Deutsche im Ausland e. V. (DIA)

Griechenland

Allgemeine Information

Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass vom Grundsatz her jeder Staat individuell in eigener Zuständigkeit über sein Sozialversicherungssystem entscheidet. In Deutschland werden die gesetzlichen Regelungen zu den einzelnen Trägern der Sozialversicherung im Sozialgesetzbuch dargestellt. Im Zusammenhang mit einem beruflich bedingten Auslandsaufenthalt könnte z.B. der Fall eintreten, dass der Beschäftigte und sein Arbeitgeber gleichzeitig in beiden Staaten - in unserem Fall Deutschland und Griechenland – Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssten. Zur Vermeidung dieser sog. "Doppelversicherung" gelten im ERW und für die Schweiz spezielle Zuständigkeitsregelungen. Zur Prüfung, ob für eine in Griechenland ausgeübte Beschäftigung die griechischen oder die deutschen Rechtsvorschriften anzuwenden sind, wurde bis zum 30. April 2010 das Gemeinschaftsrecht – die EWG-Verordnung Nr. 1408/71 – herangezogen. Die vorgenannte EWG-Verordnung wurde mit Wirkung zum 1. Mai 2010 in fast allen Bereichen durch die VO (EG) 883/04 abgelöst (siehe hierzu auch: "Sozialversicherung – Neues Europarecht ab dem 1. Mai 2010").

Hinweis:
Das Gemeinschaftsrecht gilt für alle Arbeitnehmer, die die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union, Islands, Lichtenstein, Norwegen oder der Schweiz besitzen. Seit dem 1. Juni 2003 gibt es eine Sonderregelung (gilt nicht für Dänemark) für sog. "Drittstaatsangehörige", also Arbeitnehmer anderer Nationalitäten. Demzufolge ist das Gemeinschaftsrecht für "Drittstaatsangehörige" anzuwenden, wenn diese ihren rechtmäßigen Wohnsitz in einem EU-Staat (in unserem Fall Deutschland) haben und ihre Beschäftigung in einem EU-Staat (hier Griechenland) ausüben.
Für beide Personenkreise kann das Gemeinschaftsrecht natürlich nur angewandt werden, wenn diese der gesetzlichen Sozialversicherung von Deutschland oder Griechenland angehören.

Bei der Klärung der Frage, ob die deutschen oder die grieschichen Sozialversicherungsvorschriften anzuwenden sind, ist zunächst zu prüfen, ob die Beschäftigung in Griechenland ausschließlich dort oder im Rahmen einer Entsendung (vgl. § 4 SGB IV; Ausstrahlung) ausgeübt wird.
Die griechischen Rechtsvorschriften sind anzuwenden, wenn der Arbeitnehmer

  • im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses oder
  • im Rahmen eines zeitlich befristeten Arbeitsverhältnisses


ausschließlich in Griechenland arbeitet.

Hinweis:
Dieser Grundsatz gilt unabhängig davon, in welchem Staat der Arbeitnehmer wohnt bzw. der Arbeitgeber seinen Sitz hat.

Sofern die Beschäftigung in Griechenland im Rahmen einer Entsendung erfolgt, ist das deutsche Sozialversicherungsrecht anzuwenden, vgl.

Entsendung im Rahmen eines inländischen Beschäftigungsverhältnisses

Beendigung der Ausstrahlung

zeitliche Begrenzung der Entsendung



Wichtig:
Zur Prüfung, ob im Rahmen einer Entsendung die Vorschriften des Sozialgesetzbuches anwendbar sind, ist mit dem Vordruck A 1 ein „Antrag auf Ausstellung einer Entsendebescheinigung“ bei der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland oder – sofern ein solcher Versicherungsschutz nicht besteht – beim Rentenversicherungsträger zu stellen. Zu beachten ist, dass der bisherige Vordruck E 101 mit Wirkung zum 1. Mai 2010 durch den neuen Vordruck A 1 abgelöst wurde.

Bei einer Verlängerung der Entsendung ist – sofern die Vorschriften des Sozialgesetzbuches auch für die Verlängerung angewandt werden sollen – mit dem Vordruck A 1 (ab 1. Mai 2010; bis 30. April 2010 galt der Vordruck E 102) ein entsprechender Antrag unmittelbar an das

         Idryma Koinonikon Asfaliseon
        -I.K.A.-
        Odos Agiou Konstantinou 8
        10241 Athen
        Griechenland

zu schicken.

Wird der Antrag abgelehnt bzw. nicht gestellt, gelten für den Verlängerungszeitraum die grieschischen Rechtsvorschriften.

Ausnahmevereinbarungen

In der Praxis führen die oben erläuterten Zuständigkeitsregelungen nicht immer zu zufrieden stellenden Lösungen. Vor diesem Hintergrund können im Interesse des Arbeitnehmers mit den zuständigen Stellen in Griechenland und Deutschland im Rahmen von Ausnahmevereinbarungen abweichende Regelungen getroffen werden.

Wichtig:
Eine solche Ausnahmevereinbarung gilt einheitlich für alle Bereiche der sozialen Sicherheit.

Eine Grundvoraussetzung für den Abschluss einer Ausnahmevereinbarung ist das individuell zu begründende Interesse des Arbeitnehmers an einer solchen Regelung. Für den Abschluss einer Ausnahmevereinbarung ist in Deutschland die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung-Ausland (DVKA) und in Griechenland das I.K.A zuständig, vgl. Adressen unten.

Wichtig:
Bei
        GKV-Spitzenverband
        DVKA
        Postfach 20 04 64
        53134 Bonn

sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer mindestens vier Monate vor Aufnahme der Beschäftigung in Griechenland den Antrag stellen.

