Die EU-Kommission hat für die Jahre 2014 - 2020 ein Bildungsbudget von 15,2 Mrd. Euro vorgeschlagen. Gemessen an 2007 - 2013 bedeutet dies eine Aufstockung um mehr als 60 %. Das gesamte Budget soll in das neue Programm Bildung für Europa mit drei Aktionsschwerpunkten fließen:
- Auslandsaufenthalte zu Lernzwecken
- Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen
- Politische Unterstützung für Reformen
Zudem will die EU-Kommission die Programme ERASMUS (Hochschulzusammenarbeit), LEONARDO (Berufsbildungskooperation), COMENIUS (Schulpartnerschaften) und JUGEND (Austausch und Begegnung) unter einer neuen EU-Dachmarke vereinen.
Lernen im Ausland soll ausgebaut werden
Aus Sicht des DIHK müssen Auslandsaufenthalte junger Menschen ein finanzieller Förderschwerpunkt bleiben. Vom Lernen und Arbeiten im Ausland profitieren alle Beteiligten: Die Jugendlichen verbessern ihre Fremdsprachenkenntnisse, lernen andere Arbeits- und Geschäftskulturen kennen und entwickeln sich persönlich weiter. Die Betriebe erhalten Fachkräfte, die mit Kunden und Geschäftspartnern im Ausland besser umgehen können. Auch der Studienstandort Deutschland wird durch jährlich ca. 20.000 ausländische ERASMUS-Studenten bereichert.
Mehr Beratungen zum Thema Austausch für Betriebe
Um die von der Kommission genannte Zielmarke von jährlich 800.000 (bisher ca. 400.000) geförderten Auslandsaufenthalten zu erreichen, sind neben europäischen Mobilitätsmaßnahmen auch regionale Beratungsstrukturen für austauschwillige Unternehmen notwendig. So hat sich das vom DIHK initiierte und mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt Berufsbildung ohne Grenzen bewährt. 35 Mobilitätsberater an IHKs und HWKs unterstützen die Betriebe bei der Planung und Durchführung von Auslandspraktika. Gerade kleine und mittlere Betriebe sind auf dieses Coaching angewiesen.
Bildungseinrichtungen helfen Unternehmen
Angesichts einer europaweiten Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 20 % muss Bildung für Europa auch einen Beitrag zur besseren Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen leisten. Dies umfasst auch die Stärkung der praxisorientierten beruflichen Aus- und Weiterbildung in der EU - die duale Ausbildung findet zunehmend auch in Brüssel Freunde. Deshalb muss die vorgesehene Aktionslinie zur Kooperation von Bildungseinrichtungen auch den Betrieben offenstehen, sind sie doch zentrale Lernorte der beruflichen Bildung.
Und dabei die notwendigen Bildungsreformen unterstützen
Die geplante Aktion zur Unterstützung von Bildungsreformen wird erst im November 2011 klare Konturen annehmen. Dann präsentiert die Kommission ihren detaillierten Programmvorschlag. Aus der Sicht der Wirtschaft ist hier eines generell wichtig: Das neue Programm muss nutzerfreundlich und adressatengerecht ausgerichtet sein. Unternehmen benötigen daher ein einfaches Antragsverfahren ohne großen Verwaltungsaufwand.