanistan, Belarus, China, Iran, Nicaragua, Myanmar, Nordkorea und Russland.
  • Höchste Gesundheitsrisiken: u.a. Afghanistan, Haiti, die Demokratische Republik Kongo, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen.
  • Höchste Umweltrisiken: u.a. China, Indien, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Pakistan, die Philippinen und Russland.
  • Höchstes Risiko für Datenzugriffe und Cyberspionage: China, Hongkong, Macau, Iran, Kuba und Russland.

Diese Länder werden als gefährlicher eingestuft

Zu den größten Verlierern der aktuellen Analyse gehört der Iran. Das Land wurde von „High Risk“ auf „Extreme Risk“ hochgestuft. Als Gründe nennt Global Guardian den anhaltenden Konflikt mit den USA und Israel, innenpolitische Spannungen und ein gestiegenes Risiko willkürlicher Festnahmen.

Auch Ecuador wird aufgrund eskalierender Bandenkriminalität künftig als „High Risk“ eingestuft. Kuba rückt wegen einer sich verschlechternden Versorgungslage, Stromausfällen und Problemen im Gesundheitswesen von „Moderate Risk“ auf „Medium Risk“ vor.

Im Nahen Osten wurden zudem Jordanien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien schlechter bewertet. Bahrain und Kuwait stiegen sogar von „Moderate Risk“ auf „High Risk“. Hintergrund sind die anhaltenden regionalen Spannungen und die Gefahr weiterer militärischer Eskalationen.

Wo sich die Lage verbessert hat

Nicht überall steigen die Risiken. Jamaika beispielsweise wird aufgrund sinkender Kriminalitätszahlen und erfolgreicherer Maßnahmen gegen Bandenkriminalität künftig besser bewertet. Laut der Risk Map sank die Mordrate zwischen 2024 und 2025 um 40 Prozent, und auch die vorläufigen Zahlen für 2026 zeigen einen weiteren Rückgang.

Südkorea wird nach der Stabilisierung der innenpolitischen Lage von „Moderate Risk“ auf „Low Risk“ herabgestuft.

Was bedeutet das für deutsche Auswanderer?

Hundertprozentig sicher ist es natürlich in keinem Land der Welt. Auch Staaten mit niedriger oder moderater Gesamteinstufung sind nicht frei von Risiken. Naturkatastrophen, Cyberangriffe, politische Unruhen oder Gesundheitskrisen können immer und überall auftreten.

Auswanderer und Expats sollten vor einem Umzug nicht nur das Zielland insgesamt betrachten, sondern auch Unterschiede zwischen Regionen und Städten einbeziehen. Die Sicherheitslage, die medizinische Versorgung, die Infrastruktur oder das Risiko von Naturereignissen können innerhalb eines Landes deutlich variieren.