Den Erfahrungen in der Praxis zufolge wendet sich der Arbeitgeber in der Regel zusammen mit der vom Arbeitnehmer unterschriebenen Erklärung an die DVKA.

Von Seiten der DVKA wird den Arbeitgebern für den "Antrag auf Weitergeltung der deutschen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit – Ausnahmevereinbarung nach Artikel 16 der verordnung (EG) Nr. 883/04" zur Beschleunigung des Verfahrens empfohlen, den

  • vollständige ausgefüllten Antrag,
  • die vollständig ausgefüllte Erklärung des Arbeitnehmers und
  • Kopien der Bescheinigungen E 101 und E 102 bzw. A 1 (sofern diese für die Beschäftigung in Griechenland bereits ausgestellt wurden)

 


direkt an die DVKA zu schicken.

Übrigens:
Ein Rechtsanspruch auf den Abschluss einer Ausnahmevereinbarung besteht nicht. Die zuständigen Stellen entscheiden im Rahmen ihres Ermessens.


Mit dem § 17 SGB V bietet der deutsche Gesetzgeber den im Ausland Beschäftigten sie Möglichkeit an, dass der Arbeitgeber die Behandlungskosten für seine ins Ausland entsandten Arbeitnehmer pauschal mit den/der Krankenkasse/n abrechnen kann, vgl. Kostenerstattung.

Im Falle eines Arbeitsunfalls stellt der zuständige griechische Träger Arbeitnehmern, die in Deutschland gesetzlich unfallversichert sind, gegen Vorlage des besonderen Anspruchsausweises  E123 entsprechende Leistungen zur Verfügung. In diesen Fällen muss sich der Arbeitnehmer unverzüglich an den zuständigen deutschen Unfallversicherungsträger werden. Ein Merkblatt über den Unfallversicherungsschutz im Ausland gibt es bei der DGVU, vgl. Adressen unten.

Tipp:
Die Dr. Walter GmbH empfiehlt den Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung. Insbesondere wird hierdurch das Kostenrisiko für einen evtl. erforderlich werdenden Rücktransport nach Deutschland abgedeckt. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland dürfen diese Kosten aufgrund einer gesetzlichen Bestimmung nicht übernehmen.

Krankheitsfall

Folgende Leistungsbereiche sind zu beachten:

Ambulante ärztliche Behandlung
Sofern der erkrankte Arbeitnehmer eine ambulante ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen muss, wendet er sich zuerst an die nächstgelegene Gesundheitseinrichtung des IKA oder an einen Vertragsarzt der IKA. Bei der IKA oder dem Vertragsarzt erfolgt gegen Vorlage des Anspruchsausweises die erforderliche ärztliche Behandlung. Die IKA-Gesundheitseinrichtungen sind übrigens unter der landesweiten Telefonnummer 184 montags bis freitags von 7.00 bis 19.00 Uhr erreichbar. Den Erfahrungswerten aus der Praxis zufolge empfiehlt es sich, vorab einen Termin telefonisch zu vereinbaren.

Ambulante Notfallbehandlung
Außerhalb der IKA-Sprechzeiten wendet sich der erkrankte Arbeitnehmer an die Notaufnahmen der IKA-Krankenhäuser, die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen des E.S.Y. sowie die Notaufnahmen der E.S.Y.-Krankenhäuser. Bei der Inanspruchnahme eines Nichtvertragskrankenhauses tritt der Arbeitnehmer in Vorleistung und bekommt diese später von der IKA-Geschäftsstelle analog der griechischen Gebührenordnung erstattet.

Arzneimittel
Sofern der erkrankte Arbeitnehmer Arzneimittel benötigt, erhält er vom griechischen Vertragsarzt ein entsprechendes Rezept. Dieses kann der Arbeitnehmer binnen 5 Tagen in einer Vertragsapotheke des IKA einlösen.

Krankenhausbehandlung
Erfordert die Erkrankung eine stationäre Krankenhausbehandlung, stellt der Vertragsarzt eine entsprechende Bescheinigung aus. Aufgrund dieser fertigt die IKA-Geschäftsstelle eine Einweisung für das Krankenhaus aus, wobei dieses diagnosenbezogen ausgesucht wird. Der Einweisungsschein ist vom erkrankten Arbeitnehmer binnen 24 Stunden einzulösen! Selbstverständlich erfolgt in dringenden Fällen eine stationäre Behandlung auch ohne Vorlage des Einweisungsscheines. Es ist lediglich darauf hinzuweisen, dass ein Anspruch gegenüber der IKA besteht. Diese ist vom erkrankten Arbeitnehmer noch möglichst vor der Entlassung vom Krankenhausaufenthalt zu informieren.
Wird ein Nichtvertragskrankenhaus aufgesucht, muss der Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass er wie ein IKA-Versicherter zu behandeln ist. Das Krankenhaus nimmt Kontakt mit der IKA auf, welche durch eigene Ärzte prüfen lässt, ob die stationäre Behandlung aus medizinischer Sicht zwingend erforderlich ist. Wird dies bejaht, erstattet die IKA dem Arbeitnehmer gegen Vorlage entsprechender Quittungen die Kosten analog der griechischen Gebührenordnung.

Zuzahlungen und Eigenanteile
In Griechenland muss der erkrankte Arbeitnehmer lediglich bei den Arzneimitteln eine Beteiligung von 25 % der Kosten leisten. Eine teilweise Ermäßigung ist möglich.

Kostenerstattung
Sofern der erkrankte Arbeitnehmer in Vorleistung getreten ist, nimmt die IKA eine Kostenerstattung analog den griechischen Gebührensätzen vor. Konnte der Arbeitnehmer eine Kostenerstattung in Griechenland nicht mehr in Anspruch nehmen, kann er bei seiner Krankenkasse in Deutschland gegen Vorlage von quittierten und spezifizierten Rechnungen diese beantragen. Die deutsche Krankenkasse nimmt eine Kostenerstattung nach deutschem Recht vor.

Arbeitsunfähigkeit
Damit der erkrankte Arbeitnehmer seine Ansprüche auf Entgeltfortzahlung und Krankengeld nicht verwirkt, muss er die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich seinem Arbeitgeber und der deutschen Krankenkasse melden. Ebenso muss er sich unverzüglich an die nächstgelegene IKA-Zweigstelle wenden und dort die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des griechischen Arztes vorlegen. Die IKA ist berechtigt, Kontrolluntersuchungen anzuberaumen, deren Termine kurzfristig (innerhalb von 3 Tagen) angesetzt werden.

Arbeitsunfall
Im Falle eines Arbeitsunfalls stellt der zuständige griechische Träger Arbeitnehmern, die in Deutschland gesetzlich unfallversichert sind, gegen Vorlage des besonderen Anspruchsausweises  E 123 entsprechende Leistungen zur Verfügung. In diesen Fällen muss sich der Arbeitnehmer unverzüglich an den zuständigen deutschen Unfallversicherungsträger wenden. Ein Merkblatt über den Unfallversicherungsschutz im Ausland gibt es bei der Deutschen Verbindungsstelle Unfallversicherung-Ausland - DVUA in St. Augustin, vgl. Adresse unten.

Plegeversicherung

Wichtige Hinweise zu den vergleichbaren Pflegeleistungen in Griechenland
Der Anspruch auf das Pflegegeld ruht, soweit die Pflegebedürftigen bestimmte "Entschädigungsleistungen" beziehen (vgl. § 34 Abs. 1 Nr. 2 SGB XI). Das gilt auch dann, wenn vergleichbare Leistungen aus dem Ausland oder von einer zwischen- oder überstaatlichen Einrichtung bezogen werden. Von Seiten der Spitzenverbände der Pflegekassen und des Bundesministeriums für Gesundheit wird einvernehmlich die Auffassung vertreten, dass diese Regelung generell im Zusammenhang mit Leistungen anzuwenden ist, die in einem anderen EWR-Staat oder der Schweiz bezogen werden.

Weitere Hinweise und Beispiele hierzu siehe "Pflegeversicherung im Ausland – Anrechnung von Leistungen nach ausländischem Recht".

Für Griechenland ist folgendes zu beachten:

Sonderleistung für Paraplegiker/Tetraplegiker und Amputierte
Diese Geldleistung wird von der IKA (griechische Sozialversicherungsbehörde) als zuständiger Leistungsträger gezahlt.

Sie dient zum Ausgleich für Schwierigkeiten, die bestimmte Gruppen von Behinderten (Querschnittsgelähmte und Amputierte) im täglichen Leben erfahren.

Der Zuschuss beläuft sich auf 50 % der Invalidenrente und wird gezahlt, wenn eine solche Rente bezogen wird.

Das griechische Recht sieht ebenfalls eine Ruhens- bzw. Anrechnungsvorschrift vor, weshalb Artikel 12 der EWG-VO 1408/71 und Artikel 7 der EWG-VO 574/72 anzuwenden sind.

Das bedeutet:
Der Ruhens- bzw. Kürzungsbetrag wird unter den beteiligten Leistungsträgern aufgeteilt.
Vgl. hierzu Beispiel 2 von "Pflegeversicherung im Ausland – Anrechnung von Leistungen nach ausländischem Recht".

Die Rentenversicherung in Griechenland

Das griechische Rentenversicherungssystem ist mit dem deutschen in keiner weise vergleichbar. Für nahezu jeden Berufszweig gibt es in Griechenland einen eigenen RV-Träger. Derzeit gibt es ca. 30 Hauptversicherungsträger und ca. 60 Zusatzrentenversicherungsträger. Hinzu kommen noch knapp 100 Fürsorgekassen. Da nahezu jeder Versicherungsträger seine eigenen Vorschriften hinsichtlich der gewährten Leistungen und Anspruchsvoraussetzungen hat, ist es der Redaktion aus verständlichen Gründen unmöglich, hier alle Leistungen der griechischen Rentenversicherung vorzustellen. Die Zuständigkeiten der verschiedenen Träger werden hier nur sehr vereinfacht dargestellt. Nachteile entstehen den Lesern dadurch nicht, da die Anträge bzw. Anfragen vom unzuständigen Träger an den zuständigen weitergeleitet werden.

Grob skizziert besteht die griechische Rentenversicherung aus drei Säulen:

  • Der staatlich subventionierten Hauptrente.
  • Der staatlich subventionierten Zusatzrente.
  • Der privaten, kapitalgedeckten betrieblichen Altersvorsorge.


Zu beachten ist, dass Versicherungszeiten, die bei verschiedenen griechischen RV-trägern zurückgelegt wurden, zusammengerechnet werden. Gegenüber Deutschland hat das beispielsweise den Vorteil, dass Versicherungszeiten aus einem beamtenrechtlichen Versorgungssystem mit dem allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherungssystem zusammengerechnet werden.

Die folgenden Informationen befassen sich hauptsächlich mit der staatlich subventionierten Hauptrente und den wichtigsten Leistungen der größten griechischen RV-Träger.

Die Renten der Versicherungskasse für abhängig Beschäftigte (Idrima Kinonikon Asfaliseon)
Bei der Idrima Kinonikon Asfaliseon (IKA) ist der größte Anteil aller beschäftigten Personen in Griechenland versichert. Neben den abhängig Beschäftigten sind dies auch die Personen, die von keinem der bestehenden Sondersysteme erfasst werden. Die IKA gewährt Rentenleistungen bei Invalidität und Alter sowie an Hinterbliebene.



Invaliditätsrenten
Die IKA zahlt folgende Leistungen:

  • Rente bei schwerer Invalidität
  • Rente bei gewöhnlicher Invalidität
  • Rente wegen Teilinvalidität


Eine Rente bei schwerer Invalidität bekommen Versicherte, wenn diese einen Erwerbsminderungsgrad von mehr als 80 % haben. Hierbei ist es ohne Bedeutung, ob es sich um eine vorübergehende oder um eine ständige Invalidität handelt.

Achtung:
Der griechische Erwerbsminderungsgrad von mehr als 80 %, der übrigens für alle griechischen Träger gleich ist, ist nicht mit dem Grad der Behinderung in Deutschland zu vergleichen.

Neben dem Erwerbsminderungsgrad von mehr als 80 % müssen für den Anspruch auf eine Rente wegen schwerer Invalidität folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Versicherte muss eine Bescheinigung der zuständigen IKA-Geschäftsstelle über eine Erwerbsminderung um mindestens vier Fünftel (Invaliditätsgrad 80 %) vorlegen.
  • Die Arbeitsfähigkeit muss mindestens ein Jahr gemindert sein.
  • Der Versicherte muss entweder insgesamt 4.500 Arbeitstage nachweisen oder 1.500 Arbeitstage, davon aber mindestens 600 innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Feststellung der Invalidität.


Definition "Arbeitstag":
In Griechenland entspricht ein „Arbeitstag“ einem Versicherungstag einschließlich bezahlter Urlaubstage.

Hinweis:
Die in einem anderen EU-Mitgliedstaat zurückgelegten Versicherungszeiten werden zu den griechischen Versicherungszeiten hinzugerechnet.

Anspruch auf eine Rente bei gewöhnlicher Invalidität besteht, wenn man eine Erwerbsminderung von mehr als 67 %, aber weniger als 80 % hat. Die Rentenhöhe beträgt 75 % der Vollrente (Rente bei schwerer Invalidität). Wurden 6.000 Arbeitstage zurückgelegt oder wird die Invalidität hauptsächlich durch eine psychische Erkrankung begründet, wird eine volle Rente wegen Invalidität gezahlt. Es müssen die gleichen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden wie bei der Rente wegen schwerer Invalidität.

Der Anspruch auf eine Rente wegen Teilinvalidität besteht dann, wenn der Versicherte mehr als 50 %, aber weniger als 67 % erwerbsgemindert ist. Die Höhe dieser Rente beträgt 50 % der Vollrente (Rente bei schwerer Invalidität). Ist die Invalidität hauptsächlich auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen, dann besteht ein Anspruch auf 75 % der vollen Rente.

Die Rentenhöhe richtet sich nach den geleisteten Arbeitstagen des Versicherten und der Versicherungsklasse, in die er aufgrund seines Arbeitsentgeltes in den letzten fünf Jahren vor dem Rentenbeginn eingestuft war. Die Rente kann u. U. höher werden, wenn Angehörige unterstützt werden.


Altersrenten
Um eine Altersrente beziehen zu können, müssen die Versicherten bestimmte Altersgrenzen erreichen, eine bestimmte Anzahl von Arbeitstagen geleistet und in einigen Fällen zusätzlich besondere Voraussetzungen erfüllt haben:

  • 4.500 Arbeitstage und Vollendung des 60. Lebensjahres (Frauen) / Vollendung des 65. Lebensjahres (Männer) oder
  • 10.000 Arbeitstage und Vollendung des 57. Lebensjahres (Frauen) bzw. des 62. Lebensjahres (Männer) oder
  • Ausübung einer schweren und gesundheitsschädlichen Tätigkeit, 4.500 Arbeitstage (vier Fünftel dieser Arbeitstage bei schwerer und gesundheitsschädlicher Tätigkeit), mindestens 1.000 Arbeitstage innerhalb der letzten zehn Jahre vor Erreichen der Altersgrenzen und Vollendung des 55. Lebensjahres (Frauen) bzw. des 60. Lebensjahres (Männer) oder
  • 10.500 Arbeitstage (ca. 35 Jahre), Ausübung einer abhängigen Beschäftigung und Vollendung des 58. Lebensjahres (Frauen und Männer) oder


Zusatzrecht ab dem 29. Dezember 2005

  • Mütter von ledigen Kindern unter 18 Jahre, 5.500 Arbeitstage, Vollendung des 55. Lebensjahres und keine weitere Rente von der IKA oder einem anderen Versicherungsträger oder
  • mindestens 10.500 Arbeitstage als Arbeitnehmer (davon mindestens 7.500 mit schwerer und gesundheitsschädlicher Tätigkeit) und Vollendung des 55. Lebensjahres (Frauen und Männer).
  • Werden die erforderlichen Arbeitstage nicht erfüllt, können zusätzlich bis zu 200 Tage, an denen Krankengeld, und 200 Tage, an denen Arbeitslosengeld bezogen wurde, berücksichtigt werden. Diese tage müssen in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung liegen. Außerdem können auch Zeiten, in denen eine Invaliditätsrente bezogen wurde, angerechnet werden.


Hinweis:
Die in einem anderen EU-Mitgliedstaat zurückgelegten Versicherungszeiten werden zu den griechischen Versicherungszeiten hinzugerechnet. Hierfür sind entsprechende Angaben im Rentenantrag und die Beifügung entsprechender Versicherungsunterlagen erforderlich.

Die Rentenhöhe richtet sich nach den geleisteten Arbeitstagen des Versicherten und der Versicherungsklasse, in die er aufgrund seines Arbeitsentgeltes in den letzten fünf Jahren vor dem Rentenbeginn eingestuft war. Die Rente kann u. U. höher werden, wenn Angehörige unterstützt werden.


Hinterbliebenenrenten
Die Familienangehörigen eines Versicherten haben Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, wenn der Verstorbene bis zu seinem Tod insgesamt 4.500 Arbeitstage oder nur 1.500 Arbeitstage, aber hiervon 300 Arbeitstage innerhalb der letzten fünf Jahre vor dem Todesjahr, zurückgelegt hat.

Ist der versicherte aufgrund eines Arbeitsunfalls gestorben, haben seine Familienangehörigen unabhängig von den geleisteten Arbeitstagen einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente.

Ist der Versicherte aufgrund eines Unfalls gestorben, ist nur die Hälfte der oben genannten Arbeitstage erforderlich.

Hat der Verstorbene bereits von der IKA eine Invaliditäts- oder Altersrente bezogen, werden die zurückgelegten Arbeitstage nicht erneut geprüft.

Hinweis:
Die in einem anderen EU-Mitgliedstaat zurückgelegten Versicherungszeiten werden zu den griechischen Versicherungszeiten hinzugerechnet. Hierfür sind entsprechende Angaben im Rentenantrag und die Beifügung entsprechender Versicherungsunterlagen erforderlich.


Familienangehörige sind:

  • überlebende Ehepartner,
  • Kinder, sofern sie ledig sind, nicht arbeiten, keine Rente beziehen und das 18. Lebensjahr oder, wenn sie im In- oder Ausland an einer Hochschule studieren, das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder wenn sie Vollwaisen sind oder wenn ihr Lebensunterhalt von dem verstorbenen, vom anderen Elternteil verlassenen Elternteil bestritten wurde,
  • Enkelkinder und Stiefkinder, deren Eltern gestorben sind, sofern ihr Lebensunterhalt vom Verstorbenen bestritten wurde und
  • die natürlichen Eltern oder Adoptiveltern, sofern ihr Lebensunterhalt hauptsächlich vom Verstorbenen bestritten wurde.


Überlebende Ehepartner haben zunächst für drei Jahre Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente. Ist der überlebende Ehepartner dann 40 Jahre alt, wird die Rente länger gezahlt. Bei einer erneuten Heirat kann die Rente nicht mehr gezahlt werden.

Witwen und Witwer haben keinen Anspruch auf eine Rente, wenn der Tod des Versicherten in den ersten sechs Monaten der Ehe eingetreten ist. War der Verstorbene bereits Rentner, besteht kein Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, wenn die Ehe nicht mindestens 24 Monate dauerte.

Nur als Witwe sind Frauen anspruchsberechtigt, wenn der Tod durch einen Unfall verursacht wurde (Arbeitsunfall oder anderer Unfall), wenn ein Kind geboren oder durch die Heirat für ehelich erklärt wurde oder wenn die Frau zum Zeitpunkt des Todes ihres Ehegatten schwanger war.

Die Renten, auf die Witwen und Witwer Anspruch haben, beträgt 70 % der Altersrente, auf die der verstorbene Ehepartner Anspruch gehabt hätte.

Die Waisenrente beträgt 20 % der Altersrente, auf die der Verstorbene Anspruch gehabt hätte. Vollwaisen erhalten eine Rente in Höhe von 60 %.

Die Hinterbliebenenrenten zusammen dürfen nicht höher sein als die Rente, auf die der Verstorbene Anspruch gehabt hätte. Bei Vollwaisen darf die Leistung höchstens 80 % dieser Rente ausmachen. Überschreitet die Summe der Renten diesen Satz, wird die Rente jedes Berechtigten anteilig gekürzt.

Die Renten der landwirtschaftlichen Versicherungskasse (Organismos Georgikon Asfaliseon)
Die OGA ist mit ca. 2,5 Millionen unmittelbar und mittelbar Versicherten der zweitgrößte griechische Renten- und Krankenversicherungsträger, vgl. Adresse unten.

Versichert sind Haupterwerbslandwirte, Fischer (die keiner Versicherung eines anderen Trägers unterliegen) oder Geschäfts- und Gewerbetreibende, die ihr Gewerbe in Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern betreiben.

Nach einer umfangreichen Reform im Jahr 1989 (mit einer Übergangszeit bis zum Jahr 2026) wurde die OGA zu einem Rentenversicherungsträger nach westeuropäischem Verständnis, in dem Haupterwerbslandwirte mit Wohnsitz in Griechenland pflichtversichert sind. Bis dahin waren alle Personen, die in einer Stadt oder gemeinde mit weniger als 5000 Einwohnern lebten, bei ihr ohne Beitragszahlung kranken- und rentenversichert.

Bis 2026 bestehen die OGA-Renten aus drei Teilen:

  • der Grundrente,
  • der Hauptrente und
  • einer Zusatzrente.


Hinweis:
Bei einer Rentenantragstellung in Deutschland bitte unbedingt angeben, ob man in Griechenland in der Landwirtschaft beschäftigt war (auch ohne Beitragsleistung).


Die Grundrente
Die Grundrente wird allein aus Steuermitteln finanziert, beträgt derzeit 227, 75 € (für Rentner ohne unterhaltsberechtigte Angehörige) und läuft zum 31. Dezember 2026 aus. Für jeden Neurentner (Rentenbeginn ab 1. Januar 2003) wird sie bereits jetzt jährlich um 4 % niedriger.

Die Grundrente erhalten Personen, die das 65. Lebensjahr vollendet und die Wartezeit von 25 Jahren erfüllt haben.

Witwen können ebenfalls erst mit 65 Jahren eine Grundrente bekommen – und auch nur dann, wenn der verstorbene Ehemann bereits eine OGA-Rente bezogen hat. Witwer haben keinen Anspruch auf eine Grundrente. Waisen erhalten die Grundrente, wenn der Verstorbene in den letzten drei Jahren vor seinem Tod bei der OGA versichert war oder bereits eine OGA-Rente bezogen hat. Handelt es sich um einen Unfalltod, genügt es, wenn der Verstorbene zum Zeitpunkt des Unfalls bei der OGA versichert war.

Waisen bekommen die Grundrente nur bis zum 18. Lebensjahr. Studenten an einer höheren Schule oder Hochschule wird die Rente längstens bis zum 24. Lebensjahr gezahlt.

Hinweis:
Das Studium in einem europäischen Mitgliedstaat steht einem Studium in Griechenland gleich.



Die Hauptrente
Die OGA zahlt u. a. Leistungen bei Invalidität (Erwerbsminderung), Alter und für Hinterbliebene.

Eine Rente wegen Invalidität können Versicherte bekommen, wenn

  • sie einen Erwerbsminderungsgrad von 67 % haben,
  • ihre Arbeitsunfähigkeit seit mindestens einem Jahr andauert und
  • sie eine Wartezeit von fünf Jahren (mit Beitragszahlung) in der Hauptrentenversicherung zurückgelegt haben, von denen zwei in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Invalidität liegen müssen.


Eine Rente wegen Invalidität können Versicherte aber auch dann bekommen, wenn

  • sie einen Erwerbsminderungsgrad von 67 % haben,
  • ihre Arbeitsunfähigkeit seit mindestens einem Jahr andauert und
  • sie eine Wartezeit von 15 Jahren (mit Beitragszahlung) in der Hauptrentenversicherung zurückgelegt haben.


Hinweis:
Die in einem anderen EU-Mitgliedstaat zurückgelegten Versicherungszeiten werden zu den griechischen Versicherungszeiten hinzugerechnet.

Wollen Versicherte eine Altersrente erhalten, müssen sie das 65. Lebensjahr vollendet und die Wartezeit von fünf Jahren (mit Beitragszahlung) erfüllt haben. Seit dem 1. Januar 2004 erhöht sich diese Wartezeit um ein Jahr bis auf 15 Jahre Wartezeit, die dann ab dem Jahr 2013 erfüllt sein muss.

Eine Altersrente kann aber auch dann bezogen werden, wenn die Versicherten das 65. Lebensjahr vollendet und bereits jetzt die Wartezeit von 15 Jahren (mit Beitragszahlung) erfüllt haben.

Achtung:
Eine Altersrente der OGA beginnt immer am 1. Juli des Jahres, in dem das 65. Lebensjahr vollendet wird.

Um als Witwe, als Witwer oder als Waise eine Hinterbliebenenrente von der OGA erhalten zu können, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Verstorbene war bereits Rentner der OGA oder er hat die Voraussetzungen für eine Invaliditätsrente erfüllt.
  • Der hinterbliebene Ehegatte erhält selbst keine Rente und übt keine Tätigkeit aus (Tätigkeiten, die bei der OGA versichert sind, sind erlaubt).
  • Waisen dürfen noch nicht 18 Jahre alt sein; Studenten an einer höheren Schule oder Hochschule noch keine 24 Jahre alt sein.


Hinweis:
Ist eine Waise arbeitsunfähig, erhält sie die Hinterbliebenenrente unabhängig von ihrem Alter.

Die Höhe der Hauptrente richtet sich nach den Beitragsklassen, in die die Versicherten eingezahlt haben.

Die Renten der Versicherungskasse der Selbstständigen
Die Organismos Asfalisis Elevtheron Epangelmation (OAEE) ging 1999 aus einer Fusion mehrerer Versicherungsträger für selbstständig tätige Versicherte hervor. Die OAEE ist heute der drittgrößte griechische Versicherungsträger, vgl. Adresse unten.

Fusioniert hatte die TEBE (Versicherungskasse für Selbstständige und Gewerbetreibende) mit der TAE (Versicherungskasse der Händler) und der TSA (Versicherungskasse der Kfz-Halter – Taxifahrer, LKW-Fahrer).

Bei der OAEE sind die Versicherten der oben aufgeführten Kassen versichert, die ihre Tätigkeit nach dem 1. März 1999 aufgenommen haben.

Versicherte, die schon vor dem 1. Januar 1993 bei der TEBE, der TAE oder bei der TSA versichert waren, hatten während einer Übergangszeit von drei Jahren die Möglichkeit zu wählen, ob sie die Rente nach den Vorschriften des neuen Trägers OAEE beziehen möchten oder ob weiterhin die Vorschriften der aufgelösten Träger anzuwenden sind.

Trotz der Fusion gelten weiterhin für die einzelnen Träger unterschiedliche Voraussetzungen, um eine Rente zu bekommen und für die Rentenberechnung.

Die TEBE zahlt Leistungen bei Invalidität (Erwerbsminderung), Alter und für Hinterbliebene sowie bei Arbeitsunfällen, Krankheiten und Mutterschaft.

Die TEBE unterscheidet zwischen Versicherten, die bereits vor dem 1. Januar 1993 bei ihr versichert waren ("Altversicherte") und versicherten, deren Versicherung zum 1. Januar 1993 begonnen hat ("Neuversicherte").

Invaliditätsrente für "Altversicherte"
Diese Invaliditätsrente bekommen versicherte, wenn

  • sie aufgrund einer körperlichen oder geistigen Krankheit, die mindestens sechs Monate andauert, nicht in der Lage sind, ihren Beruf auszuüben,
  • sie ihre Tätigkeit einstellen, weil sie Invalide im Sinne des vorstehenden Absatzes sind und eine Versicherungszeit von zehn Jahren zurückgelegt haben (sind sie der Kasse erst nach Vollendung des 50. Lebensjahres beigetreten, müssen sie eine Versicherungszeit von 15 Jahren nachweisen),
  • sie ihre Tätigkeit aufgrund der Folgen eines Arbeitsunfalls aufgegeben haben, und zwar unabhängig von der zurückgelegten Versicherungszeit (bei einem Unfall außerhalb der Arbeit müssen sie eine Versicherungszeit von fünf Jahren nachweisen) oder
  • ihre Erwerbsminderung von der zuständigen Gesundheitskommission der Kasse auf mindestens 66,6 % festgesetzt wird.


Die Invaliditätsrente wird zunächst immer befristet bewilligt. Auf Antrag besteht eine Verlängerungsmöglichkeit.

Hinweis:
Der Antrag sollte entweder innerhalb der letzten zwei Monate des Berechtigungszeitraums oder bis spätestens sechs Monate nach Ablauf des Berechtigungszeitraums gestellt werden.

Die Invaliditätsrente kann zu einer lebenslangen Rente umgewandelt werden, wenn die Versicherten

  • von der Ärztekommission dreimal untersucht wurden,
  • die Rente für fünf sukzessive Jahre bezogen und
  • das 60. Lebensjahr vollendet haben.


Selbiges ist auch möglich, wenn die Versicherten

  • von der Ärztekommission fünfmal untersucht wurden,
  • die Rente durchgehend für zehn Jahre bezogen und
  • das 55. Lebensjahr vollendet haben.


Bei beiden Sachverhalten ist eine erneute Untersuchung durch die Ärztekommission nicht notwendig.



Invaliditätsrente für "Neuversicherte"
Als "Neuversicherte" können Versicherte eine Invaliditätsrente erhalten, wenn sie

  • ein Versicherungsjahr bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres (sind sie älter, erhöht sich die Versicherungszeit für einen Zeitraum von fünf Jahren um fünf Monate jährlich) oder
  • eine Versicherungszeit von fünf Jahren – davon zwei Jahre innerhalb eines der Invalidität vorausgegangenen Zeitraums von fünf Jahren – unabhängig vom Alter oder
  • eine Versicherungszeit von insgesamt 15 Jahren unabhängig vom Zeitraum
  • zurückgelegt haben.


Je nach Grad der Erwerbsunfähigkeit wird eine Rente wegen Schwerinvalidität (80 %), Vollinvalidität (67 %) oder Teilinvalidität (50 %) bewilligt.

Die Rente wird grundsätzlich nur befristet gezahlt. Die Umwandlung in eine lebenslange Rente ist möglich, wenn die Versicherten

  • das 55. Lebensjahr vollendet, sieben Versicherungsjahre zurückgelegt haben und drei Untersuchungen durch die Ärztekommission durchgeführt wurden,
  • das 60. Lebensjahr vollendet, fünf Versicherungsjahre zurückgelegt haben und zwei Untersuchungen durch die Ärztekommission durchgeführt wurden,
  • zwölf Versicherungsjahre, unabhängig vom Alter, zurückgelegt haben oder
  • 20 Versicherungsjahre, unabhängig vom Alter, zurückgelegt haben und sie in den letzten drei Jahren vor Bezug der Invaliditätsrente ununterbrochen versichert waren.


Hinweis:
Die in einem anderen EU-Mitgliedsstaat zurückgelegten Versicherungszeiten werden zu den griechischen Versicherungszeiten hinzugerechnet.


Altersrente für "Altversicherte"
Ein Anspruch auf diese Rente besteht, wenn die Versicherten eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Versicherungsjahre

Alter d. Versicherten

sonst. Voraussetzungen

35

60

keine

35

65

keine

15

altersunabhängig

Blindheit, Querschnittslähmung

37

altersunabhängig  

Versicherungszeiten dürfen nur bei der OAEE zurückgelegt sein

11,5

65

Versicherungszeiten dürfen nur bei der OAEE zurückgelegt sein

 


Zusätzliche Altersrenten für "Neuversicherte"
Eine zusätzliche Altersrente erhalten "Neuversicherte“, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:


Versicherungsjahre

Alter des Versicherten

sonstige Voraussetzungen

15

60

2 ½ Versicherungsjahre innerhalb der letzten 5 Jahre vor der Antragstellung

20

55

Mütter mit zwei minderjährigen oder erwerbsunfähigen Kindern

20

50

Teilrente für Mütter mit zwei minderjährigen oder erwerbsunfähigen Kindern

20

56

Mütter mit drei Kindern

20

53

Mütter mit vier Kindern

20

50

Mütter mit fünf Kindern

         

Hinterbliebenenrente für "Altversicherte"
Einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben Ehepartner oder die weiteren unterhaltsberechtigten Familienmitglieder des verstorbenen TEBE-Versicherten oder Rentners.

Als weitere Familienmitglieder gelten:

 

  • die unverheirateten Kinder (das sind die ehelichen, die für ehelich erklärten, die unehelichen, vom Vater anerkannten oder adoptierten, sofern die Adoption ein Jahr vor dem Tod des Versicherten bzw. bei Rentnern ein Jahr vor der Gewährung der Rente erfolgte, sofern keine andere Rente von der Kasse bezogen wird; außerdem fallen hierunter die unehelichen Kinder der verstorbenen Mutter, soweit sie überwiegend von dieser unterhalten wurden),
  • Enkel und Stiefkinder, sofern sie überwiegend vom Verstorbenen unterhalten wurden und Vollwaisen sind,
  • Die Eltern, sofern sie überwiegend vom Verstorbenen unterhalten wurden und der Betrag der Rente nicht schon durch die Rentenansprüche der Witwe/des Witwers und der Kinder erschöpft ist.


Ein Rentenanspruch besteht beispielsweise dann, wenn

  • eine Versicherungszeit von zehn Jahren zurückgelegt wurde und der Verstorbene vor dem Tod nicht mehr gearbeitet hat,
  • eine Versicherungszeit von 20 Jahren zurückgelegt wurde,
  • der/die Versicherte aufgrund eines Arbeitsunfalls ums Leben gekommen ist.


Waisen erhalten bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres eine Rente. Bei einem Studium im Ain- oder Ausland kann die Rente bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres gezahlt werden.

Hinweis:
Beim Bezug einer Waisenrente und der gleichzeitigen Ausübung einer Erwerbstätigkeit wird die Rente gekürzt.

Hinterbliebenenrente für "Neuversicherte"
"Neuversicherte" können eine Hinterbliebenenrente unter den gleichen Bedingungen wie eine Invaliditätsrente bekommen. Im Gegensatz zu den "Altversicherten" können Enkel, Stiefkinder und Eltern keine Rente mehr erhalten.

Eine Witwen- oder Witwerrente wird zunächst für drei Jahre gezahlt. Die Rente kann danach weitergezahlt werden, wenn der hinterbliebene Ehepartner

  • am Tag des Todes einen Erwerbsminderungsgrad von 67 % hatte oder
  • am Todestag das 40. Lebensjahr vollendet hatte und weder berufstätig ist noch eine andere Rente bezieht (ist er berufstätig oder Rentenbezieher, wird die Rente nur zu 50 % ausgezahlt).


Achtung:
Wurde die Witwen- oder Witwerrente gekürzt oder ganz eingestellt, können die Versicherten diese ab dem 65. Lebensjahr wieder in voller Höhe erhalten. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn die Versicherten weder berufstätig sind, noch eine weitere Rente beziehen. Bei Berufstätigkeit oder Rentenbezug wird die Hinterbliebenenrente nur zu 70 % gezahlt.

Die Renten der Versicherungskasse für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und Beamte
Die "Geniko Logistirio tou Kratous (GLK)" zahlt die Renten an Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes. Vergleichbar ist sie mit den Besoldungsträgern für Beamte nach den deutschen Rechtsvorschriften, vgl. Adresse unten.

Erst seit 1993 wird vom Gehalt der Beamten und gleichgestellten Personen ein Teil für die Finanzierung der Alterspensionen einbehalten. Bei der GLK versichert sind

  • Bedienstete der Ministerien, des Parlaments, der Städte und Gemeinden,
  • Führungskräfte der Streit- und Sicherheitsdienste,
  • Bürgermeister und Gemeindevorsteher,
  • Geistliche,
  • Kriegsversehrte und im Widerstandskampf Versehrte und
  • Familienmitglieder (Ehegatten, Kinder) der Obengenannten im Todesfall und in Fällen einer Einstellung oder eines Eintritts in das Militär bis zum 31. Dezember 1992 auch die elterliche Familie (Vater, Mutter, unverheiratete Schwestern).


Die GLK zahlt unter anderem Leistungen bei Invalidität (Erwerbsminderung), Alter und für Hinterbliebene. Bei den Anspruchsvoraussetzungen wird zwischen Versicherten nach neuem und altem Recht unterschieden.

Versicherte nach neuem Recht wurden erstmals nach dem 1. Januar 1993 bei einem Hauptrentenversicherungsträger versichert. Versicherte nach altem Recht waren dagegen vor dem 31. Dezember 1992 bei einem Hauptrentenversicherungsträger versichert.

Die Renten der See-Versicherungskasse
Bei der "Naftiko Apomachiko Tamio (NAT)" sind Seeleute, Fischer, Lotsen und alle weiteren Personengruppen, die mit der See- und Schifffahrt zu tun haben, versichert, vgl. Adresse unten.

Die NAT gehört zu den kleineren der griechischen Versicherungskassen. Sie zahlt Renten aufgrund von Invalidität, Alter und an Hinterbliebene.

Eine Rente wegen Invalidität können Versicherte erhalten, wenn sie einen Leistungsminderungsgrad von mindestens 67 % haben und eine Gesamtversicherungszeit von 15 Jahren erfüllen.

Um eine Altersrente bekommen zu können, müssen Versicherte das 50. Lebensjahr vollendet und eine Gesamtversicherungszeit von 20 Jahren zurückgelegt haben.

Hinweis:
Die in einem anderen EU-Mitgliedstaat zurückgelegten Versicherungszeiten werden zu den griechischen Versicherungszeiten hinzugerechnet.

Eine Hinterbliebenenrente können versicherte von der NAT bekommen, wenn der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes eine Gesamtversicherungszeit von 15 Jahren zurückgelegt hatte.

Waisen erhalten bis zum 18. Lebensjahr, während einer Schul- oder Berufsausbildung bis zum 24. Lebensjahr oder bei Invalidität (diese muss im Sterbejahr des Vaters vorgelegen haben) eine "Beteiligung an der Witwenrente".

Hinweis:
Eine in einem EU-Mitgliedstaat aufgenommene Schul- oder Berufsausbildung steht einer entsprechenden griechischen Ausbildung gleich.

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